VonPitt v. Bebenburgschließen
Die Spitze der Grünen Jugend demonstriert mit ihrem Abgang, dass sie nicht mehr an ihre bisherige Partei glaubt – und daran, dass sie ernsthaft die einst gemeinsamen Ziele verfolgt.
Die Grünen zieht es in die Mitte, die Grüne Jugend nach links. Jetzt hat diese Zerreißprobe ein Ende. Der Nachwuchs hat die Verbindung gekappt – jedenfalls das Führungspersonal der Organisation im Bund und in mehreren Bundesländern.
Normalerweise sind die Jugendorganisationen ein wichtiges Korrekturinstrument für die Parteien. Sie nerven, und sie sollen nerven, um die Parteien an deren eigene Grundsätze und langfristige Ziele zu erinnern. Gerade wenn jene regieren.
Nun demonstriert die Spitze der Grünen Jugend, dass sie nicht mehr an ihre bisherige Partei glaubt – und daran, dass sie ernsthaft die einst gemeinsamen Ziele verfolgt. In diesem Fall also ein gerechtes Steuer- und Wirtschaftssystem, den schnellen Kohleausstieg, ein humanitäres Asylrecht und bezahlbare Mieten.
Ob ihr Projekt einer neuen linken Bewegung erfolgreich sein kann, steht auf einem anderen Blatt. In jedem Fall aber ist der krachende Ausstieg der Jugend ein schwerer Schlag für die Grünen, die sich nach dem Rücktritt der Parteispitze neu ordnen müssen. Denn er bedeutet: Wenn die Realos um Robert Habeck die Partei noch fester in den Griff bekommen, um die Mitte der Gesellschaft anzusprechen, werden sie ihre linke Anhängerschaft verlieren. Berichte S. 4
