VonFelix Busjaegerschließen
Kommt wegen der Gasumlage und der Gaskrise nun ein Energiegeld in Höhe von 100 Euro? Ökonom Fratzscher sieht wegen der Inflation eine Notwendigkeit.
Berlin – Gasumlage in Höhe von 2,419 Cent, steigende Preise und die belastend hohe Inflation in Deutschland: Verbraucher haben es bundesweit nicht leicht und könnten in den kommenden Monaten vor weiteren Preisexplosionen stehen. Dass die finanzielle Mehrbelastung dabei nicht für jeden Haushalt zu bewältigen ist, wissen Politik und Wissenschaft schon länger. Doch Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, wird nun bei den geforderten Hilfen konkret: „Das beste Instrument sind direkte Transferzahlungen wie ein Energiegeld von 100 Euro pro Person und pro Monat für die kommenden 18 Monate.“
Energiegeld von 100 Euro: Ökonom fordert starke Entlastungen für Verbraucher wegen Gaskrise
Die Gaskrise in Deutschland ist derzeit das treibende Thema der deutschen Politik: Spätestens nachdem die Gaslieferungen aus Russland schmerzlich reduziert worden waren, stiegen bundesweit die Preise an. Vielerorts wird zum Energiesparen aufgerufen, doch inzwischen ist klar, dass es mit der kommenden Nebenkostenabrechnung teuer wird. Haushalte mit mittleren oder geringen Einkommen stehen damit vor großen Herausforderungen. Fratzscher schlägt deshalb ein Energiegeld in Höhe von 100 Euro pro Person und pro Monat für 18 Monate vor, das für Menschen mit mittleren und geringen Einkommen vorgesehen ist. Sicher ist: Die Energiepreispauschale von 300 Euro alleine wird nicht reichen.
Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ist sich angesichts der Lage bewusst, dass Verbraucher weitere Unterstützungen brauchen. „Es geht mir um diejenigen, die 2800, 3200 oder 4000 Euro brutto im Monat verdienen, für die das alles große Herausforderungen sind“, sagte der SPD-Politiker laut dpa. Fratzscher erklärte, die vom Bundeskanzler genannte Gruppe umfasse mehr als jede und jeden Fünften in Deutschland. „Dies sind vor allem Menschen in dem in Deutschland ungewöhnlich großen Niedriglohnbereich und auch zahlreiche Rentnerinnen und Rentner.“ Während andere Gruppen inmitten der Gaskrise auf Ersparnisse zurückgreifen können, hätten die genannten kaum Rücklagen für die Mehrkosten.
Soziale Schieflage wegen Gaskrise und Gasumlage: Fratzscher für Energiegeld in Höhe von 100 Euro
Das Energiegeld in Höhe von 100 Euro könnte Menschen helfen, die aus eigener Kraft die Kosten der höheren Inflation nicht selbst stemmen können. Fratzscher erklärte, dass die Gruppe dringend Unterstützung vom Staat benötigen würde. „Schon jetzt haben wir eine starke soziale Schieflage auch bei dieser Gruppe. Dies zeigt sich beispielsweise im Anstieg der Zahl der Menschen, die sich überschuldet“, sagte er. „Die Politik muss nun dringend ein drittes Entlastungspaket umsetzen, welches mit oberster Priorität diese Gruppe entlastet.“
