Kostenträchtiger Umbau

Inmitten Energiekrise in Deutschland: Bundesregierung protzt mit neuem Prachtbau für 777 Millionen Euro

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Viele Menschen in Deutschland fürchten sich vor der Energiekrise. In Berlin beginnt jedoch in Kürze ein prunkvolles Bauprojekt: die Erweiterung des Bundeskanzleramtes.

Berlin - Dieser kostenintensive Plan dürfte das angespannte Verhältnis zwischen deutschem Volk und der Bundesregierung nicht gerade beruhigen: In der wohl größten Krise des Landes seit Jahrzehnten lässt es sich die politische Führung in Berlin nicht nehmen, für eine monströse Summe von mindestens 777 Millionen Euro einen neuen Prachtbau ins Regierungsviertel zu stellen.

Düstere Wolken über Deutschland - doch in Berlin beginnt demnächst ein megateurer Umbau des Bundeskanzleramtes (Symbolbild)

Dabei ist das Bundeskanzleramt schon jetzt eine der weltweit größten Regierungszentralen - für den Anspruch der politischen Führung Deutschlands jedoch nicht groß genug. Einer der Gründe besteht darin, dass die Mitarbeiterzahl innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte beinahe verdoppelt wurde. Der Spatenstich für das teure Umbau-Projekt ist Ende 2022 vorgesehen.

Bundeskanzleramt in Berlin: Umbau verschlingt fast 800 Millionen Euro

Für den deutschen Staatshaushalt wird das Bauprojekt ein teurer Spaß: Vormals sollten die Kosten bereits 600 Millionen Euro betragen, doch wie man es von deutschen Großbau-Projekten gewohnt ist (zum Beispiel Elbphilharmonie, Berliner Flughafen), bleibt es nicht dabei: Anfang September wurde bekannt, dass das Vorhaben für den Steuerzahler nochmal 177 Millionen Euro teurer wird. Die Fertigstellung des vergrößerten Bundeskanzleramtes ist für das Jahr 2028 vorgesehen. Es ist also fraglich, ob Kanzler Olaf Scholz und seine Koalitionskollegen das neue Domizil überhaupt zu Gesicht bekommen.

Im derzeitigen Kanzlergarten sollen auch eine Kindertagesstätte, ein Hubschrauberlandeplatz sowie ein abhörsicheres Gebäude für Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND) entstehen. Dazu kommt eine zweite Kanzlerwohnung mit 250 Quadratmetern, die „nur für Wohnzwecke des Amtsinhabers“ vorgesehen ist, wie die Bild schilderte.

Bundeskanzler Olaf Scholz hat den megateuren Umbau in Berlin nicht in die Wege geleitet - jedoch „grünes Licht“ erteilt (Symbolbild).

Wenig verwunderlich sorgen die Protz-Pläne im Netz für breites Entsetzen, Menschen zeigen sich geschockt über die massive Geldverschwendung, während Bürger im ganzen Land angesichts der Energiekrise von Existenznot geplagt sind:

  • „Ein Land voller Probleme. Aber das Bundeskanzleramt verdoppelt mal eben seine Bürofläche. Noch in diesem Jahr soll gerodet werden. Sagt viel über Prioritäten.“
  • „Das Bundeskanzleramt, die schon heute mit 25.347 Quadratmeter Nutzfläche größte Regierungszentrale der westlichen Welt – rund achtmal größer als das Weiße Haus, zehnmal größer als Downing Street No. 10, dreimal größer als der Élysée-Palast.“
  • „Ein Zwerg kann in einem gigantischen Gebäudekomplex residieren, dennoch bleibt er weiterhin ein Zwerg.“
  • „Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger, mit sozialistischem Gruß, Ihr Bundeskanzler!“
  • „Aktion Größenwahn: Das Bundeskanzleramt soll doppelt so groß werden. Baukosten 777 Mio. Euro, dafür wird eine Grünfläche mit 200 Bäumen abgeholzt. Genau das richtige Zeichen in der Krise.“

Berlin: Luxuriöser Umbau in Zeiten der Energiekrise - „Sehen, wie hier gearbeitet wird“

Wer jedoch glaubt, die Protz-Ausgabe basiert auf der Verschwendungssucht des aktuellen Bundeskabinetts, wird getäuscht: Bereits 2020 wurde mit der konkreten Planung begonnen, Angela Merkel und die „Große Koalition“ (SPD und Union) hatten dem Bauvorhaben zugestimmt. Das Kanzleramt sei zu klein und die Beschäftigten müssten sonst weiter auf mehrere Standorte verteilt werden.

Derweil hat die Ex-Kanzlerin ihren Kurs verteidigt, bei der Energieversorgung Deutschlands auf russisches Gas zu setzen:

Bundeskanzler Olaf Scholz entschied sich dann kurz nach seiner Vereidigung im letztjährigen Dezember, an dem Projekt nicht zu rütteln. Kürzlich verteidigte der Regierungschef die Umbaupläne in einem „ZDF“-Interview: „Ich glaube, dass so eine lange vorbereitete Planung, die jetzt sehr weit fortgeschritten ist, auch zu Ende geführt werden muss. (...) Es ist ein freundliches Gebäude, ein Ort, zu dem die Bürger auch gerne mal hinkommen um zu sehen, wie hier gearbeitet wird.“ (PF)

Rubriklistenbild: © F.Boillot/Imago

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