VonJens Kiffmeierschließen
Volle Züge dank des 9-Euro-Tickets: Doch das Bahnpersonal stöhnt über das Entlastungspaket 2022. Die Mitarbeiter wollen jetzt Geld und Freizeit als Ausgleich.
Berlin – Belastung statt Entlastung: Das 9-Euro-Ticket sorgt bei den Mitarbeitern der Deutschen Bahn (DB) für Rumoren. Wegen des stark gestiegenen Arbeitspensums hat der Gesamtbetriebsrat jetzt einen Ausgleich für die Beschäftigten gefordert. Die Rabattaktion aus dem Entlastungspaket 2022 bedeute für das Zugpersonal den „täglichen Ausnahmezustand“, sagte Betriebssratsvize Ralf Dahme dem Redaktionsnetzwerk Deutschlands (RND). Deshalb müssten Bund und Länder für eine zusätzliche Bezahlung und für mehr freie Tage sorgen. Doch bei der Bahn wiegelt man bereits ab.
Entlastungspaket 2022: Deutsche kaufen das 9-Euro-Ticket und bescheren der Bahn volle Busse und Bahnen im ÖPNV
Das 9-Euro-Ticket ist zentraler Bestandteil vom Entlastungspaket 2022. Wegen der hohen Energiekosten dürfen die Deutschen seit dem 1. Juni mit der verbilligten Monatskarte im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) kreuz und quer durch Deutschland fahren. Insbesondere an Feiertagen wie zu Pfingsten oder Himmelfahrt sind die Busse und Bahnen deswegen stark frequentiert.
In einem offenen Brief beschwerte sich auch die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) bereits bei den Verkehrsministern von Bund und Ländern. Grundsätzlich stehe man hinter der Idee, neue Anreize für den Nahverkehr zu setzen. Doch das dürfe nicht auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen werden. Das Entlastungspaket sei eher zu einem „Belastungspaket“ für die Beschäftigten geworden.
Entlastungspaket: Das 9-Euro-Ticket ist jetzt schon Belastung für Mitarbeiter – Kommt die Verlängerung?
Doch ob der Aufruf nach mehr Geld und Freizeitausgleich erhört wird, bleibt abzuwarten. Bei der Bahn feiert man die gestiegene Nachfrage als „Erfolg“. Das 9-Euro-Ticket funktioniere, zitierte der RND aus einer internen Zwischenbilanz der DB. Zu einem Bonus für die Beschäftigten machte der Konzern darin aber offenbar keine Angaben. Die Frage ist aber, ob die Beschäftigten das auf Dauer mitmachen. Denn in der Politik kursieren bereits Ideen, das für drei Monate angelegte 9-Euro-Ticket bis zum Jahresende zu verlängern. Für die Schaffner sind das keine guten Aussichten.
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