Streit um Justizministerin Bondi

Epsteins Trump-Bänder laut Biograf zu brisant für eine Veröffentlichung

  • schließen

Neue Epstein-Enthüllungen erschüttern Trumps Präsidentschaft. Das Justizministerium schließt eine Veröffentlichung aus.

Washington, D.C. – Die Affäre um die sogenannten „Epstein-Bänder“ und ihre Brisanz für Donald Trump ebbt nicht ab. Der prominente Biograf Michael Wolff hält laut eigenen Angaben stundenlange Tonbandaufnahmen von Gesprächen mit dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein über den amtierenden US-Präsidenten zurück – und begründet dies mit deren Sprengkraft.

Epsteins Trump-Bänder laut Biograf zu brisant für eine Veröffentlichung

„Ich habe mit unzähligen Medienhäusern über diese Tapes gesprochen, und immer heißt es am Ende: ‚Das ist zu heiß, das kann keiner verantworten.‘ Und das sagen führende Medienunternehmen“, sagte Wolff in dem Podcast The Court of History mit Sidney Blumenthal und Sean Wilentz.

Der Skandal um Trumps langjährige und dokumentierte Freundschaft mit Epstein hat sich zuletzt massiv zugespitzt – nicht zuletzt, weil das US-Justizministerium diese Woche erklärte, so die Washington Post, es gebe keine Liste von prominenten Männern in Epsteins Umfeld und keine belastbaren Hinweise auf Erpressung oder Mord. Justizministerin Pam Bondi, eigentlich eng mit Trumps Basis verbunden, erklärte wörtlich: „Es gibt keine Klientenliste.“ Noch im Februar hatte Bondi das Gegenteil behauptet und gesagt, die Liste liege „auf meinem Schreibtisch und werde für die Veröffentlichung vorbereitet“.

Die sogenannte „Klientenliste“ gilt als so brisant, weil sie vermutlich Namen von Politikern, Prominenten und anderen einflussreichen Personen enthält, die mit Epsteins Taten in Verbindung stehen könnten. Ihre Veröffentlichung hätte das Potenzial, Karrieren zu zerstören, politische Systeme zu erschüttern, juristische Konsequenzen nach sich zu ziehen und Verschwörungstheorien sowie das allgemeine Misstrauen gegenüber den Eliten weiter anzuheizen. Schon das Gerücht um eine solche Liste entfalte gewaltige Sprengkraft in der Öffentlichkeit, urteilt die Washington Post.

Brisante Bänder: Wolff spricht von „Stunden über Stunden“ mit Epstein über Trump

Michael Wolff, der unter anderem durch Enthüllungsbücher über Trump und das Weiße Haus bekannt wurde, beschreibt die Aufnahmen in seinem Podcast als „Stunden und Stunden“ von Gesprächen mit Epstein, in denen es explizit um Trump und seine privaten wie geschäftlichen Machenschaften gehe. „Ich warte noch auf den richtigen Moment, diese Geschichte zu erzählen“, so Wolff. Medienhäuser hätten aber bislang Angst, diese Inhalte zu veröffentlichen. Besonders brisant: Auf den Tapes spreche Epstein unter anderem über Trumps Umgang mit Frauen, seine vermeintliche „Skrupellosigkeit“ und seine engen Verbindungen zu Epstein selbst. Laut Wolff schildert Epstein, er sei „Trumps engster Freund“ gewesen und habe Dinge erlebt, „die die Welt schockieren würde“.

Die Inhalte der Aufnahmen, wie von Wolff beschrieben, decken sich mit anderen Berichten: So schilderte Epstein im Gespräch mit Wolff, Trump sei „charmant, immer unterhaltsam, aber auch ein notorischer Betrüger in seinen Ehen und liebe es, mit den Ehefrauen seiner besten Freunde zu schlafen“. Wolff habe Fotos gesehen, auf denen Trump gemeinsam mit Epstein und jungen Mädchen zu sehen sei; diese Aufnahmen vermutet er heute im Besitz des FBI.

Donald Trumps Kabinett: Liste voller skandalöser Überraschungen

Donald Trump im Weißen Haus
Donald Trump ist am 20. Januar 2025 als neuer Präsident ins Weiße Haus zurückgekehrt. Die Posten in seinem Kabinett sind alle verteilt. Wir stellen vor, wer Trump in die Regierung folgt. © Evan Vucci/dpa
 J.D. Vance wird Donald Trump als Vizepräsident ins Weiße Haus folgen.
J.D. Vance ist Donald Trump als Vizepräsident ins Weiße Haus gefolgt. Der 40 Jahre alte ehemalige Senator aus Ohio ist einer der jüngsten US-Vizepräsidenten aller Zeiten. Nach Washington DC hat Vance seine Ehefrau Usha Vance begleitet. Die 38 Jahre alte Anwältin ist die erste „Second Lady“ der USA mit indischen Wurzeln. Das Paar hat die für den Vizepräsidenten vorgesehenen Räumlichkeiten im „United States Naval Observatory“ nahe dem Weißen Haus bezogen. © Alex Brandon/dpa
Marco Rubio soll laut US-Medien in der Regierung von Donald Trump das Amt des Außenministers übernehmen.
Marco Rubio hat in der Regierung von Donald Trump das Amt des Außenministers übernommen. Der 53 Jahre alte Senator aus Florida ist der erste US-Außenminister mit lateinamerikanischen Wurzeln. Rubio trat 2016 gegen Trump bei den Vorwahlen der Republikaner an und musste sich von dem späteren US-Präsidenten als „totaler Witz“ mit einem Schweißproblem beschimpfen lassen. Doch statt sich zu wehren, schluckte der langjährige Senator die Beleidigungen und präsentierte sich als loyaler Anhänger Trumps. In der US-Außenpolitik stellte sich Rubio in der Vergangenheit an die Seite der Ukraine. © IMAGO/Michael Brochstein / SOPA Images
Scott Bessent soll unter Donald Trump den Job des Finanzministers übernehmen
Donald Trumps Nominierung für den Posten des Finanzministers wirkte geradezu langweilig. Scott Bessent übernahm den Job – gegen den Wunsch Elon Musks. Der hatte sich mehrfach gegen die Ernennung des Wall-Street-Experten ausgesprochen. Bessent gilt als international erfahrener Finanzexperte und soll Donald Trump bereits 2016 mehrere Millionen Dollar für den Wahlkampf gespendet haben. In seiner neuen Funktion wird Bessent zahlreiche Wahlversprechen Trumps umsetzen müssen, darunter unter anderem Steuersenkungen, neue Zölle gegen China und die Finanzierung von Projekten wie den geplanten Massenabschiebungen. © DREW ANGERER/AFP
Pete Hegseth soll Verteidigungsminister werden
Eine überraschende Wahl Donald Trumps war die Personalie des Verteidigungsministers. Pete Hegseth war acht Jahre lang als Moderator für Fox News tätig. Als Soldat diente Hegseth im Irak und in Afghanistan. Erfahrung in Regierungsarbeit bringt er aber nicht mit. Doch Hegseth dürfte sich die Nominierung durch Trump mit seiner langjährigen Loyalität verdient haben: Der zweifache Familienvater hält schon seit 2016 zu Trump, als viele den Milliardär noch als politische Witzfigur belächelten. © TERRY WYATT(AFP
Pamela Jo Bondi, genannt Pam Bondi, den Job im Justizministerium bekommen
Statt dem ursprünglich von Trump nominierten Matt Gaetz hat Pamela Jo Bondi, genannt Pam Bondi, den Job im Justizministerium bekommen. Die 59 Jahre alte Juristin war in ähnlicher Funktion auf bundesstaatlicher Ebene bereits in Florida tätig. 2013 stellte sie dort in dieser Funktion einen Betrugsprozess gegen die Trump University ein. 2016 unterstützte sie Trump im Vorwahlkampf der Republikaner. Er holte die Juristin drei Jahre später in sein Anwaltsteam, das ihn im ersten Amtsenthebungsverfahren vertrat.  © MANDEL NGAN/AFP
Douglas James „Doug“ Burgum ist Mitglied der Republikaner
Douglas James „Doug“ Burgum ist Mitglied der Republikaner und hat im Kabinett von Donald Trump den Posten des Innenministers übernommen. Von 2016 an war der ehemalige Unternehmer Gouverneur des Bundesstaates North Dakota.  © IMAGO/Ricky Fitchett
Brooke Rollins soll im zweiten Kabinett Donald Trumps das Amt der Landwirtschaftsministerin übernehmen
Brooke Rollins hat im zweiten Kabinett Donald Trumps das Amt der Landwirtschaftsministerin übernommen. Die Anwältin stammt aus Texas und war bereits in der ersten Regierung Trumps tätig. Sie gilt als loyale Anhängerin des künftigen Präsidenten und als politische Vordenkerin konservativer Strategien. © MANDEL NGAN/AFP
Howard Lutnick, hier im Jahr 2010 mit seiner Ehefrau bei einer Gala
Howard Lutnick, hier im Jahr 2010 mit seiner Ehefrau bei einer Gala, ist Donald Trump als Handelsminister ins Weiße Haus gefolgt. Der Milliardär war stellvertretender Vorsitzender im Übergangsteam Trumps und regelmäßiger Gast in dessen Luxus-Resort Mar-a-Lago. Laut der New York Times war Lutnick lange Zeit als Mitglied der Demokraten registriert, lief nach der Machtübernahme Trumps im Jahr 2016 zu den Republikanern über. © IMAGO
Lori Chavez-DeRemer war Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus
Lori Chavez-DeRemer war Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus und ist unter Donald Trump Arbeitsministerin geworden. Die Personalie war innerhalb der Republikanischen Partei umstritten. Chavez-DeRemer unterhält enge Beziehungen zu mehreren Gewerkschaften in den USA und unterstützte während ihrer Amtszeit mehrere Gesetzentwürfe der Demokraten, darunter auch eine Amnestie für illegal Eingewanderte, die auf dem Arbeitsmarkt integriert sind. © IMAGO/Michael Brochstein
Robert F. Kennedy Jr., Neffe des einstigen Präsidenten John F. Kennedy
Robert F. Kennedy Jr., Neffe des einstigen Präsidenten John F. Kennedy, hat sich in den vergangenen Jahren vor allem als Impf-Leugner und Verschwörungstheoretiker hervorgetan. Bei der US-Wahl 2024 trat RFK zunächst als unabhängiger Kandidat an, zog sich dann aber aus dem Rennen zurück und unterstützte die Kampagne Donald Trumps. Der versprach dem 70 Jahre alten Kennedy dafür eine herausragende Rolle bei der Gestaltung der Gesundheitspolitik – und nominierte ihn schließlich als US-Gesundheitsminister. © IMAGO/Robin Rayne
Scott Turner, ehemaliger NFL-Profi, soll unter Donald Trump Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung werden.
Scott Turner ist unter Donald Trump Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung geworden. Der ehemalige Profi der American Football League gehörte bereits der ersten Administration Trumps an. Scott ist die erste Schwarze Person im Team des künftigen Präsidenten. Zu Scotts Aufgaben werden unter anderem Programme zur Förderung von erschwinglichem Wohnraum gehören, außerdem zur Unterstützung von Amerikanern mit geringem Einkommen, zur Verhinderung von Diskriminierung auf dem Markt und zur Förderung der Stadtentwicklung. © ANNA MONEYMAKER/AFP
Sean Duffy, hier mit seiner Ehefrau Rachel Duffy
Sean Duffy, hier mit seiner Ehefrau Rachel Duffy, ist der neue Verkehrsminister in der Trump-Regierung. Duffy bringt politische Erfahrung als ehemaliger Kongressabgeordneter mit. Seine Nominierung durch Trump dürfte er aber vor allem seiner Präsenz bei Fox News verdanken. Neben zahlreichen Gastauftritten moderierte Duffy gut ein Jahr seine eigene Show namens „The Bottom Line“ auf dem Spartensender Fox Business Network. © IMAGO/Robert Deutsch
Chris Wright
Neuer Energieminister ist Chris Wright. Er soll Trump dabei helfen, Regulierungen abzubauen und so die Ausbeutung der Rohstoffe in den USA voranzutreiben. Trump hat es eigenen Aussagen zufolge vor allem auf Ölfelder in Alaska abgesehen. Burgums Aufgabe ist, als Energierminister Öl-Förderungen in dortigen Naturschutzgebieten zu ermöglichen. © Ting Shen/AFP
Linda McMahon. Die 76 Jahre alte Managerin ist die Ehefrau von Vince McMahon
Eine weitere Fernsehpersönlichkeit, die Donald Trump mit nach Washington DC gebracht hat, ist Linda McMahon. Die neue Bildungsministerin ist die Ehefrau von Vince McMahon. Gemeinsam mit ihrem Mann führte McMahon die Wrestling-Show WWE zu internationalem Erfolg. Das Vermögen des Ehepaars wird laut Forbes auf fast drei Milliarden Dollar geschätzt. Die McMahons gelten als spendenfreudige Unterstützer der Republikaner im Allgemeinen und Donald Trump im Speziellen. Was genau ihre Aufgaben sind, ist nicht ganz klar. Im Wahlkampf hatte Trump immer wieder angekündigt, das Bildungsministerium abschaffen zu wollen. © imago stock&people
Der ehemalige Kongressabgeordnete Doug Collins
Der ehemalige Kongressabgeordnete Doug Collins hat unter Donald Trump den Posten des Ministers für Kriegsveteranen übernommen – ein wichtiger Posten in den USA, wo die Rolle der Umgang mit den eigenen Veteranen ein konstanter Streitpunkt ist. Collins gilt als loyaler Unterstützer Trumps und verteidigte auch dessen Behauptungen zum angeblichen Wahlbetrug in Georgia bei der US-Wahl 2020.  © IMAGO/Robin Rayne
Kristi Noem vor der US-Wahl
Kristi Noem berichtete vor der US-Wahl in einer Autobiografie davon, wie sie ihren Hund wegen Ungehorsams erschossen hatte. Damit löste die 52 Jahre alte Gouverneurin des Bundesstaates South Dakota eine Welle der Empörung aus – und hinderte Donald Trump wohl daran, sie zu seiner Vizepräsidentin zu machen. Dafür war die Republikanerin rund ein Jahr lang als Ministerin für innere Sicherheit Teil des Trump-Kabinetts tätig. Im März 2026 musste sie aber ihren Hut nehmen.  © Samantha Laurey/Imago
Senator des Bundesstaates Oklahoma Mullin
Trump bestimmte zugleich den Nachfolger von Noem: Markwayne Mullin führt mit Wirkung zum 31. März 2026 das für Einwanderungs- und Grenzschutzbehörden zuständige Ressort. Der Senator des Bundesstaates Oklahoma und sechsfache Vater aus dem Mittleren Westen gilt als bodenständig, konservativ und loyal zu Trump. Mullin wuchs auf einer Ranch auf, übernahm als junger Mann das Familienunternehmen, einen Sanitär- und Handwerksbetrieb, und baute es zu einer großen Firma aus. Bevor er in die Politik ging, kämpfte er außerdem als Mixed-Martial-Arts-Sportler und blieb laut eigenen Angaben in seiner kurzen Profikarriere ungeschlagen. Nun verfügt Trumps Kabinett über einen neuen Kämpfer.  © J. Scott Applewhite/dpa
Der 44 Jahre alte Lee Zeldin
Lee Zeldin ist neuer Direktor der Umweltschutzbehörde. Trump selbst glaubt nicht an den menschengemachten Klimawandel. Zeldins Aufgabe soll also weniger der Schutz der Umwelt sein. Stattdessen soll der Ex-Abgeordnete laut Trump „für faire und rasche Deregulierung sorgen“. Zeldin bedankte sich für den Posten bei seinem neuen Chef via X und kündigte an, „amerikanische Arbeitsplätze zurückzubringen“. © IMAGO/Matt Bishop/imageSPACE
Russel Vought nennt sich selbst einen „christlichen Nationalisten“.
Russell Vought nennt sich selbst einen „christlichen Nationalisten“. Erfahrungen hat er bereits als Regierungsbeamter in der ersten Administration von Donald Trump sammeln können. Vought war einer der Autoren des „Project 2025“ und gilt als Hardliner in Sachen Grenz- und Einwanderungspolitik. In der neuen Administration von Donald Trump hat er die Leitung des Büros für Management und Haushalt übernommen. © Michael Brochstein/imago
Tulsi Gabbard war einst Abgeordnete der Demokraten
Tulsi Gabbard war einst Abgeordnete der Demokraten und vertrat den Bundesstaat Hawaii von 2013 bis 2022 im Repräsentantenhaus. 2020 kandidierte sie bei den Vorwahlen der Demokrate. 2022 brach sie mit ihrer Partei und erklärte sich für unabhängig. In den Folgejahren näherte sie sich immer mehr den Republikanern an, bis sie sich vor der US-Wahl 2024 öffentlich für Donald Trump aussprach. Der dankte es der 43 Jahre alte Politikerin jetzt mit einem Amt in seinem Kabinett. Gabbard ist neue Direktorin der Geheimdienste. „Seit über zwei Jahrzehnten kämpft Tulsi Gabbard für unser Land und die Freiheiten aller Amerikaner“, sagte Donald Trump in einem Statement. © Marco Garcia/dpa
John ratcliffe
John Ratcliffe führt seit Ende Januar den Auslandsgeheimdienst der USA. Der ehemalige Kongressabgeordnete aus Texas gilt als enger Vertrauter von Trump. Ratcliffe war zuvor Co-Vorsitzender einer konservativen Denkfabrik. In der ersten Amtszeit des Republikaners war der neue CIA-Direktor als Geheimdienstkoordinator tätig. Die Demokraten warfen Ratcliffe damals unter anderem vor, seine Position für politische Zwecke zu missbrauchen. © Jemal Countess/AFP
Jamieson Greer
Jamieson Greer ist der neue US-Handelsbeauftragte – eine Schlüsselrolle angesichts von Trumps Vorliebe, hohe Zölle auf ausländische Produkte zu verhängen. Historisch habe der US-Handelsbeauftragte nicht im Rampenlicht der Öffentlichkeit gestanden, schreibt die „New York Times“. Unter Trump habe die Rolle aber erheblich an Bedeutung gewonnen.  © Imago
Kelly loeffler
Neue Direktorin der Mittelstandsbehörde ist Kelly Loeffler. Die frühere Senatorin verlor im Januar 2021 die Stichwahl um den Sitz im US-Senat – trotz massiver Unterstützung von Donald Trump. Loeffler ist seit 2004 mit Jeffrey Sprecher, dem Vorsitzenden der New York Stock Exchange, verheiratet. © Imago
Susie Wiles, Spitzname „Ice Lady“, wird unter Donald Trump Stabschefin im Weißen Haus
Ebenfalls dabei ist Susie Wiles. Die sogenannte „Ice Lady“ ist Donald Trumps Stabschefin im Weißen Haus und damit die erste Frau auf dieser Position. Die 67 Jahre alte Politikberaterin leitete den Wahlkampf Trumps bei der US-Wahl 2024. In ihrer neuen Funktion wird sie vor allem dafür zuständig sein, zu regeln, wer Zugang zum künftigen Präsidenten erhält. Doch Wiles hat auf einem wahren Schleudersitz Platz genommen. In seinen ersten vier Jahren Regierungszeit benötigte Trump ganze vier Stabschefs. © Alex Brandon/dpa
Elise Stefanik wird die Vereinigten Staaten von Amerika unter der zweiten Regierung von Donald Trump als Botschafterin bei den Vereinten Nationen vertreten
Elise Stefanik sollte die USA eigentlich als Botschafterin bei den Vereinten Nationen vertreten. Doch Donald Trump hat seine Nominierung Ende März überraschend zurückgezogen. Zur Begründung erklärte er, er wolle nicht riskieren, dass Stefaniks Mandat im Kongress bei einer Nachwahl an die Demokraten falle. Stefanik ist eine loyale Verbündete Trumps. 2014 war sie mit damals 30 Jahren die jüngste Frau, die ins Repräsentantenhaus gewählt wurde. Einst zählte sie zu den eher moderateren Mitgliedern der Partei. Davon kann jetzt keine Rede mehr sein.  © Annabelle Gordon/Imago

Streit um Veröffentlichung: Trump, Bondi und die zerrissene MAGA-Basis

Die Reaktionen in Trumps eigener republikanischen Partei und Basis sind heftig, wie unter anderem die New York Times berichtet. Während Trump auf Truth Social seine Generalstaatsanwältin Bondi demonstrativ in Schutz nimmt – „Lasst Pam Bondi ihre Arbeit machen – sie ist großartig!“ – tobt in konservativen Kreisen ein offener Machtkampf. In Tampa, Florida, bei einem Treffen der rechten Organisation Turning Point USA, forderten Teilnehmer lautstark Bondis Entlassung. „Trump, wir haben dich gewählt, weil du anders sein solltest – beweise es!“, zitiert NBC News eine 24-jährige Teilnehmerin.

Auch Trumps langjährige Unterstützer wenden sich gegen ihn. Ex-Abgeordneter Anthony Sabatini nannte Trumps Auftritt, ebenfalls gemäß NBC News, „abgehoben“: „Trump verliert den Bezug.“ Die Loyalität innerhalb des Trump-Lagers gerät ins Wanken. FBI-Direktor Kash Patel und dessen Stellvertreter Dan Bongino, beide zuvor glühende Verfechter von Epstein-Verschwörungstheorien, gelten mittlerweile als Kritiker von Bondi. Bongino, so berichten US-Medien, habe nach einem offenen Streit mit Bondi über deren Umgang mit den Epstein-Dokumenten sogar mit Rücktritt gedroht.

Jeffrey Epstein und Donald Trump bei einer Veranstaltung in früheren Jahren (links). Rechts: US-Justizministerin Pam Bondi, die im aktuellen Skandal um die „Epstein-Akten“ im Zentrum der politischen Debatte steht.

Elon Musk: „Ein System, in dem Täter nie belangt werden“

Noch deutlicher wurde Elon Musk: Der Tech-Milliardär und Ex-Trump-Berater forderte öffentlich die vollständige Veröffentlichung der Epstein-Dateien. „Was ist das für ein System, in dem Tausende Kinder missbraucht werden, die Regierung Beweise hat – und keiner der Täter wird angeklagt?“, schrieb Musk auf seiner Social-Media-Plattform X.

Derweil ist weiter unklar, was auf den von der Polizei sichergestellten Festplatten und USB-Sticks aus Epsteins New Yorker Anwesen gespeichert ist. „Was sich darauf befindet, wissen wir bis heute nicht“, sagte Dave Aronberg, Ex-Staatsanwalt in Palm Beach County, am Wochenende im US-Fernsehen, wie das Portal Raw Story bemerkt. „Ich glaube, es gibt viele Bilder und Hinweise auf verschiedene Personen. Vielleicht glaubt das Justizministerium, es reicht nicht für eine Anklage.“

Zentrale Ereignisse im Epstein-Trump-Skandal

DatumEreignis
2008Epstein schließt Deal mit Staatsanwaltschaft, erhält milde Haftstrafe
6. Juli 2019Epstein wird erneut verhaftet, neue Anklagen wegen Menschenhandels
10. August 2019Epstein stirbt im Gefängnis, offiziell Suizid
12. August 2019FBI durchsucht Epsteins Anwesen auf Little Saint James
2019–2023Zahlreiche Ermittlungen und Untersuchungen zu den Todesumständen, Justizskandal
Juni 2023Justizministerium bestätigt offiziell Suizid, schließt Fremdverschulden aus
Februar 2025Pam Bondi spricht öffentlich von „Klientenliste auf ihrem Schreibtisch“
Juli 2025FBI und Justizministerium bekräftigen erneut: Keine Klientenliste, kein Fremdverschulden
Juli 2025Journalist Michael Wolff erklärt, Epstein-Tapes seien „zu brisant“ für Veröffentlichung
Juli 2025Offener Streit in Trumps Basis über Akten, Trump verteidigt Bondi öffentlich

US-Justizministerium: Keine „Klientenliste“, Fall Epstein offiziell geschlossen

Das US-Justizministerium und das FBI erklärten am Wochenende erneut, der Fall Epstein sei offiziell abgeschlossen, es gebe keine neue Beweislast gegen prominente Dritte. Bereits in den Monaten zuvor hatten Trump und führende Republikaner immer wieder angekündigt, sämtliche Epstein-Dokumente „ohne Ausnahme“ offenzulegen – was nun durch die Stellungnahme des Ministeriums faktisch revidiert wurde, schreibt die Washington Post. Die Entscheidung löste in Trumps Basis einen Sturm der Entrüstung aus, zahlreiche rechte Meinungsmacher und Influencer sprechen offen von Vertuschung und drohen mit politischen Konsequenzen.

Steve Bannon, Trumps langjähriger Weggefährte, forderte gemäß NBC News die Einsetzung eines unabhängigen Sonderermittlers für den Epstein-Komplex: „Epstein ist der Schlüssel, der so viele Türen aufschließt – zu Individuen, aber auch Institutionen und Regierungen.“

Die „Epstein-Bänder“ als Gefahr für Trump

Wolffs zurückgehaltene Aufnahmen und die wachsende Ungeduld konservativer Kreise verdeutlichen die politische Sprengkraft des Falls. Ein hoher Trump-Mitarbeiter sagte dem Magazin Rolling Stone: „Er macht es seinen treuesten Anhängern verdammt schwer, nicht zu glauben, dass sein Name tatsächlich in den Epstein-Files steht.“

Wolff selbst nennt die Freundschaft zwischen Trump und Epstein „eine der zentralen Geschichten unserer Zeit“. Die Tatsache, dass sich bislang kein Verlag traue, seine Bänder zu veröffentlichen, mache ihn fassungslos: „Ich kann nicht glauben, dass niemand diese Geschichte erzählen will, nicht einmal aus kommerziellen Gründen.“

Die innerparteiliche Krise im Trump-Lager hält an. Trumps verzweifelte Appelle zur Geschlossenheit verpuffen bislang wirkungslos. Die von Medien und Wolff beschriebenen Tondokumente über das Verhältnis zwischen Trump und Epstein könnten zum größten Risiko für die politische Zukunft des Präsidenten werden – sofern sie je veröffentlicht werden.

Rubriklistenbild: © Foto links: IMAGO / UPI Photo | Foto rechts: X (Screenshot)/@ChrisDJackson

Kommentare