Schlag gegen IS

Erdogan: Türkischer Geheimdienst hat mutmaßlichen IS-Anführer in Syrien getötet

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Offenbar hat der türkische Geheimdienst MIT den Anführer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), Abu Hussein al-Kuraschi, in Syrien getötet. Das teilte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan mit.

Ankara - Der mutmaßliche Anführer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) ist nach Angaben des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan bei einem Einsatz des türkischen Geheimdienst in Syrien getötet worden. Der türkische Geheimdienst MIT habe den „mutmaßlichen“ IS-Anführer Abu Hussein al-Kuraschi am Samstag in Syrien „neutralisiert“, sagte Erdogan am Sonntag in einem Fernsehinterview. Die türkischen Geheimdienste hätten seine Spur „seit langem“ verfolgt, fügte er hinzu. Der IS hatte Ende November den Tod seines damaligen Anführers Abu Hassan al-Haschimi al-Kuraschi verkündet und Abu Hussein al-Kuraschi zum neuen „Kalifen“ ernannt.

IS-Anführer versteckte sich in einem Bauernhaus

Wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP in Nordsyrien berichtete, hatten der türkische Geheimdienst und die von der Türkei unterstützte örtliche Miliz am Samstag ein Gebiet nahe der Stadt Dschindires in der Region Afrin abgeriegelt. Von AFP befragte Anwohner berichteten von einem Einsatz in einem verlassenen Bauernhaus, das einst als islamische Schule genutzt wurde. Das türkische Militär hat seit 2018 Teile in der Region, wie etwa das kurdische Afrin, bestezt, und kontrollierte mit dschihadistischen Gruppen weite Teile in der Region.

USA haben mehrfach IS-Anführer angegriffen

In der Vergangenheit hatte die US-Armee mehrfach Anführer des IS angegriffen. Mitte April gab sie einen Luftangriff gegen einen ranghohen IS-Anführer im Norden Syriens bekannt. Der Mann habe Anschläge in Europa und im Nahen Osten geplant und sei bei dem Einsatz „wahrscheinlich“ getötet worden. Es handele sich um Abdel Hadi Mahmud al-Hadschi Ali, teilte das Zentralkommando der US-Armee für den Nahen Osten mit.

Laut Präsident Recep Tayyip Erdogan soll der türkische Geheimdienst MIT IS-Anführer Abu Hussein al-Kuraschi in Syrien getötet haben.

Der IS hatte 2014 große Teile Syriens und des Irak unter seine Kontrolle gebracht, diese Gebiete aber nach und nach unter dem militärischen Druck einer US-geführten Koalition wieder verloren. Vor allem waren es kurdische Kräfte, die am Boden die Terrormiliz bekämpften. Rund 10.000 ihre Kämpfer sollen dabei umgekommen sein. In der Vergangenheit hatte die Türkei immer wieder kurdisch Städte und Dörfer in Nordostsyrien angegriffen. Eine Besatzung weiterer Teile durch türkische Truppen konnte jedoch vor allem am Widerstand Russlands und der USA verhindert werden. (erpe/AFP)

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