Öko-logisch

Erfolg der Energiewende: Mit dem EEG wurde ein Boom ausgelöst

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Der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromproduktion ist auf rund 50 Prozent gestiegen.
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Der Streit über das Gebäudeenergiegesetz war ätzend. Doch es hat sich schon viel getan - dass einmal die Hälfte des Stroms aus Erneuerbaren kommen würde, schien früher einigen unmöglich.

Der Streit über das Gebäudeenergiegesetz war wirklich ätzend. Ein echter Abturner. Da tut es gut, auch einmal die Erfolge der Energiewende hervorzuheben. Solche Transformationen dauern lange. Ausgangspunkt waren die Anti-Atom-Bewegung und 1980 die legendäre Studie des Öko-Instituts: „Die Energiewende – Wachstum und Wohlstand ohne Erdöl und Uran.“ So richtig in Gang kam die Energiewende erst nach dem AKW-Gau in Tschernobyl (1986), dem Strom-Einspeisegesetz (1990), dem 100 000-Dächer-Programm zur Förderung der Photovoltaik (1999), dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und dem ersten AKW-Ausstiegsbeschluss (beide im Jahr 2000).

Deutschland ist damit aus der Atomenergie ausgestiegen. Der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromproduktion ist auf rund 50 Prozent gestiegen. Zur Erinnerung: 1993 schalteten die deutschen Energieversorger große Anzeigen, auf denen es hieß: „Regenerative Energien wie Sonne, Wasser oder Wind können auch langfristig nicht mehr als vier Prozent unseres Strombedarfs decken“. Mit dem EEG wurde zuerst in Deutschland und dann weltweit bei Photovoltaik und Windenergie ein Boom ausgelöst, verbunden mit einer Kostensenkung von rund 90 Prozent. Das EEG war das größte entwicklungspolitische Geschenk Deutschlands an die Welt. Weiter gab es eine Vielzahl technologischer Entwicklungen: Passivhäuser, Plusenergiehäuser, Blockheizkraftwerke, Brennstoffzellen, Wärmepumpen, sowie hocheffiziente LED und Elektrogeräte, deren Entwicklung durch die EU-Ökodesign-Richtlinie gepuscht wurde. Einen Boom gab es auch bei den E-Bikes. Und mit dem 49-Euro-Ticket ist es endlich möglich, den öffentlichen Nahverkehr überregional und in allen Städten nutzen zu können.

Mit dem Umstieg auf E-Autos, verbunden mit einer deutlichen Kostensenkung und Reichweitensteigerung bei den Batterien, ist die Grundlage für den Antriebswechsel geschaffen: Verbrennermotoren sind ab 2035 nicht mehr zugelassen. Richtig gut wird diese Entwicklung natürlich nur mit 100 Prozent Ökostrom und insgesamt weniger Autos. Das leitet zu den Schattenseiten der Entwicklung über. Leider dauert das alles viel zu lange. Selbst die zu wenig anspruchsvollen deutschen Klimaziele werden nicht eingehalten. Für Klimaschutz-Innovationen gibt es in Deutschland offenbar ein Tempolimit.

Rainer Grießhammer ist Vorstand der Stiftung Zukunftserbe.

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