Kommentar

Es gibt eine Gerechtigkeit: Cameron darf die Brexit-Suppe auslöffeln

  • schließen

Häme in Brüssel ist absolut gerechtfertigt, wenn der ehemalige britische Premierminister Cameron Außenminister in der Regierung Sunak wird.

David Cameron kehrt zurück aus dem profitablen Polittalk-Ruhestand und übernimmt das Außenministerium der Regierung seiner Majestät. Das Geschrei darob ist groß: Der Hauptverantwortliche für die desaströse britische Politik seit dem Brexit-Referendum 2016 und für eine unmenschliche Sparpolitik in den Jahren zuvor kehrt zurück!

„Poetic Justice“ – David Cameron muss die Brexit-Suppe auslöffeln

Aber gemach: Es gibt im Englischen das schöne Wort von der „poetic justice“. Das meint den viel zu oft fiktionalen Umstand, dass die Bösen irgendwann doch noch mal dran glauben. Und so kann man das sehen, wenn Brexit-Premier Nummer vier, Rishi Sunak, den Brexit-Verursacher ins Kabinett holt. Nun darf Cameron die Suppe auslöffeln, die er Europa eingebrockt hat. Häme in Brüssel ist absolut gerechtfertigt. Aber Cameron wird kaum einen schlechteren Job machen als der Grüßaugust James Cleverly, der ins Innenministerium wechselt.

Der ehemalige britische Premierminister David Cameron wird überraschend Außenminister. Er war von 2010 bis 2016 Regierungschef. (James Manning/dpa)

Nächste Runde im Tory-Bürgerkrieg

Cleverly statt der entfesselten Hetzerin Suella Braverman wird im Home Office vielleicht pragmatischere Ruhe einkehren lassen. Schlecht wäre das nicht. Aber Ruhe für Sunak bedeutet das nicht: Dem als Fliegengewicht verschrienen Premier gehen im Feuerschweif der nur für den Augenblick gebannten Braverman noch andere Minister flöten. Die nächste Runde im Tory-Bürgerkrieg in Großbritannien steht an.

Rubriklistenbild: © James Manning/dpa

Kommentare