Situation spitzt sich zu

Esken Richtung Abstellgleis geschoben – SPD-Landesverband betont Nominierung von zwei Frauen

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Im Anschluss an die Wahlpleite der SPD geriet Esken in die Kritik. Nach verbalen Angriffen aus dem eigenen Landesvorstand wurde sie nicht mehr für eine weitere Amtszeit im Bundesvorstand vorgeschlagen.

Stuttgart - Kurz vor Arbeitsbeginn der neuen Regierung unter dem designierten Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat der Koalitionspartner der Union noch mit sich selbst zu tun. Während die CDU/CSU bereits ihre Minister verkündet hat, wird in der SPD noch über den Koalitionsvertrag abgestimmt.

Ärger um Saskia Esken bei der SPD in Baden-Württemberg

Darüber hinaus brodelt es in der Partei rund um die Vorsitzende Saskia Esken. Von ihrem Landesverband in Baden-Württemberg wurde sie nämlich nicht mehr für den Bundesvorstand nominiert, wie der Spiegel berichtet. Eine Entscheidung, die darauf beruhen soll, dass sie sich selbst offenbar nicht mehr um eine Nominierung bemüht hatte. Laut dem Magazin will Esken zunächst das Mitgliedervotum abwarten, bevor es darum gehen soll, wie es mit ihr und ihrem Co-Parteichef Lars Klingbeil weitergeht.

Dennoch hat dieser Entschluss einen bitteren Beigeschmack, nachdem Esken vorher von Sascha Binder (SPD), Generalsekretär des eigenen Parteilandesvorstands, als für eine politische Führungsposition ungeeignet abgestempelt wurde. Auch aus Bochum haben Parteigenossen ihren Rückzug gefordert. Parteifreundin Leni Breymaier (SPD) stärkte Esken dagegen den Rücken und sprach bei der parteiinternen Kritik von Sexismus.

Die Zukunft von Saskia Esken (SPD) ist offen.

Am Montagabend (28. April) hatte der Landesvorstand der SPD in Baden-Württemberg seine Kandidaten für den Bundesvorstand der Partei nominiert. Statt Esken nominierte der Landesverband erneut seinen Vorsitzenden Andreas Stoch, der bereits von 2019 bis 2023 im Bundesvorstand der Partei war. Gegenüber dem Spiegel äußert Stoch, die SPD gehe „mit einem starken Personalangebot“ in den Bundestag, was „zur erfolgreichen Neuaufstellung der Partei“ beitragen soll.

Mit Stoch setzt die Partei unter anderem auf einen etablierten Politiker, der bei der Landtagswahl 2021 als Spitzenkandidat der Sozialdemokraten ins Rennen ging. Bei der Wahl erzielte die Partei mit 11 Prozent ihr schlechtestes Wahlergebnis seit Bestehen des Bundeslandes.

Neben Stoch setzt SPD-Landesvorstand auf zwei Frauen aus Baden-Württemberg

Die SPD in Baden-Württemberg betonte derweil, auch ohne Esken auf zwei Frauen zu setzen. Neben Stoch tauchen nämlich zwei Vertreterinnen auf der Nominiertenliste auf. Erstere ist die Mannheimer Isabell Cademartori, die bereits das zweite Mal mit einem Direktmandat für die SPD in den Bundestag einzieht.

Zweitere ist Katja Mast, die Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundesfraktion. Mit Mast haben die Sozialdemokraten eine erfahrene Politikerin aufgestellt, die seit 2005 Bundestagsabgeordnete ist. Damit habe man laut der stellvertretenden Landesvorsitzenden Dorothea Kliche-Behnke „zwei überzeugende Bewerberinnen für den Parteivorstand nominiert“. Ferner merkt sie an, die SPD-Baden-Württemberg habe „viele fähige Frauen und fördert sie aktiv.“

Die Nominierungen seien einstimmig beschlossen worden. Um im Bundesvorstand der SPD einzuziehen, ist Esken übrigens nicht auf ihren Landesverband angewiesen. Das Parteipräsidium könnte sie ebenfalls für eine Wiederwahl als Parteichefin nominieren. Allerdings gilt sie in der SPD als umstritten, sodass ihre Zukunft als Parteichefin mehr als fraglich ist.

Rubriklistenbild: © IMAGO/dts Nachrichtenagentur

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