Ukraine-Krieg

EU-Beitritt der Ukraine: Präsident Selenskyj sieht sein Land bereits in der EU

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Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, spricht. Er sieht sein Land bereits in der EU (Archivbild)
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Die Ukraine könnte diese Woche zum EU-Beitrittskandidaten werden. Selenskyj sieht sein Land längst als Teil von Europa und gibt sich zuversichtlich.

Kiew – Für die Ukraine ist gerade eine spannende Woche angesprochen: Nachdem die EU-Kommission vor wenigen Tagen grünes Licht für Kiew gegeben und den EU-Beitrittsstatus für die Ukraine empfohlen hat, entscheiden die 27 EU-Staaten m Donnerstag über die konkrete Beitrittsperspektive für das Land. Die Ukraine hatte kurz nach der Invasion von Wladimir Putin offiziell den Antrag auf Aufnahme gestellt. Wenige Tage vor der entscheidenden Abstimmung in Brüssel hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nun bekräftigt, dass die Ukraine seiner Meinung nach bereits zu Europa gehört.

EU-Beitritt der Ukraine: Land sei bereits Teil eines vereinten europäischen Werteraums

Die Ukraine würde schon Teil eines vereinten europäischen Werteraums sein, so Selenskyj. Das würde das Land jeden Tag unter Beweis stellen. Russland sei sehr nervös wegen der Bestrebungen der Ukraine, der EU beizutreten. Gegen den Beschuss und „brutale“ Angriffe im Osten und Süden der Ukraine könne man nur auf dem Schlachtfeld vorgehen, sagte Selenskyj. Derweil steht die Ukraine vor einem möglichen EU-Beitritt vor einem großen Korruptionsproblem.

Nachdem Russland die Ukraine Ende Februar angegriffen hatte, befindet sich das Land in anhaltenden Kämpfen, die sich derzeit besonders auf die östlichen Landesteile konzentrieren. Unter anderem Deutschland hatte dem Land die Lieferungen schwerer Waffen zugesagt, um gegen die Aggressoren bestehen zu können. Während Wladimir Putins Armee anfangs wohl auf eine schnelle Eroberung gesetzt hat, scheint der Vormarsch inzwischen ausgebremst. Die russischen Streitkräfte setzen offenbar auf den Einsatz von schwerer Artillerie, um die Moral der Gegner zu brechen.

Ukraine-Krieg: Ukraine steht vor möglichem EU-Beitritt

Am vergangenen Freitag hatte die EU-Kommission empfohlen, die Ukraine und Moldau zu Kandidaten für den Beitritt zur Europäischen Union zu ernennen. Im Interview mit kreiszeitung.de sprach sich auch Anton Hofreiter vor einigen Tagen für einen EU-Kandidatenstatus aus. Inmitten des Ukraine-Kriegs hatte Russlands Präsident Putin die Entscheidung mit wenig Regung zur Kenntnis genommen und betont, dass es sich bei der EU nicht um ein Militärbündnis handeln würde. Dennoch: Auch die Europäische Union schreibt seinen Mitgliedern vor, wie sie sich im Falle eines Angriffs verhalten müssen. Die Beistandsklausel wurde 2009 in Artikel 42 Absatz 7 des Vertrags über die Europäische Union (EUV) festgehalten.

Im Falle eines „bewaffneten Angriffs auf das Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats“ sind EU-Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, den Mitgliedstaat zu unterstützen. Bis die Ukraine aber EU-Mitglied werden kann, ist es noch ein weiter Weg. Das weiß auch Selenskyj. Unermüdlich versucht er weiterhin auf das Leid der Ukrainer aufmerksam zu machen und so internationale Hilfe zu mobilisieren. Doch je länger der Krieg dauere, desto schwieriger werde es, „um die Aufmerksamkeit von Hunderten Millionen Menschen in verschiedenen Ländern zu konkurrieren“, sagte Selenskyj. 

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