Kein Wort über Putin

Ukraine: Altkanzler Schröder begründet Krieg mit „politischem Versagen“ - Putin erwähnt er mit keinem Wort

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In der Türkei äußerte sich Altkanzler Gerhard Schröder zum Ukraine-Krieg. Er macht die Ursache des Konfliktes an einer fehlenden Sicherheitsarchitektur fest.

Ankara - Bei einer Konferenz in der Türkei hat sich Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) zum Krieg in der Ukraine geäußert. Als langjähriger Freund Wladimir Putins gerät Gerhard Schröder immer stärker in die Kritik. In seiner auf englisch gehaltenen Rede macht er die Ursache des Ukraine-Konflikts am politischen Versagen des Westens fest.

Ukraine-Krieg: Gerhard Schröder äußert sich zum Konflikt

„Wir haben noch keine Sicherheitsarchitektur erstellt, die die veränderte Situation nach dem Fall der Berliner Mauer miteinbezieht; das Verhältnis zwischen Russland und den USA. Und der Krieg in der Ukraine ist eine Konsequenz aus diesem politischen Versagen.“

Die Rolle von Russlands Präsidenten Wladimir Putin im Ukraine-Krieg hingegen erwähnt Schröder in seiner Rede nicht. Vielmehr spricht der 77-Jährige von den Herausforderungen für Europa in Folge des Konflikts. Europa müsse mehr Verantwortung für seine eigene Sicherheit übernehmen. Allerdings sollte sich Europa dabei „nicht ausschließlich auf die militärische Ebene beziehen“.

Kritik an Schröder wegen dessen Russland-Verbindungen

Der CDU-Politiker Michael Brand hatte bereits am Montag (21. März) auf Sanktionen gegen Altkanzler Gerhard Schröder wegen dessen Russland-Verbindungen gedrängt. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) müsse dafür sorgen, dass „auch Schröder sanktioniert wird, der von Putin höchstpersönlich in führende Positionen im russischen Energiesektor platziert wurde und der hunderttausende Euro dafür kassiert, die Interessen des Kriegstreibers Putin zu vertreten“, sagte der menschenrechtspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion dem Tagesspiegel.

Schröder gilt als langjähriger Freund des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er ist zudem Aufsichtsratschef beim staatlichen russischen Energiekonzern Rosneft. Infolge des Angriffs Russlands auf die Ukraine geriet der Altkanzler immer stärker in die Kritik. Zwar hatte er die Regierung in Moskau aufgefordert, den Krieg schnellstmöglich zu beenden. Von persönlichen Konsequenzen war aber nicht die Rede. (jsch)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld

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