Bei einem Sondertreffen am Mittwoch haben die EU-Außenminister aufgrund der Teilmobilisierung Russlands die Verhängung neuer Sanktionen erörtert.
New York in den USA - "Wir werden neue restriktive Maßnahmen prüfen, wir werden sie verabschieden", sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell Journalisten nach dem Treffen am Rande der UN-Vollversammlung in New York. Eine endgültige Entscheidung müsse jedoch bei einer formellen Sitzung getroffen werden, fügte er hinzu.
Borrell deutete an, dass neue Sanktionen sich sowohl gegen Einzelpersonen als auch auf bestimmte Branchen beziehen würden.
Putin hatte am Mittwochmorgen in einer Fernsehansprache die Teilmobilmachung der Russen im wehrfähigen Alter angekündigt. Nach Angaben von Verteidigungsminister Sergej Schoigu sollen 300.000 Reservisten die russischen und separatistischen Kräfte im Süden und Osten der Ukraine verstärken. Die Teilmobilmachung wurde von westlichen Staaten scharf kritisiert.
Borrell und Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) werden am Donnerstag an einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats zum Ukraine-Krieg teilnehmen. ma
Ukraine verkündet Austausch von 215 Kriegsgefangenen
Die Ukraine hat am Mittwoch den größten Gefangenenaustausch mit Russland seit Beginn des Krieges Ende Februar verkündet. "Wir haben es geschafft, 215 Menschen zu befreien", sagte der Leiter des ukrainischen Präsidialamts, Andrij Jermak, im Fernsehen. Wie Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner täglichen Ansprache mitteilte, habe Russland im Austausch 55 Gefangene erhalten, darunter Wiktor Medwedtschuk, ein ehemaliger ukrainischer Abgeordneter und Verbündeter von Russlands Präsident Wladimir Putin.
Laut Selenskyj waren unter den Freigelassenen auch Militärbefehlshaber, die an der Verteidigung des Asow-Stahlwerks in der südukrainischen Hafenstadt Mariupol beteiligt waren.Sie seien in einer lange vorbereiteten Aktion in die Türkei gebracht worden. Die Freigelassenen würden "in vollständiger Sicherheit" bis zum Ende des Krieges dort bleiben, erläuterte Selenskyj.
Zuvor waren zehn Kriegsgefangene aus fünf Ländern aus Russland nach Saud-Arabien gebracht worden. Fünf der Freigelassenen stammen aus Großbritannien, zwei aus den USA und jeweils einer aus Schweden, Kroatien und Marokko.
Am Dienstag hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan im US-Fernsehen gesagt, Russland und die Ukraine hätten sich auf den Austausch von 200 Gefangenen geeinigt. Erdogan bezeichnete die Gefangenen als "Geiseln", nannte sonst aber keine Einzelheiten. Bin Salman hatte sich laut Berichten saudiarabischer Staatsmedien am Dienstag mit einem Sondergesandten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj getroffen. ma/