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Die Europawahl 2024 steht kurz bevor. Die Niederlande haben 31 Sitze im Parlament inne. Hier finden Sie die aktuellen Umfragen und Prognosen.
Den Haag – Am 6. Juni findet in den Niederlanden die Wahl zum Europäischen Parlament statt. Sie ist Teil der EU-weiten Europawahl 2024. Das Europäische Parlament besteht diesmal aus 720 Sitzen. Das sind 15 mehr als im ausgehenden Parlament, aber 31 weniger als vor dem Austritt des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union. Die Niederlande haben 31 Sitze inne.
Aktuelle Umfragen zur Europawahl 2024 in den Niederlanden: Wahltrend
Den Niederlanden steht bei der EU-Parlamentswahl ein Rechtsruck bevor. Aktuellen Umfragen zufolge sieht es ganz danach aus, als sollte die PVV des islam- und europafeindlichen Rechtspopulisten Geert Wilders nach seinem Erfolg bei der Parlamentswahl im November 2023 auch bei der Europawahl die stärkste Kraft werden.
Die PVV, die bei der Europawahl 2019 keinen einzigen Sitz gewonnen hatte, ist Teil der europäischen Partei Identität und Demokratie, zu der auch die französische Partei Rassemblement National zählt. Dagegen ist die AfD nach dem Eklat um ihren Spitzenkandidaten Maximilian Krah aus der ID-Fraktion ausgeschlossen worden.
| Partei | Wahltrend in % |
|---|---|
| PVV | 23,0 |
| PvdA/GL | 19,3 |
| VVD | 10,9 |
| D66 | 7,1 |
| Volt | 5,9 |
(Quelle: PolitPro)
Umfragen vor der Europawahl sprechen in den Niederlanden für Wilders
Unterdessen ist Wilders vom Ziel eines EU-Ausstiegs seines Landes abgerückt. In dem Programm seiner PVV-Partei für die Europawahl ist von einem sogenannten „Nexit“ nicht mehr die Rede. Im Wahlprogramm für die vorgezogene Parlamentswahl hatte die Partei noch versprochen, „ein rechtlich bindenden Volksentscheid über einen Nexit“ abzuhalten.
Das PVV-Programm für die Europawahl bleibt jedoch zutiefst EU-skeptisch und rechtspopulistisch. „Wir entscheiden selber, ob wir Fleisch essen, Flugzeuge nehmen oder Verbrenner fahren, nicht Brüssel“, heißt es darin unter anderem. „Wir wollen keinen europäischen Superstaat (…), wir tun alles, um die EU von innen zu verändern“, heißt es weiter.
Die EU-Umweltbestimmungen glichen einem „echten Tsunami“. Es sei in Ordnung, mit anderen Staaten zusammenzuarbeiten, „aber wir müssen dabei unsere Souveränität und unsere Identität wahren“, erklärte die Partei, die den aktuellen Umfragen zufolge wohl auch die Europawahl in den Niederlanden gewinnen dürfte. (cs/AFP)
Rubriklistenbild: © Phil Nijhuis/AFP

