Scherz bei Pressekonferenz

Söder reagiert unerwartet auf Frage nach Kanzlerkandidatur – „Verstehe Sie gar nicht“

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Wer machts? Friedrich Merz (l., CDU) gilt als wahrscheinlicher Kanzlerkandidat der Union, doch im Hintergrund könnte immer noch CSU-Chef Markus Söder lauern.
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Merz und Söder präsentierten das Europawahlprogramm von CDU und CSU. Die nächste Bundestagswahl und der Kanzlerkandidat der Union waren aber auch Thema.

Berlin – Die Union verabschiedete am Montag (11. März) in Berlin ihr Programm für die Europawahl – und wurde selbst hierbei von der „K-Frage“ nicht verschont. Auf die Frage eines Journalisten, ob der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz schon als Kanzlerkandidat feststünde, hatte CSU-Chef Markus Söder (mal wieder) einen Konter parat.

Die K-Frage, sei doch gelöst, scherzte Söder: „Ursula von der Leyen soll wieder Kommissionspräsidentin werden.“ Dabei betonte Bayerns Ministerpräsident das „K“ in „Kommissionspräsidentin“. Für den Fall eines vorzeitigen Bruchs der Ampel-Koalition gilt Merz als natürlicher Kandidat der Union. Doch neben Merz werden besonders Söder sowie dem NRW-Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (CDU) Kanzler-Ambitionen nachgesagt.

Merz‘ kürzliche Aussage, er fühle sich „fit“ für die Kanzlerkandidatur, habe gereicht, „um alle (Schein-)Debatten über die Ersatzkandidaten Wüst oder Söder zu beenden“, kommentierte zum Beispiel der Münchner Merkur. Die Entscheidung soll aber erst nach den Wahlen in Ostdeutschland im September fallen.

Bayerns Ministerpräsidenten seit 1945

Bundeskanzler Konrad Adenauer (mit Zylinder, CDU), Bundesratspräsident Karl Arnold (l, CDU) und Fritz Schäffer (r, CSU) bei der feierlichen Eröffnungssitzung des Deutschen Bundestages am 07.09.1949 in Bonn.
28. Mai 1945 – 28. September 1945: Fritz Schäffer (r, CSU) mit Konrad Adenauer (mit Zylinder, CDU), Bundesratspräsident Karl Arnold (l, CDU) bei der feierlichen Eröffnungssitzung des Deutschen Bundestages am 07.09.1949 in Bonn. © dpa
28. September 1945 – 21. Dezember 1946: Wilhelm Hoegner (SPD), ernannt durch die USA.
28. September 1945 – 21. Dezember 1946 (erste Amtszeit): Wilhelm Hoegner (SPD), ernannt durch die USA. © IMAGO/Rolf Poss
21. Dezember 1946 –
 14. Dezember 1954: Hans Ehard (CSU) mit Ehefrau Sieglinde.
21. Dezember 1946 – 14. Dezember 1954: Hans Ehard (CSU) mit Ehefrau Sieglinde. © IMAGO
14. Dezember 1954 – 16. Oktober 1957 (zweite Amtszeit): Wilhelm Hoenger (SPD) trat nach Verlust der Mehrheit im Landtag zurück.
14. Dezember 1954 – 16. Oktober 1957 (zweite Amtszeit): Wilhelm Hoenger (SPD) trat nach Verlust der Mehrheit im Landtag zurück. © IMAGO
16. Oktober 1957 – 26. Januar 1960: Hanns Seidel (CSU) überreicht General Lauris Norstad den Bayerischen Lowen.
16. Oktober 1957 – 26. Januar 1960: Hanns Seidel (CSU) überreicht General Lauris Norstad den Bayerischen Lowen. © IMAGO
26. Januar 1960 – 11. Dezember 1962 (zweite Amtszeit): Hans Erhard (CSU).
26. Januar 1960 – 11. Dezember 1962 (zweite Amtszeit): Hans Erhard (CSU). © IMAGO
11. Dezember 1962 – 7. November 1978: Ministerpräsident Alfons Goppel und Parteivorsitzender Franz Josef Strauß (beide CSU).
11. Dezember 1962 – 7. November 1978: Ministerpräsident Alfons Goppel, der aus Altersgründen zurücktrat, und Parteivorsitzender Franz Josef Strauß (beide CSU). © IMAGO
7. November 1978 – 3. Oktober 1988: Franz Josef Strauß (CSU) mit Münchens ehemaligem Oberbürgermeister Erich Kiesl.
7. November 1978 – 3. Oktober 1988: Franz Josef Strauß (CSU) mit Münchens ehemaligem Oberbürgermeister Erich Kiesl. © Heinz Gebhardt/IMAGO
3. Oktober 1988 – 19. Oktober 1988: Max Streibl (CSU) führte das Amt erst kommissarisch und trat dann in seiner offiziellen Amtszeit (19. Oktober 1988 – 28. Mai 1993) wegen der „Amigo-Affäre“ zurück.
3. Oktober 1988 – 19. Oktober 1988: Max Streibl (CSU) führte das Amt erst kommissarisch und trat dann in seiner offiziellen Amtszeit (19. Oktober 1988 – 28. Mai 1993) wegen der „Amigo-Affäre“ zurück. © IMAGO
28. Mai 1993 – 9. Oktober 2007: Edmund Stoiber (CSU) trat nach einem innerparteilichen Machtkampf zurück.
28. Mai 1993 – 9. Oktober 2007: Edmund Stoiber (CSU) trat nach einem innerparteilichen Machtkampf zurück. © IMAGO/Astrid Schmidhuber
9. Oktober 2007 – 27. Oktober 2008: Günther Beckstein (CSU) schied aus dem Amt, als die CSU bei der Landtagswahl 2008 einen deutlichen Stimmenverlust hinnehmen musste.
9. Oktober 2007 – 27. Oktober 2008: Günther Beckstein (CSU) schied aus dem Amt, als die CSU bei der Landtagswahl 2008 einen deutlichen Stimmenverlust hinnehmen musste. © IMAGO
27. Oktober 2008 – 13. März 2018: Horst Seehofer (CSU) gab das Amt ab, als die Ernennung zum Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat anstand.
27. Oktober 2008 – 13. März 2018: Horst Seehofer (CSU) gab das Amt ab, als die Ernennung zum Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat anstand. © Sammy Minkoff/IMAGO
13. März 2018 – 16. März 2018: Ilse Aigner (CSU) übernahm das Amt der Ministerpräsidentin kommissarisch.
13. März 2018 – 16. März 2018: Ilse Aigner (CSU) übernahm das Amt der Ministerpräsidentin kommissarisch. © Charles Yunck/IMAGO
Seit 16. März 2018: Markus Söder (CSU) ist Ministerpräsident von Bayern und CSU Vorsitzender.
Seit 16. März 2018: Markus Söder (CSU) ist Ministerpräsident von Bayern und CSU Vorsitzender. © IMAGO

Söder zur K-Frage: „Probiert man nur einmal im Leben“

Ist es also denkbar, dass den nächsten Kanzler die CSU stellt? Söder spielte das kürzlich in der ARD-Sendung „Caren Miosga“ herunter. In seiner Partei würde keiner wollen, „außer einem, der theoretisch könnte“, sagte Söder – mit Blick auf sich selbst. Aber eine Kanzlerkandidatur probiere man nur einmal im Leben, fügte er an.

Der Hintergrund seiner Anspielungen: CSU-Übervater Franz-Josef Strauß und sein Kronprinz und späterer Nachfolger Edmund Stoiber hatten zu ihrer Zeit jeweils einen – vergeblichen – Anlauf auf das Kanzleramt genommen. Söder hatte den Machtkampf 2021 zur Kür des Unionskanzlerkandidaten gegen den damaligen CDU-Chef Armin Laschet verloren. 

CDU und CSU setzen vor Europawahl auf konservatives Programm

Abgesehen von der K-Frage: Worauf setzt die Union nun bei der Europawahl? Sie will mit einem betont konservativen Programm einen Erfolg von Antieuropäern und Ampelparteien verhindern. Der Fokus im Wahlkampf steht auf eine massive Aufrüstung der EU, inklusive Flugzeugträger und eigenem Raketenschirm. Zudem fordern sie einen eigenen EU-Verteidigungskommissar.

Die Sicherheitslage in Europa habe sich in den vergangenen Jahren insbesondere durch den Ukraine-Krieg fundamental verändert, heißt es in dem Wahlprogramm. Es trägt den Titel „Mit Sicherheit Europa – Für ein Europa, das schützt und nützt“. (frs)

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