Ukraine-Hilfe

„Viel zu zögerlich“: Ex-Nato-Chef attackiert Kanzler Scholz wegen Ukraine-Politik

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Der ehemalige Generalsekretär der Nato Rasmussen wirft Olaf Scholz eine zu zögerliche Haltung bei der Unterstützung der Ukraine vor. Auch gegen Macron teilt er aus.

Berlin - Der ehemalige Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen kritisiert die führenden westlichen Regierungschefs für ihren Kurs im Umgang mit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Besonders von Bundeskanzler Olaf Scholz, aber auch von Frankreichs Staatspräsident Macron zeigt er sich enttäuscht.

Olaf Scholz laut Ex-Nato-Chef Rasmussen zu zögerlich bei Ukraine-Politik

In einem Interview mit der NZZ wirft Rasmussen Scholz vor, „viel zu langsam, viel zu zögerlich“ zu reagieren. Es brauche ein deutlich entschlosseneres Regierungshandeln seitens Deutschlands. In Kriegszeiten könne man nicht führen, indem man der öffentlichen Meinung folge. Olaf Scholz jedoch wirke „nicht wie ein Anführer“. Zur aktuellen Debatte um Waffenlieferungen sagt Rasmussen: „Ich verstehe nicht, warum Deutschland keine Taurus liefert“.

Der ehemalige Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen wirft Olaf Scholz in einem Interview eine zu zögerliche Haltung bei der Unterstützung der Ukraine vor.

Aber auch Frankreichs Regierungschef Emmanuel Macron kritisiert der 71-jährige Däne scharf. Die geringen Militärhilfen Frankreichs für die Ukraine seien „beschämend für eine der stärksten Militärmächte Europas“. Sein Vorstoß hinsichtlich des Einsatzes von Bodentruppen in der Ukraine sei bloß „Gerede“, um die mangelnde Unterstützung Frankreichs zu verschleiern.

Ex-Nato-Chef Rasmussen plädiert für Ukraine-Beitritt zum Verteidigungsbündnis

Um Putin abzuschrecken, muss laut Rasmussen die Nato den Ukrainern auch noch während des Krieges einen Beitritt anbieten. Nur so lasse sich Putin abschrecken. Andernfalls würde er daraus schließen, „dass er einfach den Krieg endlos weiterführen muss, um zu verhindern, dass die Ukraine jemals Mitglied der Nato wird“. Aus diesem Teufelskreis gelte es auszusteigen. Zuletzt war der Weg für den Nato-Beitritt von Schweden frei geworden.

Rasmussen war zwischen 2001 und 2009 Regierungschef in Dänemark und anschließend bis 2014 Generalsekretär der NATO. Derzeit ist er Co-Vorsitzender der Internationalen Arbeitsgruppe zu Sicherheitsfragen und der euroatlantischen Integration der Ukraine. (pkb)

Rubriklistenbild: © Steffen Trumpf/dpa

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