„Exportgeschäft kommt bald zustande“ - Türkei soll doch noch Eurofighter bekommen
VonErkan Pehlivan
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Die Türkei kann auf Kampfflugzeuge vom Typ Eurofighter hoffen. Nach einem Zeitungsbericht will die neue Bundesregierung nicht mehr den Deal blockieren.
Berlin/Ankara – Die Kampfflugzeuge der Türkei sind veraltet und das Land versucht seit Jahren neue Maschinen für seine Luftwaffe zu kaufen. Ursprünglich sollte das Land aus den USA Tarnkappenjets vom Typ F-35 bekommen. Nachdem die Türkei aber trotz Warnungen aus der Nato das russische Luftabwehrsystem S-400 angeschafft, wurden das Land aus dem Programm suspendiert. Auch moderne F-16 Flugzeuge stehen auf dem Wunschzettel von Ankara. Erst nach jahrelangem Hin- und Her hatte Washington dem Verkauf von modernen F-16 Flugzeugen zugestimmt. Auf die Lieferung muss Ankara allerdings noch warten.
Die Türkei will auch Eurofighter in ihrem Bestand haben. Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte den Deal allerdings blockiert. Jetzt steht die Türkei vor einem Durchbruch. Die neue Bundesregierung will sich offenbar einem solchen Deal nicht mehr in den Weg stellen, berichtet das Handelsblatt. „Rüstungskreise und hohe Beamte aus Deutschland äußerten die Erwartung, dass das Exportgeschäft bald zustande kommt“.
Erdogan verkündet bei Nato-Gipfel „positive Entwicklungen“
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte beim Nato-Gipfel am Dienstag und Mittwoch in Den Haag bereits einen solchen Deal angedeutet. „Wir haben unsere Gespräche mit Großbritannien und Deutschland geführt und setzen sie fort, und es gibt in dieser Hinsicht positive Entwicklungen“, sagte Erdogan. Zuvor hatte Erdogan den deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Rande des Gipfels getroffen. „Bei dem Treffen wurden die bilateralen Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland sowie regionale und globale Fragen erörtert“, teilte das Kommunikationsdirektorat des türkischen Präsidenten mit, ohne auf den erhofften Eurofighter-Deal einzugehen.
Auch das türkische Branchenmagazin Defence Turk hatte am Donnerstag ähnliches verlautbaren lassen. „Aus Verteidigungskreisen und von hochrangigen Beamten aus Deutschland heißt es, dass der Verkauf von Eurofighter Typhoon-Kampfflugzeugen an die Türkei bald erfolgen werde“, schreibt das Magazin auf X.
Die türkische Presse ist erfreut über die Nachrichten aus der Türkei. „Die Türkei unternimmt wichtige Schritte zur Stärkung ihrer Verteidigung. Bemerkenswerte Entwicklungen gab es beim Eurofighter. Nach dem Treffen von Präsident Erdoğan mit Bundeskanzler Merz reiste Akif Çağatay Kılıç nach Berlin und pflegte wichtige Kontakte“, teilt 24 TV mit. Kılıç ist Chefberater für Sicherheitsfragen von Präsident Erdogan. Der AKP-Politiker ist zudem in Deutschland geboren und aufgewachsen.
Eurofighter-Kampfjets: Das sind die Wunderwaffen der Lüfte
Zunächst soll es sich allerdings um 40 Eurofighter handeln, die an die Türkei gehen sollen. „Die Briten würden gern rund 40 Maschinen in die Türkei exportieren und haben bereits im März ein Angebot vorgelegt“, so das Handelsblatt. Allerdings müssten alle Partnerländer des Eurofighter-Konsortiums dem Export zustimmen. Beim Eurofighter handelt es sich um eine Gemeinschaftsproduktion der Länder Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien.