Rücksichtsloses Manöver

Fast-Kollision über Alaska im Video: Russischer Pilot brettert knapp an F16-Kampfjet der USA vorbei

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Riskantes Abfangmanöver über Alaska: Ein russischer Pilot hat fast eine Kollision mit einem F-16-Kampfjet der US-Armee provoziert. Ein Video zeigt den Vorfall.

Juneau – Bei einem Abfangmanöver über Alaska ist ein russisches Militärflugzeug gefährlich nah an einem F16-Kampfjet vorbeigeflogen. Das zeigt ein Video, das das Nordamerikanische Kommando zur Luft- und Raumfahrtverteidigung (NORAD) am Montagabend (30. September) geteilt hat. Abfangmanöver russischer Kampfjets sind über Alaska keine Seltenheit, doch das rücksichtslose Verhalten des Piloten fiel auf.

„Das Verhalten einer russischen Su-35 war unsicher, unprofessionell und gefährdete alle – nicht das, was man bei einer professionellen Luftwaffe sehen würde“, hieß es in einer Stellungnahme des Generals Gregory Guillot auf der Onlineplattform X. Der Vorfall ereignete sich bei einem „sicheren und disziplinierten Abfangangriff“ am 23. September, wurde jedoch jetzt erst publik gemacht.

Zwischenfall über Alaska: Russlands Pilot kracht fast in F-16-Kampfjet der US-Armee

Diese Art der russischen Aktivität „kommt regelmäßig vor und wird nicht als Bedrohung angesehen“, hieß es von dem Kommando laut dem Business Insider. Bei den meisten Abfangvorgängen handle es sich um Routine – nicht aber, wenn solch ein gefährliches Flugverhalten gezeigt wird. In dem Video ist eine Su-35 zu sehen, die sich schnell von hinten annähert und die Flugbahn eines US-amerikanischen F-16-Kampfjets schneidet.

Das Video wurde eine Woche, nachdem NORAD von einer Abfangaktion wegen vier russischer Kampfjets berichtet hatte, geteilt. Die Region, in der die vier Militärflugzeuge abgefangen wurden, war die Luftverteidigungsidentifikationszone (ADIZ) von Alaska, die als Pufferzone zwischen internationalem Luftraum und territorialem Luftraum gilt. Eine Verletzung des US-Luftraums ist in der letzten Zeit nicht vorgekommen.

Ein russischer Su-35 kommt einem US-amerikanischen F-16 gefährlich nahe.

Steigende russische Militäraktivität: US-Truppen wegen Russland nach Alaska verlegt

Einige Tage zuvor waren laut CBS News dennoch etwa 130 US-Soldaten auf eine abgelegene Insel von Alaska verlegt worden, weil sich die russische Militäraktivität in dem Gebiet verstärkt hatte. Besonders im Zeitraum vom 11. bis 15. September gab es eine verstärkte Präsenz von russischen Kampfjets.

Generell ließ sich ein Trend seit Beginn des Ukraine-Kriegs verzeichnen: Während es immer Varianz über das Jahr bezüglich der Anzahl an Vorfällen gab, sind sie seitdem rasant angestiegen. Zuvor gab es laut NORAD etwa sechs oder sieben Vorfälle mit russischen Militärflugzeugen pro Jahr, im Jahr 2023 waren es jedoch 26 und im Jahr 2024 bisher bereits 25. (lismah)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/US Department of Defense via AP | -

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