Hollywood probt Biden-Aufstand: Ausgerechnet Trump poltert nach Rücktrittsforderungen gegen „Ratte“ Clooney
VonFelix Durach
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Hollywood-Star George Clooney hat US-Präsident Biden zum Rücktritt aufgefordert. Kritik erhält der Schauspieler dafür ausgerechnet von Donald Trump.
Washington, D.C. – Die Kritik an US-Präsident Joe Biden nach seinem verkorksten Auftritt bei dem TV-Duell gegen Donald Trump reißt nicht ab. Neben den ersten Stimmen aus den Reihen der Demokraten sprach sich auch der Hollywood-Schauspieler George Clooney öffentlich gegen Biden aus.
In einem Gastartikel für die renommierte New York Times, forderte Clooney Biden zum Rückzug seiner Kandidatur auf. Knapp vier Monate vor der US-Wahl 2024 nimmt der Druck auf den US-Präsidenten von allen Seiten zu. Kritik an seiner Forderung erhält Clooney ausgerechnet von Bidens Konkurrenten Donald Trump.
Rücktrittsforderungen gegen Biden bei der US-Wahl – Trump poltert gegen „Ratte“ Clooney
„Jetzt mischt sich der Fake-Filmschauspieler George Clooney, der es nie geschafft hat, auch nur annähernd einen großartigen Film zu machen, in die Sache ein“, schrieb Trump in gewohnter Manier auf seinem eigenen sozialen Netzwerk Truth Social. „Er hat sich gegen Crooked Joe gewendet, wie die Ratten, die sie beide sind“, führte der frühere US-Präsident weiter aus. „Was weiß Clooney über irgendetwas?“
„Der korrupte Joe Biden hat unsere Demokratie nicht gerettet, er hat sie in die Knie gezwungen. Clooney sollte aus der Politik aussteigen und zum Fernsehen zurückkehren. Filme haben bei ihm nie wirklich funktioniert!!!“, schrieb Trump zum Abschluss seines Beitrags. Harte Worte gegen den Schauspieler und das, obwohl Clooney ähnliche Argumente gegen Biden vorgebracht hatte wie Trump in seinem Wahlkampf selbst.
Hollywood-Star im US-Wahlkampf: Clooney fordert Biden zum Rücktritt auf – „niederschmetternd“
Der Oscar-Preisträger hatte in seinem Gastbeitrag Bidens hohes Alter und die damit verbundene mangelnde geistige Fitness angemahnt und auf einen Rücktritt gedrängt. „Ich liebe Joe Biden“, schrieb Clooney. „Aber der einzige Kampf, den er nicht gewinnen kann, ist der Kampf gegen die Zeit.“ Der 63-Jährige hatte erst vor wenigen Wochen ein Fundraising-Event für Biden mitveranstaltet, um die Wahlkampfkassen der Demokraten zu füllen.
Dort sei Clooney jedoch erschüttert von Bidens Zustand gewesen. „Es ist niederschmetternd, das zu sagen, aber der Joe Biden, mit dem ich vor drei Wochen bei der Spendenaktion zusammen war, war nicht der Joe Biden von 2010. Er war nicht einmal der Joe Biden von 2020. Er war der derselbe Mann, den wir alle bei der Debatte gesehen haben.“
Zweifel an Bidens Kandidatur bei US-Wahl nimmt zu – erster Senator fordert Rückzug
Die Zweifel an Bidens Fitness hatten stark zugenommene, nachdem der US-Präsident bei dem TV-Duell gegen Trump am 27. Juni eine miserable Leistung abgeliefert hatte. Biden wirkte erschöpft und hatte sichtlich Probleme damit, seine Positionen und Argumente auszuformulieren und Trump Paroli zu bieten. Sein Wahlkampfteam erklärte im Nachgang, Biden sei erschöpft von den vorangegangenen Reisen gewesen und habe deswegen keine gute Leistung gezeigt. Der US-Präsident war zwei Wochen vor der Debatte unter anderem auf dem G7-Gipfel in Italien gewesen.
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Neben Clooney hatte mit Peter Welch aus dem US-Bundesstaats Vermont erstmals auch ein demokratischer Senator Biden zum Rücktritt aufgefordert. „Zum Wohle des Landes fordere ich Präsident Biden auf, sich aus dem Rennen zurückzuziehen“, schrieb Welch in einem Gastbeitrag für die Washington Post. Nancy Pelosi, die frühere Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, hatte dem Präsidenten ebenfalls dazu geraten, seine Kandidatur noch einmal zu überdenken.
Einfacher Gegner im US-Wahlkampf? Trump poltert wegen Biden-Kritik gegen Clooney
Dass ausgerechnet Donald Trump Clooney für seine Aussagen kritisiert, dürfte taktische Gründe im Wahlkampf haben. Trump führt in den jüngsten Umfragen zur US-Wahl 2024 klar vor Biden und hat gute Chancen auf einen Wiedereinzug ins Weiße Haus – vor allem, wenn die jüngsten Entwicklungen sich fortsetzen sollten. Trumps Wahlkampfteam hat sich seit Monaten in ihrer Strategie auf Bidens Alter und dessen geistige Fitness eingeschossen – mit Erfolg. Sollten die Demokraten einen anderen Kandidaten ins Rennen schicken, müsste das Trump-Team seine erfolgreiche Kampagne umstellen. (fd)