Flughafen-Foto erhitzt Gemüter

Trump nutzt Fake-Vorwürfe nach Harris-Auftritt und fordert ihren Ausschluss von der US-Wahl

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Hier ist nur einer echt: Donald Trump nutzt den Auftritt von Kamala Harris zu einem Fake-Vorwurf gegen die Demokratin.
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Donald Trump lässt kaum etwas unversucht, um die USA vor Kamala Harris zu warnen. Nun erhebt er Schummelvorwürfe und fordert ihre Disqualifikation.

Palm Beach – Die Wahlkampf-Strategie von Donald Trump ist schnell erklärt. Der Präsidentschaftskandidat der Republikaner nutzt im Schlussspurt jede Gelegenheit, den US-Amerikaner:innen einzutrichtern, wie düster die Zukunft der Vereinigten Staaten unter einer Präsidentin Kamala Harris aussehen würde. Wie er selbst die nationalen und internationalen Problemfelder abarbeiten würde, ist dagegen kein großes Thema. Vielleicht reicht es am Ende tatsächlich aus, die Kandidatin der Demokraten schlechtzureden.

In vielen Umfragen machte Harris zwar in den wenigen Wochen, seit Amtsinhaber Joe Biden den Weg für sie freigemacht hat, Boden auf Trump gut. Teilweise überholte sie den großen Widersacher bereits. Der Ausgang der 60. Präsidentschaftswahl in knapp drei Monaten scheint aber völlig offen.

Trump und Harris: Beide Präsidentschaftskandidaten mobilisieren ihre Fans

Trump und Harris wissen nur zu gut, dass es nicht in jeder Wahlkabine am Ende auf die politischen Inhalte ankommt. Manchmal geht es auch um Bilder – positive wie negative. Wie jenes kurz nach dem Attentat von Butler entstandene, als Trump umringt von Secret-Service-Agenten wie in Siegerpose die Faust gen Himmel reckte.

Auf seine Fans konnte sich der Ex-Präsident immer verlassen. Nun muss er allerdings erleben, dass auch Harris viele Herzen zuzufliegen scheinen und sie von den Massen gefeiert zu werden scheint, wenn die Vize-Präsidentin Wahlkampfauftritte wahrnimmt.

Dies war offenbar auch während eines Stopps nahe Detroit der Fall. Der Bundesstaat Michigan zählt zu den sogenannten Swing States, in denen sich beide großen Parteien Hoffnungen auf den Sieg und in diesem konkreten Fall die Stimmen von 16 Wahlleuten im Electoral College machen. Michigan könnte also den Ausschlag geben, in welche Richtung sich die Waage am Wahltag letztlich neigt.

Video: Trumps Flugzeugpanne in Montana - Notlandung und Verspätung im US-Wahlkampf

Fake-Vorwürfe gegen Harris: Menschenmassen am Flughafen oder leerer Asphalt vor dem Flieger?

Umso wichtiger war der Auftritt von Harris in der ersten August-Woche. Dabei entstanden Bilder und Videos mit dicht gedrängten Menschen vor und in einem Hangar, die auf das Flugzeug der Politikerin schauen und ihr zujubeln. Für Trump wäre das wohl keine weitere Notiz wert gewesen, hätte nicht der Twitter-User Chuck Callesto den Vorwurf in die Welt gesetzt, dass das Harris-Team lediglich ein gefälschtes Foto der Zuschauermassen verbreitet habe.

Callesto bezeichnet sich selbst als Social-Media-Stratege, rührt auf seinem Account fleißig die Werbetrommel für Trump. Als Beweis für seine These, es wären keine Massen vor Ort gewesen, führte er ein Foto an, das eines der Flugzeugtriebwerke aus nächster Nähe zeigt. In diesem spiegelt sich der vermeintlich leere Asphalt neben dem Flieger.

Diese Bilder trafen den Nerv von Donald Trump: Links ist die computergenerierte Menschenmasse zu sehen, rechts das Triebwerk des Flugzeugs von Kamala Harris.

Trump und die Fake-Vorwürfe: Republikaner fordert Ausschluss von Harris aus US-Wahlkampf

Trump ist wenig überraschend überzeugt, dass der findige Unterstützer etwas Großem auf der Spur ist. Der 78-Jährige postete auf seinem Social-Media-Dienst Truth Social nicht nur Callestos Tweet, sondern schrieb entrüstet dazu: „Ist jemandem aufgefallen, dass Kamala am Flughafen geschummelt hat? Da war niemand am Flugzeug, sie hat KI genutzt und eine große ‚Masse‘ von sogenannten Followern erstellt, die aber gar nicht existieren!“

Damit nicht genug, warf das wohl streitbarste Staatsoberhaupt in der US-Geschichte ihr auch vor, bei Reden regelmäßig Menschenmassen zu erfinden. „So gewinnen Demokraten Wahlen, indem sie schummeln. Und an der Wahlurne sind sie noch schlimmer“, schimpfte Trump weiter.

Er forderte sogar, dass Harris von der Wahl ausgeschlossen werden müsste: „Sie sollte disqualifiziert werden, denn die Erstellung von falschen Fotos stellt eine Wahlbeeinträchtigung dar. Wer sowas tut, betrügt bei allem.“ Ob Trump wirklich glaubt, mit dieser Forderung bei der Wahlleitung Gehör zu finden? Wohl kaum. Bei dem einen oder anderen unentschlossenen Wähler könnten die Sätze allerdings verfangen.

Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Mit dem Verzicht von Joe Biden auf die Kandidatur der Demokraten rückt seine Stellvertreterin Kamala Harris vor der US-Wahl 2024 in den Fokus.
Mit dem Verzicht von Joe Biden auf die Kandidatur der Demokraten ist seine Stellvertreterin Kamala Harris vor der US-Wahl 2024 in den Fokus gerückt.  © Saul Loeb/afp
Nachdem die Demokraten die Vizepräsidentin aufgestellt haben, hat Harris die Chance, als erste Frau in der Geschichte der USA das Präsidentenamt zu übernehmen. Damit wäre sie die mächtigste Frau der Welt.
Nachdem die Demokraten die Vizepräsidentin aufgestellt haben, hat Harris die Chance, als erste Frau in der Geschichte der USA das Präsidentenamt zu übernehmen. Damit wäre sie die mächtigste Frau der Welt. © Carlos Osorio/dpa
Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland im Bundesstaat Kalifornien geboren. Ihr Vater war aus Jamaika in die USA eingewandert, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter, eine 2009 verstorbene Brustkrebsforscherin, kam aus Indien in die USA. Sie kam aus Indien und lernte Harris‘ Vater in den 60er Jahren in den USA kennen. 
Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland im Bundesstaat Kalifornien geboren. Ihr Vater war aus Jamaika in die USA eingewandert, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter, eine 2009 verstorbene Brustkrebsforscherin, kam aus Indien in die USA. Sie lernte Harris‘ Vater in den 60er Jahren in den USA kennen. Ihre Eltern ließen sich scheiden, als Harris noch ein kleines Kind war.  © Courtesy of Kamala Harris/afp
Harris und ihre jüngere Schwester Maya wuchsen bei ihrer Mutter auf, zeitweise lebten sie im kanadischen Montreal. „Sie erzog uns zu stolzen, starken Schwarzen Frauen. Und sie hat uns beigebracht, unser indisches Erbe zu kennen und darauf stolz zu sein“, sagte Harris 2020 in einer Rede. Darin betonte sie auch, dass die USA einen Präsidenten brauchten, „der uns alle zusammenbringt – Schwarze, Weiße, Latinos, Asiaten, Indigene – um die Zukunft zu erreichen, die wir gemeinsam wollen“.
Harris und ihre jüngere Schwester Maya wuchsen bei ihrer Mutter auf, zeitweise lebten sie im kanadischen Montreal. „Sie erzog uns zu stolzen, starken Schwarzen Frauen. Und sie hat uns beigebracht, unser indisches Erbe zu kennen und darauf stolz zu sein“, sagte Harris 2020 in einer Rede. Darin betonte sie auch, dass die USA einen Präsidenten brauchten, „der uns alle zusammenbringt – Schwarze, Weiße, Latinos, Asiaten, Indigene – um die Zukunft zu erreichen, die wir gemeinsam wollen“. © Courtesy of Kamala Harris/afp
Harris wurde die erste Schwarze Bezirksstaatsanwältin von San Francisco und später die erste Generalstaatsanwältin und Justizministerin („Attorney General“) in ihrer Heimat Kalifornien. Schwester Maya Harris (Mitte) und Richterin Tani Cantil-Sakauye (links) gratulieren.
Harris wurde die erste Schwarze Bezirksstaatsanwältin von San Francisco und später die erste Generalstaatsanwältin und Justizministerin („Attorney General“) in ihrer Heimat Kalifornien. Schwester Maya Harris (Mitte) und Richterin Tani Cantil-Sakauye (links) gratulieren.  © Imago
Harris wurde die erste Schwarze Bezirksstaatsanwältin von San Francisco und später die erste Justizministerin in ihrer Heimat Kalifornien. Ihr harter Kurs ging vielen in der Partei allerdings viel zu weit. So kämpfte sie damals darum, auch solche Verurteilungen aufrechtzuerhalten, die nachgewiesenermaßen durch rechtswidrige Mittel wie Manipulation von Beweisen oder Falschaussagen zustande gekommen waren.
Ihr harter Kurs ging vielen in der Partei allerdings viel zu weit. So kämpfte sie damals darum, auch solche Verurteilungen aufrechtzuerhalten, die nachgewiesenermaßen durch rechtswidrige Mittel wie Manipulation von Beweisen oder Falschaussagen zustande gekommen waren. © Justin Sullivan/Getty Images/afp
In ihre Zeit als Generalstaatsanwältin fällt auch ein bemerkenswerter Kontakt. Kein Geringerer als Donald Trump spendete damals zweimal Geld für ihren Wahlkampf. 2011 überwies er erst 4000 Dollar an Harris, ehe er im Jahr 2013 noch einmal 1000 Dollar folgen ließ. Seine Tochter Ivanka Trump spendete im Jahr 2000 Dollar an Harris. Zu jener Zeit wurden in Kalifornien Vorwürfe gegen die Trump University untersucht, reihenweise Kundinnen und Kunden betrogen zu haben. Harris selbst hat die Klage nicht bearbeitet.
In ihre Zeit als „Attorney General“ fällt auch ein bemerkenswerter Kontakt. Kein Geringerer als Donald Trump spendete damals zweimal Geld für ihren Wahlkampf. 2011 überwies er erst 4000 Dollar an Harris, ehe er im Jahr 2013 noch einmal 1000 Dollar folgen ließ.  © Brendan Smialowski/afp
Seine Tochter Ivanka Trump spendete im Jahr 2000 Dollar an Harris. Zu jener Zeit wurden in Kalifornien Vorwürfe gegen die Trump University untersucht, reihenweise Kundinnen und Kunden betrogen zu haben. Harris selbst hat die Klage nicht bearbeitet.
Seine Tochter Ivanka Trump spendete im Jahr 2000 Dollar an Harris. Zu jener Zeit wurden in Kalifornien Vorwürfe gegen die Trump University untersucht, reihenweise Kundinnen und Kunden betrogen zu haben. Harris selbst hat die Klage nicht bearbeitet. © Franck Fife/AFP
Als Harris 2017 in den US-Senat einzog, nutzte sie ihre Erfahrung als Staatsanwältin auch in der Kongresskammer und tat sich bei Anhörungen ein ums andere Mal mit einem harten und effektiven Befragungsstil hervor. Ein perfektes Beispiel dafür war die Anhörung um die möglichen Kontakte zwischen Trumps Wahlkampfteam und der russischen Regierung, als sie die Befragten regelrecht in die Mangel nahm, konsequent auf Antworten drängte und immer wieder nachhakte.
Als Harris 2017 in den US-Senat einzog, nutzte sie ihre Erfahrung als Staatsanwältin auch in der Kongresskammer und tat sich bei Anhörungen ein ums andere Mal mit einem harten und effektiven Befragungsstil hervor. Ein perfektes Beispiel dafür war die Anhörung um die möglichen Kontakte zwischen Trumps Wahlkampfteam und der russischen Regierung, als sie die Befragten regelrecht in die Mangel nahm, konsequent auf Antworten drängte und immer wieder nachhakte.  © Pete Marovich/Imago
Vor allem der damalige US-Justizminister Jeff Sessions konnte ein Lied davon singen, den sie mit ihrer Befragung mächtig ins Schwitzen brachte. Offenbar war das für die Republikaner so schlimm, dass die Senatoren Richard Burr und John McCain die Prozedur unterbrachen und Harris baten, ihre Fragen doch bitte etwas höflicher zu stellen.
Vor allem der damalige US-Justizminister Jeff Sessions konnte ein Lied davon singen, den sie mit ihrer Befragung mächtig ins Schwitzen brachte. Offenbar war das für die Republikaner so schlimm, dass die Senatoren Richard Burr und John McCain die Prozedur unterbrachen und Harris baten, ihre Fragen doch bitte etwas höflicher zu stellen. © Pete Marovich/Imago
Und am 1. Mai 2019 wich der Justizminister und Trump-Vertraute William Barr ihren präzisen Fragen zum Abschlussbericht des Russland-Sonderermittlers Robert Mueller aus – woraufhin Harris dem Justizminister den Rücktritt nahelegte. Das alles hinterließ Eindruck – bei Freund und Feind.
Und am 1. Mai 2019 wich der Justizminister und Trump-Vertraute William Barr ihren präzisen Fragen zum Abschlussbericht des Russland-Sonderermittlers Robert Mueller aus – woraufhin Harris dem Justizminister den Rücktritt nahelegte. Das alles hinterließ Eindruck – bei Freund und Feind. © Mandel Ngan/afp
Auch den jetzigen Supreme-Court-Richter Brett Kavanaugh brachte Harris bei dessen Anhörung immer wieder in Bedrängnis, vor allem das eine Mal, als sie den Abtreibungsgegner mit einer ganz speziellen Frage überraschte: „Können Sie sich ein Gesetz vorstellen, das der Regierung die Befugnis gibt, Entscheidungen über den männlichen Körper zu treffen?“
Auch den jetzigen Supreme-Court-Richter Brett Kavanaugh brachte Harris bei dessen Anhörung immer wieder in Bedrängnis, vor allem das eine Mal, als sie den Abtreibungsgegner mit einer ganz speziellen Frage überraschte: „Können Sie sich ein Gesetz vorstellen, das der Regierung die Befugnis gibt, Entscheidungen über den männlichen Körper zu treffen?“  © Drew Angerer/afp
Bevor Biden bei der Wahl 2020 Harris zu seiner Vize machte, war sie in der parteiinternen Vorwahlen seine Gegenspielerin – und teilte damals mächtig aus. So warf sie Biden vor, in den 1970ern gegen die Praxis gewesen zu sein, Kinder mit Bussen zu Schulen in anderen Bezirken zu fahren – was vor allem der Integration schwarzer Schüler dienen sollte. Harris verknüpfte dies mit ihrer eigenen Biografie: Dies sei eine Entscheidung gewesen, die ein kleines Mädchen in Kalifornien verletzt habe: „Dieses kleine Mädchen war ich.“
Bevor Biden bei der Wahl 2020 Harris zu seiner Vize machte, war sie in der parteiinternen Vorwahlen seine Gegenspielerin – und teilte damals mächtig aus.  © Henry Griffin/dpa
So warf sie Biden vor, in den 1970ern gegen die Praxis gewesen zu sein, Kinder mit Bussen zu Schulen in anderen Bezirken zu fahren – was vor allem der Integration Schwarzer Schülerinnen und Schüler dienen sollte.
So warf sie Biden vor, in den 1970ern gegen die Praxis gewesen zu sein, Kinder mit Bussen zu Schulen in anderen Bezirken zu fahren – was vor allem der Integration Schwarzer Schülerinnen und Schüler dienen sollte.  © Win McNamee/AFP
Harris verknüpfte dies mit ihrer eigenen Biografie: Dies sei eine Entscheidung gewesen, die ein kleines Mädchen in Kalifornien verletzt habe: „Dieses kleine Mädchen war ich.“
Harris verknüpfte dies mit ihrer eigenen Biografie: Dies sei eine Entscheidung gewesen, die ein kleines Mädchen in Kalifornien verletzt habe: „Dieses kleine Mädchen war ich.“  © Saul Loeb/AFP
Die Erwartungen an Harris als Pionierin im Amt der Vizepräsidentin waren enorm. Sie konnte zunächst aber nicht wirklich punkten. Erst 2022 schien sie sich mehr und mehr in ihre Rolle einzufinden.
Die Erwartungen an Harris als Pionierin im Amt der Vizepräsidentin waren enorm. Sie konnte zunächst aber nicht wirklich punkten. Erst 2022 schien sie sich mehr und mehr in ihre Rolle einzufinden.  © Haiyun Jiang/AFP
Die Erwartungen an Harris als Pionierin im Amt der Vizepräsidentin waren enorm. Sie konnte zunächst aber nicht wirklich punkten. Erst 2022 schien sie sich mehr und mehr in ihre Rolle einzufinden. Sie ergriff eine führende Stimme beim Kampf für das Recht auf Abtreibung und setzte sich gegen Waffengewalt ein. Zudem hat Harris ihr außenpolitisches Profil geschärft. So bekannte sie sich im Februar 2024 in einer Rede vor der Münchner Sicherheitskonferenz explizit zur Nato und zur internationalen Zusammenarbeit. Harris vertrat Biden bei einem Ukraine-Gipfel in der Schweiz und mahnte Israel zur Mäßigung in Gaza.
So bekannte sie sich im Februar 2024 in einer Rede vor der Münchner Sicherheitskonferenz explizit zur Nato und zur internationalen Zusammenarbeit. Harris vertrat Biden bei einem Ukraine-Gipfel in der Schweiz und mahnte Israel zur Mäßigung in Gaza. © Sven Hoppe/dpa
Harris ist mit dem Rechtsanwalt Douglas Emhoff verheiratet. Eine Freundin arrangierte 2013 ein Blind Date der beiden in Kalifornien, wo sie damals lebten. Im Jahr darauf heirateten sie. Emhoff hat zwei erwachsene Kinder aus erster Ehe: Cole und Ella. Sie nennen Harris „Momala“. Emhoff wurde als erster Mann zum „Second Gentleman“ in den USA. Nun könnte er sogar zum ersten „First Gentleman“ in der Geschichte der USA aufrücken.
Harris ist mit dem Rechtsanwalt Douglas Emhoff verheiratet. Eine Freundin arrangierte 2013 ein Blind Date der beiden in Kalifornien, wo sie damals lebten. Im Jahr darauf heirateten sie.  © Rob Schumacher/Imago
Cole und Ella Emhoff.
Emhoff hat zwei erwachsene Kinder aus erster Ehe: Cole (2. von links) und Ella (dritte von links). Sie nennen Harris „Momala“. © Mark Hoffman/Imago
Emhoff wurde als erster Mann zum „Second Gentleman“ in den USA. Nun könnte er sogar zum ersten „First Gentleman“ in der Geschichte der USA aufrücken.
Emhoff wurde als erster Mann zum „Second Gentleman“ in den USA. Nun könnte er sogar zum ersten „First Gentleman“ in der Geschichte der USA aufrücken. © Saul Loeb/AFP
Kurz vor der US-Wahl 2024 trat Harris an einem symbolträchtigen Ort in der US-Hauptstadt auf. Dort, wo Donald Trump am 6. Januar 2021 seine Fans aufgewiegelt hatte.
Kurz vor der US-Wahl 2024 trat Harris an einem symbolträchtigen Ort in der US-Hauptstadt auf. Dort, wo Donald Trump am 6. Januar 2021 seine Fans aufgewiegelt hatte.  © Amid Farahi/AFP
Tausende Menschen jeden Alters kamen zu ihrem Auftritt. Stundenlang hatten sie in langen Schlangen gewartet, um auf das Gelände zu gelangen. Immer wieder wurde Harris bei ihrer Rede von „Kamala“-Sprechchören unterbrochen.
Tausende Menschen jeden Alters kamen zu ihrem Auftritt. Stundenlang hatten sie in langen Schlangen gewartet, um auf das Gelände zu gelangen. Immer wieder wurde Harris bei ihrer Rede von „Kamala“-Sprechchören unterbrochen.  © Brendan Smialowski/AFP
Bei der US-Wahl 2024 kommt es vor allem auf die Ergebnisse in sieben sogenannten Swing States an, in denen der Ausgang völlig offen ist. Ein Beispiel ist Wisconsin.
Bei der US-Wahl 2024 kommt es vor allem auf die Ergebnisse in sieben sogenannten Swing States an, in denen der Ausgang völlig offen ist. Ein Beispiel ist Wisconsin.  © Roberto Schmidt/AFP
Pennsylvania entsendet 19 Wahlleute ins Electoral College und gilt somit als der wichtigste der sieben Swing States. Für Kamala Harris ist ein Sieg im Bundesstaat im Osten der USA Pflicht.
Pennsylvania entsendet 19 Wahlleute ins Electoral College und gilt somit als der wichtigste der sieben Swing States. Für Kamala Harris ist ein Sieg im Bundesstaat im Osten der USA Pflicht.  © Angela Weiss/AFP

Fake-Vorwürfe im US-Wahlkampf: Foto von Trump-Unterstützer nutzt Rundung des Triebwerks

Dass es sich bei den Fake-Vorwürfen um viel heiße Luft um nichts handelt, wird schon beim Blick auf die Kommentare unter Callestos Foto ersichtlich. So werden darunter Videos gezeigt, die unterstreichen, dass die Menschen zur eigenen Sicherheit etwas weiter vom Flugzeug entfernt standen und warteten.

Auch die mittlerweile bei Fake News auf Twitter übliche Richtigstellung findet sich unter dem Post: „Die Menschenmasse existierte wirklich und die Veranstaltung wurde von Tausenden von Leuten besucht, von denen einige eigene Bilder und Videos des Events posteten.“ Dazu wurde der Link zum Live-Stream vom Flugplatz geteilt.

Dass Callestos erwähntes Foto gähnende Leere neben dem Flugzeug suggeriert, ist auch darauf zurückzuführen, dass das abgebildete Triebwerk rund ist und sich daher vornehmlich der Asphalt vor und unter dem Flieger spiegelt. So ist ein übergroßer Schatten zu sehen, der von der Maschine geworfen wird.

Topstimmung: Kamala Harris und ihr Vizepräsidentschaftskandidat Tim Walz sollen nach Auffassung von Donald Trump hier einem leeren Flughafengelände zujubeln.

Trump schießt gegen Harris und Demokraten: Werden „unser Land komplett zerstören“

Trump nutzte seinen Truth-Social-Account aber auch, um seine Theorie weiter zu unterstützen. Zum Post eines zuvor ebenfalls von Callesto geposteten Fotos einer augenscheinlich computergenerierten Menschenmasse vor Harris‘ Flugzeug schrieb er: „Schaut, wir haben sie mit ihrer falschen ‚Menschenmasse‘ erwischt. Da war niemand!“

In weiteren allgemeinen Posts warf er der 59-Jährigen vor, sie werde „unser Land komplett zerstören“. Oder auch: „Sie klingt mehr wie Trump als Trump, kopiert so gut wie alles. Sie betrügt die amerikanische Öffentlichkeit und wird sofort zurückschlagen.“

Und an die gesamte Präsidenten-Partei gerichtet: „Für Amerika wird es unmöglich sein, weitere vier Jahre mit einem Demokraten im Weißen Haus zu überleben.“ Es wirkt beinahe so, als wolle Trump sich als geringeres Übel verkaufen. Nach dem Motto: Okay, ich bin kein guter Präsident, aber Harris und die Demokraten wären katastrophal. (mg)

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