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Forscher:innen erreichen Durchbruch bei Endometriose-Behandlung

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In Deutschland leiden etwa zwei Millionen Menschen an der chronischen Krankheit. Jetzt können sie auf bessere Medikamente hoffen.

„Ich bin ohnmächtig geworden und konnte teilweise nicht laufen“, erzählt eine Frau, die unter Endometriose leidet, auf TikTok. So wie ihr geht es sehr vielen anderen Menschen mit Gebärmutter in Deutschland und auf der ganzen Welt.

Doch trotz so vieler Betroffener, wissen Forscher:innen, Ärzte und Ärztinnen noch wenig über diese chronische Krankheit. Gleichzeitig wird das Leid vieler immer noch nicht ernst genommen und häufig als normale Regelschmerzen abgetan. Ähnlich geht es Leuten, die unter dem sogenannten chronischen Fatigue-Syndrom leiden. Eine Betroffene erzählt BuzzFeed News, wie es sich anfühlt, „Medical Gaslighting“ zu erleben.

Was ist Endometriose?

Gebärmutterähnliches Gewebe wächst außerhalb der Gebärmutter, zum Beispiel an den Eierstöcken, im Bauchraum, am Darm und sogar in der Lunge. Genau wie das Gebärmuttergewebe, reagiert das Endometriosegewebe auf bestimmte Hormone. Das mit der Blutung abgestoßene Gewebe kann allerdings, anders als bei einer normalen Periode, nicht ausgeschieden werden, sodass es sich im Körper anstaut. Dadurch bilden sich sogenannte Endometrioseherde, die sich wiederum zu Endometriosezysten entwickeln. Das führt zu chronischen Entzündungen, Vernarbung und Verwachsungen des Gewebes, was starke Schmerzen verursachen kann – nicht nur während der Regel. Die Ursache von Endometriose ist unbekannt.

Quelle: endometriose-vereinigung.de

Wie viele Menschen leiden an Endometriose?

Laut der Medizinischen Hochschule Hannover sind in Deutschland etwa zwei Millionen Menschen betroffen. Jährlich kommen schätzungsweise 40.000 Neuerkrankungen hinzu.

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Australische Forscher:innen machen Hoffnung

Forscher:innen des Royal Hospital for Women in Sydney ist es gelungen, Gewebe aller bekannten Formen von Endometriose aus bei Operationen entnommenen Proben im Labor zu züchten. Das bedeutet, dass neue Behandlungsmethoden und Medikamente einfacher getestet werden können. Gleichzeitig, erklärt Jason Abbott, Professor für Geburtshilfe und Gynäkologie der Brisbane Times, können Betroffene besser diagnostiziert werden und müssen sich dadurch vielleicht keinen invasiven Operationen mehr unterziehen.

„So wie wir vor 30 Jahren dachten, Brustkrebs sei eine Krankheit, die auf eine Weise behandelt wird, verstehen wir heute, dass [Endometriose] viel komplexer ist“, sagt der Forscher im Interview. Dementsprechend unterscheiden sich die Symptome von Patient:in zu Patient:in, bei einigen kann die Krankheit beispielsweise zu Unfruchtbarkeit führen. Abbott vermutet, dass sich hinter den verschiedenen Formen von Endometriose nochmal andere Krankheiten verstecken. Deswegen, erklärt er, reagieren Betroffene unterschiedlich auf Behandlungen. Dank des neuen Forschungserfolgs würde es schon bald neue Behandlungsmethoden geben, verspricht Abbott.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Zoonar/IMAGO

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