„Schießen auf alles, was sich bewegt“: Russlands „Friendly Fire“ nimmt im Ukraine-Krieg zu
VonMark Stoffers
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Die Moral von Putins Truppen in der Ukraine ist schlecht. Dazu leisten auch die zunehmenden „Friendly Fire“-Vorfälle im Ukraine-Krieg ihren Beitrag.
Kiew – Schlechte Moral und Disziplin der Truppen von Wladimir Putin im Ukraine-Krieg? Nach der Ansicht eines ukrainischen Obersts sind die zunehmenden Vorfälle durch „Friendly Fire“ dafür ein Indiz. Schließlich sei die Zahl der russischen Truppen, die durch den eigenen Beschuss getötet wurden, in letzter Zeit stark angestiegen.
Oleksandr Stupun, Sprecher der Truppengruppierung Tavria, sagte, die anhaltend hohen Verluste unter den Moskauer Truppen bedeuteten, dass „das Niveau der Moral und der psychologische Zustand sehr niedrig sind“.
Russlands „Friendly Fire“ im Ukraine-Krieg: „Angreifer haben Angst und schießen auf alles, was sich bewegt“
Im nationalen Fernsehen fügte der Oberst hinzu: „Die Angreifer haben Angst und schießen auf alles, was sich bewegt“ und analysierte, dass es „in letzter Zeit immer mehr Zwischenfälle mit Beschuss durch eigene Truppen, sowohl durch Infanterie als auch durch Drohnen“ gegeben habe.
Friendly Fire in Russland: Luftabwehr feuert auf eigene Fallschirmjäger
Auf einem Truppenübungsplatz in der russischen Region Rostow hat Russlands Luftabwehr wohl aus Versehen zwei Fallschirmjäger der eigenen Truppe bei einem Training abgeschossen. Das geht aus einem Telegram-Post eines russischen Militärbloggers hervor. Ihm zufolge seien die Übungssprünge einer Kompanie Fallschirmjäger wegen schlechten Wetters in die Nacht verschoben worden. Ein Schütze einer Luftabwehrkanone des Typs ZU-23-2 habe das Manöver für einen echten Angriff der Ukrainer gehalten und bei der Landung das Feuer auf die Soldaten eröffnet.
Die meisten seiner Schüsse seien fehlgegangen, zwei Soldaten aber tödlich verletzt worden. Eine interne Untersuchung des Vorfalls von der russischen Armee kam zu dem Ergebnis, dass der Schütze mindestens 14 Stunden am Stück Dienst gehabt hatte. Ein Umstand, der allen Vorschriften widerspreche.
Befehlsverweigerung in der Ukraine: Russische Soldaten sabotieren wohl Angriffe
Darüber hinaus erklärte Stupun, dass die Zahl der russischen Soldaten, die den Befehl zum Angriff auf ukrainische Stellungen verweigern, zugenommen habe. „Russische Panzerfahrzeugbesatzungen sabotieren die Teilnahme an Angriffen auf verschiedene Weise“, sagte er. „Sie wissen, dass ihre Überlebenschancen gering sind, denn Panzer, Schützenpanzer und Schützenpanzerwagen werden bei einem Angriff als erste getroffen.“
Auch hierfür sind seit Russlands groß angelegtem Krieg in der Ukraine zahlreiche Vorfälle an die Öffentlichkeit gekommen, bei denen russische Panzerkolonnen ausgelöscht wurden.
Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland
Russische Panzer-Kolonnen werden im Ukraine-Krieg ausgelöscht
Ein Video aus dem Ukraine-Krieg vom November zeigt mehrere russische Fahrzeuge, die an einem ungenannten Ort in der Nähe der umkämpften Stadt Donezk in der Ostukraine durch Felder fahren. Während sich der Führungspanzer durch die kraterübersäte Landschaft schlängelt, wird er von Artilleriefeuer der Ukraine unter Beschuss genommen und getroffen.
Diverse Panzer werden getroffen und am Ende kann der Verstoß durch den ukrainischen Beschuss unterbunden werden.
⚡️Archive. Avdiivka direction. The destruction of 🇷🇺Russian armored vehicles by the 🇺🇦Ukrainian military from the 116th separate brigade of the Territorial Defense Forces pic.twitter.com/rwsh2FrQXQ
Das „absolute Gemetzel“: Schwere Verluste für Russland im Ukraine-Krieg
Ein weiteres Video aus der Ukraine zeigt den gescheiterten Vorstoß von zwei russischen Kampfpanzern und zwei gepanzerten Mannschaftstransportwagen (APC), der sich entweder in Region um Luhansk oder im Oblast Charkiw zugetragen haben soll. Mehrere Wracks von anderen Panzern und Schützenpanzern sind zerstört oder verlassen zu erkennen.
Eine Kombination aus Minen und Artillerie schien die Kolonne zum Stillstand zu bringen, da die Gruppe unter schwerem Maschinengewehrfeuer stand und von Kamikaze-Drohnen bedrängt wurde. Dutzende russischer Soldaten sprangen laut den Aufnahmen aus den Fahrzeugen und suchten in einem nahe gelegenen Gebüsch Schutz.
Alle vier angreifenden Fahrzeuge wurden zerstört. Auch der Open-Source-Nachrichtendienst „Tendar“ beschreibt auf X (ehemals Twitter) das „absolute Gemetzel“, in dem sich die russische Einheit befand. „Artillerie, Streumunition, Drohnen, schwere Maschinengewehre, alles schlägt auf sie ein“, so Tendar.