Russischer Angriffskrieg

G20-Gipfel: Lawrow trifft chinesischen Außenminister, Scholz warnt vor Atomwaffeneinsatz im Ukraine-Krieg

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Russland sieht in China einen Verbündeten: Auf Bali traf sich Außenminister Lawrow mit seinem chinesischen Kollegen Wang Yi

Beim G20-Gipfel auf der indonesischen Insel Bali hat der russische Außenminister Sergej Lawrow mit seinem chinesischen Kollegen Wang Yi gesprochen.

Nusa Dua (dpa) – Russland und China pflegten eine «allumfassende Partnerschaft und eine strategische Zusammenarbeit», sagte Lawrow am Dienstag der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge in Nusa Dua. Lawrows Sprecherin Maria Sacharowa veröffentlichte ein Video, das den Minister beim Händeschütteln mit Wang zeigt.

Moskaus Chefdiplomat musste sich bei dem Treffen der 20 führenden Wirtschaftsnationen und Schwellenländer scharfe Kritik anhören an Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Allerdings sieht Russland in seinem Konflikt mit dem Westen und der Ukraine China als Verbündeten.

Lawrow nahm zwar nicht am offiziellen Mittagessen der Staats- und Regierungschefs teil, hielt dann aber bei der zweiten Arbeitssitzung des Gipfels eine Rede. Nach Informationen russischer Staatsmedien wollte der Minister bereits am Abend noch vor Ende des Gipfels wieder nach Russland zurückreisen.

Der 72-Jährige hatte am Morgen auch die Videoansprache des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gehört, der Russland erneut zum Abzug seiner Truppen aus dem Land aufforderte. Auch der Entwurf einer Gipfelerklärung, die Moskau mittragen will, enthält eine Verurteilung des Krieges gegen die Ukraine.

Russland hatte immer wieder Verhandlungen mit der Ukraine angeboten. Selenskyj wiederum nannte in seiner Rede zehn Bedingungen für ein Ende des Krieges, darunter auch die Wiederherstellung der territorialen Unversehrtheit der Ukraine. Beide Seiten werfen sich gegenseitig vor, kein echtes Interesse an Friedensgesprächen zu haben.

Scholz warnt vor Einsatz von Atomwaffen im Ukraine-Krieg

«Mit seinen unverantwortlichen nuklearen Drohgebärden betreibt Präsident Putin gezielt eine weitere Eskalation der Situation», heißt es in dem Manuskript für die Rede, die der Kanzler am Dienstag in der Auftaktsitzung des Gipfels hielt. «Der Einsatz von Nuklearwaffen und jede Drohung damit sind und bleiben unzulässig: dies sollte als klares, gemeinsames Signal von diesem Gipfel ausgehen.»

Wladimir Putin und seine Unterstützer würden die volle Verantwortung für die massiven globalen wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen des Krieges tragen, mit denen Menschen weltweit auf die eine oder andere Weise täglich konfrontiert seien, betonte Scholz. Er begrüßte die Einigung der G20-Unterhändler auf eine Abschlusserklärung, in der eine «große Mehrheit» der Teilnehmer den russischen Angriffskrieg verurteilten. (dpa)

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