Ukraine-Krieg auf der Agenda

Putin bedauert „Aggression“ gegen die Ukraine und nennt Krieg eine „Tragödie“

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Wie ist „die russische Sicht“ auf den Ukraine-Krieg und den Krieg in Israel? Kremlchef Putin äußert sich vor den führenden Wirtschaftsmächten G20. 

Update vom 22. November, 18.36 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) fordert den russischen Präsidenten Wladimir Putin laut ntv in der G20-Schalte auf, russische Truppen aus der Ukraine zurückzuziehen. Putin hatte an der Schalte der wichtigsten Industrie- und Schwellenstaaten teilgenommen. In seiner Rede hatte Putin gesagt, er wisse, wie schockiert viele Staaten über die anhaltende „Aggression Russlands“ in der Ukraine seien - eine Wortwahl, die ihm in seinem eigenen Land wohl eine Anklage eingebracht hätte.

Putin spricht bei G20-Gipfel auch über Auswirkungen der Inflation aus Russland

Update vom 22. November, 17.05 Uhr: Wladimir Putin hat in seiner Rede beim G20-Gipfel auch die aktuelle Inflation kommentiert. Er machte die führenden westlichen Mächte für die Teuerung verantwortlich, berichtet die dpa aus der Kreml-Mitschrift. Es seien Billionen US-Dollar und Euro in die Wirtschaft geflossen, teilweise auch zur Bekämpfung der Corona-Epidemie, beklagte Russlands Präsident demnach.

Wladimir Putin äußert sich per Videoschalte aus Moskau auf dem G20-Gipfel.

Dies führe aber zu globaler Inflation, zu gestiegenen Preisen für Lebensmittel und Energie, unter denen vor allem die armen Länder litten. Der wirtschaftliche Konkurrenzkampf werde mit unfairen Mitteln ausgetragen, befand Putin. Als solche nannte er die Unterbrechung von Verkehrs- und Logistikverbindungen, Sperren im Zahlungsverkehr – wohl mit Blick auf westliche Sanktionen gegen Russlands wegen des Ukraine-Kriegs.

„Immer eine Tragödie“: Putin äußert sich in Rede auf G20-Gipfel zum Ukraine-Krieg

Update vom 22. November, 16.05 Uhr: „Ja natürlich, kriegerische Handlungen sind immer eine Tragödie“: Mit diesen Worten hat Wladimir Putin Vorwürfe wegen des Angriffs auf die Ukraine zurückgewiesen. Einige Teilnehmer hätten sich in ihren Redebeiträgen erschüttert gezeigt über die fortdauernde Aggression Russlands in der Ukraine, sagte Putin nach Angaben des Kremls. Doch man müsse darüber nachdenken, wie diese Tragödie beendet werden könne, so Putin.

Putin lenkte bei seinem G20-Auftritt laut der Nachrichtenagentur dpa dann auf den Krieg in Israel und Gaza über. Ob die Kollegen nicht erschüttert seien über die Ermordung der Zivilbevölkerung im Gazastreifen, fragte er etwa. Putin hat die Gipfeltreffen der Zwanzigergruppe wichtiger Industrie- und Schwellenländer zuletzt gemieden.

Die G20: Die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in einer Gruppe

19 Staaten und die Europäische Union bilden die G20. Sie repräsentieren mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung, erwirtschaften über 85 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts und sind für 80 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Diese Staaten gehören dazu:
19 Staaten und die Europäische Union bilden die G20. Sie repräsentieren mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung, erwirtschaften über 85 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts und sind für 80 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Diese Staaten gehören dazu: © Lars Berg/dpa
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In Sachen Bevölkerung nur auf Platz Drei, doch bei der Wirtschaftsleistung ganz oben: Die Vereinigten Staaten von Amerika. © Michael Brochstein/dpa
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imago472024753.jpg © imago
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Das bevölkerungsreichste Land unter den G20 ist die Volksrepublik China. Regiert wird der autoritäre Staat von Präsident Xi Jinping, der seine Macht auf dem Parteitag 2022 endgültig festigte. Die 1,3 Milliarden Menschen in China sind für 15 Prozent der Wirtschaftsleistung der G20-Gruppe verantwortlich. © Jade Gao/afp
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Die Gründungskonferenz der G20 fand 1999 in Berlin statt. Bis 2008 firmierten die Gipfel unter der Bezeichnung „Finanzministertreffen“. 2017 kehrte die Gruppe der G20 nach Deutschland zurück und kam in Hamburg zusammen. Der Gipfel wurde von massiven Protesten begleitet. Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen von Sicherheitskräften und Demonstranten. Zentrum des Konflikts war der Stadtteil Sankt Pauli. © Michael Kappeler/dpa
Deutschland ist als drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt ebenfalls Mitglied der G20. 2017 fand der Gipfel in Hamburg statt - und wurde begleitet von massiven Protesten und einem gigantischen Polizeiaufgebot.
Deutschland ist als drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt ebenfalls Mitglied der G20. 2017 fand der Gipfel in Hamburg statt - und wurde begleitet von massiven Protesten und einem gigantischen Polizeiaufgebot. © imago
Gastgeber des G20-Gipfels 2017 war der damalige Bürgermeister Hamburgs und spätere Bundeskanzler Deutschlands, Olaf Scholz. Er begrüßte unter anderem US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania in der Hansestadt.
Gastgeber des G20-Gipfels 2017 war der damalige Bürgermeister Hamburgs und spätere Bundeskanzler Deutschlands, Olaf Scholz. Er begrüßte unter anderem US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania in der Hansestadt. © imago
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Die viertgrößte Wirtschaftsleistung bei den G20 erzielt Japan. Der ostasiatische Staat besteht aus 6.852 Inseln. Bewohnt sind davon 425, auf denen mehr als 125 Millionen Menschen leben. Der Ballungsraum Tokio ist mit 37,3 Millionen Einwohner die größte Stadt der Welt. © Philip Fong/afp
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Großbritannien ist nach dem Brexit zwar kein Mitglied der EU mehr, dafür aber immer noch vertreten bei der G20. Staatsoberhaupt des Königreichs ist seit dem Tod von Königin Elisabeth II. ihr Sohn Charles III. Bei der G20 wird das Land aber durch die Regierung vertreten. © Aaron Chown/dpa
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Frankreich ist eines der drei EU-Länder, das auch mit einer eigenen Vertretung bei der G20 teilnimmt. Das einzige Treffen der Gruppe in der „Grande Nation“ fand im Jahr 2007 in der Hafenstadt Cannes statt. Aktivisten von Oxfam karikieren das Teilnehmerfeld: Angela Merkel, Nicolas Sarkozy, Barack Obama, David Cameron, usw. © Martin Bureau/afp
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Indien ist das Land unter den G20 mit der zweitgrößten Bevölkerung. Im Jahr 2002 fand in Dehli der einzige Gipfel der Gruppe in dem Land statt. Chili gilt als Grundnahrungsmittel in Indien, das offenbar auch von diesen beiden als indische Götter verkleideten Kindern geschätzt wird. © Avishek Das/dpa
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Brasilien ist das größte Land Südamerikas und eines der zwei Länder des Kontinents, die auch in der G20 vertreten sind. Das Land der Strände wie hier Ipanema in Rio de Janeiro erlebte kurz vor dem G20-Gipfel in Bali einen Regierungswechsel. Präsident Jair Bolsonaro wurde abgewählt und Lula da Silva feierte sein Comeback. © Jose Lucena/dpa
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Neben den USA ist auch der andere nordamerikanische Staat Teil der G20: Kanada. Das Land hoch im Norden wurde von 2015 bis 2025 von Premierminister Justin Trudeau regiert. Zweimal hintereinander trafen sich die Mitglieder der G20 in Kanada: Im Jahr 2000 in Montreal und im Jahr 2001 in Ottawa. Mit gerade einmal 35 Millionen Menschen stellt Kanada die drittkleinste Bevölkerung innerhalb der G20. © Chris Roussakis/dpa
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Südkorea ist neben China und Japan das dritte Land aus Ostasien, das bei der G20 dabei ist. Die Hauptstadt Seoul wurde kurz vor dem G20-Gipfel in Bali von einer Tragödie erschüttert. Mehr als 150 Menschen starben bei einer Massenpanik. Tausende kamen in den Straßen zusammen, um der Opfer zu gedenken. © Anthony Wallace/afp
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Russland ist eigentlich auch Mitglied der G20. Ob Präsident Wladimir Putin aber am G20-Gipfel in Bali teilnehmen wird, das steht noch nicht fest. Das Land ist aufgrund des Kriegs mit der Ukraine international zunehmend isoliert, hat mit Ländern wie China und Indien aber auch unter den G20-Staaten noch Verbündete. © Alexander Nemenov/afp
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Australien ist mit Blick auf die Bevölkerung das kleinste Land der G20. Der Staat „Down Under“, berühmt für das Opernhaus in Sydney, ist auch das einzige Land aus Ozeanien in der Gruppe der Zwanzig. © Bai Xuefei/dpa
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Mexiko ist wie der Nachbar im Norden, die USA, Mitglied der G20. Der mittelamerikanische Staat ist mit einer Einwohnerzahl von 127 Millionen der achtgrößte der G20. Viele Menschen in Mexiko feiern wie hier jedes Jahr den Tag der Toten, mit aufwendigen und gruseligen Kostümen. © Eduardo Verdugo/dpa
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Indonesien ist ebenfalls Mitglied der G20. Der Inselstaat beheimatet 257 Millionen Menschen und 128 Vulkane. 80 davon gelten als aktiv. Ausbrüche wie hier beim Vulkan Merapi gehören in Indonesien zum Alltag. © Slamet Riyadi/dpa
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Ein Land auf zwei Kontinenten und ebenso Mitglied der G20: die Türkei. Die Bosporus-Meerenge in Istanbul, der größten Stadt der Türkei, ist der Zugang zum Schwarzen Meer, über das wiederum Getreide für die ganze Welt aus den Häfen von Odessa und Mariupol verschifft wird. © Ozan Kose/afp
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Saudi-Arabien ist, was Wirtschaftsleistung und Bevölkerungszahl angeht, eines der kleinsten Länder der G20. Doch aufgrund der großen Rohstoff-Reserven, hauptsächlich Erdöl, kommt dem Land eine strategisch wichtige Bedeutung zu. Regiert wird das Königreich von Salman ibn Abd al-Aziz. Doch als eigentlicher Strippenzieher in dem absolutistisch regierten Land gilt Kronprinz Mohammed bin Salman (im Bild). © Uncredited/afp
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Südafrika ist das einzige afrikanische Land in der Gruppe der Zwanzig. Es hat außerdem die geringste Wirtschaftleistung aller G20-Staaten. Das Land am Kap der Guten Hoffnung gilt mit seinen Städten wie Johannesburg und Kapstadt als eine Hochburg der Mode - vom Minimalismus bis zur Haute Couture. © Kim Ludbrook/dpa
Italien ist ebenfalls Teil der G20 und wird aktuell durch Premierministerin Giorgia Meloni, hier beim Gipfel in Rio de Janeiro und im Gespräch mit dem ehemaligen Premierminister Kanadas, Justin Trudeau, vertreten.
Italien ist ebenfalls Teil der G20 und wird aktuell durch Premierministerin Giorgia Meloni, hier beim Gipfel in Rio de Janeiro und im Gespräch mit dem ehemaligen Premierminister Kanadas, Justin Trudeau, vertreten. © imago
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Eine Sonderrolle in den G20 kommt der Europäischen Union zu. Sie ist als Staatenbund mit einer eigenen Delegation bei den G20 vertreten. Die EU weist die zweitgrößte Wirtschaftsleistung und die zweitgrößte Bevölkerung in der G20 aus. Mit Deutschland, Frankreich und Italien sind drei EU-Mitgliedsländer auch als Einzelstaaten in der G20 vertreten. © Dragan Tatic/dpa
Neben der EU ist auch die Afrikanische Union beim G20-Gipfel 2025 in Südafrika mit einer Delegation vertreten.
Neben der EU ist auch die Afrikanische Union beim G20-Gipfel 2025 in Südafrika mit einer Delegation vertreten. © imago
2025 findet der G20-Gipfel in Johannesburg statt - unter massiven Sicherheitsvorkehrungen. Die Regierung Südafrika gab bekannt, mehr als 3.500 zusätzliche Polizisten einzusetzen.
2025 findet der G20-Gipfel in Johannesburg statt - unter massiven Sicherheitsvorkehrungen. Die Regierung Südafrika gab bekannt, mehr als 3.500 zusätzliche Polizisten einzusetzen. © imago

G20-Gipfel mit Putin – Indiens Premier eröffnet mit Verweis auf Israel-Krieg

Update vom 22. November, 14.35 Uhr: Indiens Premierminister Narendra Modi hat den virtuellen G20-Gipfel eröffnet. Eines seiner ersten Themen bei seiner Rede war laut der Times of India das Drama um die Hamas-Geiseln im Gazastreifen. „Wir hoffen, dass alle Geiseln bald freigelassen werden“, sagte er laut dem Bericht. Später wird bei dem Treffen auch eine Rede von Russlands Präsident Wladimir Putin erwartet.

Putin spricht bei G20 – alle Augen auf Russlands Präsidenten gerichtet

Erstmeldung: Moskau – Schon sehr lange hat Wladimir Putin nicht mehr öffentlich gesprochen. An diesem Mittwoch (22. November) soll es beim virtuellen G20-Gipfel wieder so weit sein. Russlands Präsident werde bei der Videoschalte „die russische Sicht auf den Stand der Welt“ darlegen, kündigte Kremlsprecher Dmitri Peskow laut der Nachrichtenagentur dpa in Moskau an.

Bei dem virtuellen Treffen sollen Themen des G20-Gipfels in Neu-Delhi weiter vertieft werden, hieß es aus dem indischen Außenministerium. Wie – und ob – dabei der Ukraine-Krieg zur Sprache kommen wird, schien zunächst unklar. Was das Militärgeschehen in der Ukraine angeht, wurde jetzt bekannt, dass Russland nach schweren Verlusten wohl die Eroberung von Awdijiwka nicht mehr mit aller Macht verfolgt. Auch der Krieg in Israel wird eine Rolle spielen.

Strafbefehl gegen Putin – Russlands Präsident selten in der Öffentlichkeit

Bei dem G20-Gipfel im September in Neu Delhi hatte sich Putin noch durch Außenminister Sergej Lawrow vertreten lassen. Auch Chinas Präsident Xi Jinping war damals ferngeblieben – er wird wohl auch dieses Mal nicht teilnehmen. Dafür werde Ministerpräsident Li Qiang dabei sein, sagte eine Außenamtssprecherin in Peking. Für Deutschland nimmt Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) an der Online-Veranstaltung teil.

Bei dem virtuellen Gipfel wird keine gemeinsame Erklärung erwartet, wie indische Medien berichteten. Putin bislang hat nur wenige Reisen ins Ausland unternommen, seit der Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) wegen der Verschleppung tausender ukrainischer Kinder Haftbefehl gegen ihn erlassen hat. (frs mit dpa)

Rubriklistenbild: © Mikhail Klimentyev/AFP

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