Putin bedauert „Aggression“ gegen die Ukraine und nennt Krieg eine „Tragödie“
VonFranziska Schwarz
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Wie ist „die russische Sicht“ auf den Ukraine-Krieg und den Krieg in Israel? Kremlchef Putin äußert sich vor den führenden Wirtschaftsmächten G20.
Update vom 22. November, 18.36 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) fordert den russischen Präsidenten Wladimir Putin laut ntv in der G20-Schalte auf, russische Truppen aus der Ukraine zurückzuziehen. Putin hatte an der Schalte der wichtigsten Industrie- und Schwellenstaaten teilgenommen. In seiner Rede hatte Putin gesagt, er wisse, wie schockiert viele Staaten über die anhaltende „Aggression Russlands“ in der Ukraine seien - eine Wortwahl, die ihm in seinem eigenen Land wohl eine Anklage eingebracht hätte.
Putin spricht bei G20-Gipfel auch über Auswirkungen der Inflation aus Russland
Update vom 22. November, 17.05 Uhr: Wladimir Putin hat in seiner Rede beim G20-Gipfel auch die aktuelle Inflation kommentiert. Er machte die führenden westlichen Mächte für die Teuerung verantwortlich, berichtet die dpa aus der Kreml-Mitschrift. Es seien Billionen US-Dollar und Euro in die Wirtschaft geflossen, teilweise auch zur Bekämpfung der Corona-Epidemie, beklagte Russlands Präsident demnach.
Dies führe aber zu globaler Inflation, zu gestiegenen Preisen für Lebensmittel und Energie, unter denen vor allem die armen Länder litten. Der wirtschaftliche Konkurrenzkampf werde mit unfairen Mitteln ausgetragen, befand Putin. Als solche nannte er die Unterbrechung von Verkehrs- und Logistikverbindungen, Sperren im Zahlungsverkehr – wohl mit Blick auf westliche Sanktionen gegen Russlands wegen des Ukraine-Kriegs.
„Immer eine Tragödie“: Putin äußert sich in Rede auf G20-Gipfel zum Ukraine-Krieg
Update vom 22. November, 16.05 Uhr: „Ja natürlich, kriegerische Handlungen sind immer eine Tragödie“: Mit diesen Worten hat Wladimir Putin Vorwürfe wegen des Angriffs auf die Ukraine zurückgewiesen. Einige Teilnehmer hätten sich in ihren Redebeiträgen erschüttert gezeigt über die fortdauernde Aggression Russlands in der Ukraine, sagte Putin nach Angaben des Kremls. Doch man müsse darüber nachdenken, wie diese Tragödie beendet werden könne, so Putin.
Putin lenkte bei seinem G20-Auftritt laut der Nachrichtenagentur dpa dann auf den Krieg in Israel und Gaza über. Ob die Kollegen nicht erschüttert seien über die Ermordung der Zivilbevölkerung im Gazastreifen, fragte er etwa. Putin hat die Gipfeltreffen der Zwanzigergruppe wichtiger Industrie- und Schwellenländer zuletzt gemieden.
Die G20: Die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in einer Gruppe
G20-Gipfel mit Putin – Indiens Premier eröffnet mit Verweis auf Israel-Krieg
Update vom 22. November, 14.35 Uhr: Indiens Premierminister Narendra Modi hat den virtuellen G20-Gipfel eröffnet. Eines seiner ersten Themen bei seiner Rede war laut der Times of India das Drama um die Hamas-Geiseln im Gazastreifen. „Wir hoffen, dass alle Geiseln bald freigelassen werden“, sagte er laut dem Bericht. Später wird bei dem Treffen auch eine Rede von Russlands Präsident Wladimir Putin erwartet.
Putin spricht bei G20 – alle Augen auf Russlands Präsidenten gerichtet
Erstmeldung: Moskau – Schon sehr lange hat Wladimir Putin nicht mehr öffentlich gesprochen. An diesem Mittwoch (22. November) soll es beim virtuellen G20-Gipfel wieder so weit sein. Russlands Präsident werde bei der Videoschalte „die russische Sicht auf den Stand der Welt“ darlegen, kündigte Kremlsprecher Dmitri Peskow laut der Nachrichtenagentur dpa in Moskau an.
Bei dem virtuellen Treffen sollen Themen des G20-Gipfels in Neu-Delhi weiter vertieft werden, hieß es aus dem indischen Außenministerium. Wie – und ob – dabei der Ukraine-Krieg zur Sprache kommen wird, schien zunächst unklar. Was das Militärgeschehen in der Ukraine angeht, wurde jetzt bekannt, dass Russland nach schweren Verlusten wohl die Eroberung von Awdijiwka nicht mehr mit aller Macht verfolgt. Auch der Krieg in Israel wird eine Rolle spielen.
Strafbefehl gegen Putin – Russlands Präsident selten in der Öffentlichkeit
Bei dem G20-Gipfel im September in Neu Delhi hatte sich Putin noch durch Außenminister Sergej Lawrow vertreten lassen. Auch Chinas Präsident Xi Jinping war damals ferngeblieben – er wird wohl auch dieses Mal nicht teilnehmen. Dafür werde Ministerpräsident Li Qiang dabei sein, sagte eine Außenamtssprecherin in Peking. Für Deutschland nimmt Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) an der Online-Veranstaltung teil.
Bei dem virtuellen Gipfel wird keine gemeinsame Erklärung erwartet, wie indische Medien berichteten. Putin bislang hat nur wenige Reisen ins Ausland unternommen, seit der Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) wegen der Verschleppung tausender ukrainischer Kinder Haftbefehl gegen ihn erlassen hat. (frs mit dpa)