Kannibale für die Front im Ukraine-Krieg: Verluste zwingen Putin zu drastischem Schritt
VonNadja Orth
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Der russische Präsident Putin schickt vermehrt Schwerverbrecher als Soldaten an die Front. Erneut kämpft ein verurteilter Kannibale im Ukraine-Krieg.
Moskau/Kiew – Ein weiterer verurteilter Mörder und Kannibale soll vom russischen Präsidenten Wladimir Putin begnadigt worden sein, um sich dem Militär anzuschließen und im Ukraine-Krieg an der Front zu kämpfen. Der Mann soll über zwei Jahrzehnte hinweg mehrere Menschen getötet und anschließend Körperteile verzehrt haben.
Seine Freilassung wurde nur wenige Tage durch russische Medien bekannt, nachdem bereits Mitte November Berichte über die Freilassung eines anderen Massenmörders und Satanisten im Umlauf waren. Die zuletzt vermehrten Rekrutierungen von Schwerverbrechern könnten dabei auf hohe Verluste Russlands im Krieg gegen die Ukraine zurückzuführen sein. Unabhängig lassen sich die Informationen zum möglichen Kannibalen in Putins Armee nicht überprüfen.
Weiterer Kannibale aus russischer Haft entlassen: Verurteilter Mörder kämpft an Front im Ukraine-Krieg
Wie mehrere Medien, darunter Meduza, unter Berufung auf russische Telegram-Kanäle berichteten, wurde der 44-jährige Denis G. frühzeitig aus seiner 22 Jahre langen Haft in einer Sonder-Strafkolonie entlassen. G. soll zunächst 2003 wegen Mordes und Verstümmelung einer Leiche zu zehn Jahren Haft verurteilt, aber wegen guter Führung frühzeitig entlassen worden sein.
2012 folgte die nächste Verurteilung des Straftäters: Der damals 33-Jährige hatte den Informationen zufolge nach seiner Freilassung 2010 einen Mann getötet und anschließend Körperteile abgetrennt, die er im Kühlschrank aufbewahrte und später verzehrte. Außerdem werden ihm zwei weitere Tötungen zwischen 2010 und 2012 zur Last gelegt, die er gemeinsam mit seinem Bruder begangen haben soll.
Die Redaktion der russischen News-Seite Siberia.Realities ließ sich laut eigenen Angaben von einem Nachbar bestätigen, dass G. aktuell als Soldat im Ukraine-Krieg eingesetzt wird. Außerdem soll vor etwa einem Monat ein neues Foto auf seiner Social-Media-Seite erschienen sein. Darauf ist er in Militäruniform mit dem für Russland typischen Z-Symbol auf dem Ärmel zu sehen.
Russischer Kannibale kämpft im Ukraine-Krieg – dank eines offiziellen Rekrutierungsprogramms in Russland
Erst vor kurzem wurde die Freilassung eines weiteren russischen Massenmörders und Satanisten bekannt: Nikolai Ogolobyak. Der 33-Jährige war wegen seiner grausamen Morde und Rituale, bei denen er ebenfalls Körperteile verzehrte, zu einer Haftstrafe bis 2030 verurteilt, aber ebenfalls als Soldat frühzeitig entlassen worden. Nachdem er im Ukraine-Krieg stark verwundet wurde, kehrte er zu seinem Vater nach Russland zurück.
Seit des russischen Angriffs auf die Ukraine Anfang 2022 war zunächst von der privaten Söldnertruppe Wagner bekannt, verurteilten Straftätern für den Krieg eine Begnadigung zu beschaffen. Laut Informationen des britischen Verteidigungsministeriums zog das russische Verteidigungsministerium Anfang 2023 offiziell nach und legalisierte ein Programm zur Rekrutierung von Straftätern per Gesetz. Es wird davon ausgegangen, dass sich allein im April bis zu 10.000 russische Gefangene für das Programm gemeldet haben. Die Kampagne sei Teil „einer umfassenderen, intensiven Anstrengung des russischen Militärs, seine Zahlen zu erhöhen, während gleichzeitig versucht wird, die Einführung einer neuen Zwangsmobilisierung zu vermeiden, die in der russischen Öffentlichkeit sehr unpopulär wäre“, schrieb das britische Ministerium weiter.
Hohe Verluste im Ukraine-Krieg zwingen Putin, mehr Straftäter als Soldaten einzusetzen
Russland versucht vor dem Wintereinbruch militärische Fortschritte im Ukraine-Krieg zu erzielen. Dabei wurden hohe Verluste an Soldaten und Fahrzeugen gemeldet. „Keine Seite hat in einem dieser Gebiete wesentliche Fortschritte erzielt“, schrieben die Briten beim Kurznachrichtendienst X (früher Twitter) am 18. November. Russland erleide weiterhin besonders schwere Verluste rund um Awdijiwka, was unter anderem auf die teils perfide Strategie der Militär-Führungen zurückgeführt werden könnte.
Bilder des Ukraine-Kriegs: Großes Grauen und kleine Momente des Glücks
So berichteten russische Soldaten bei Awdijiwka von sogenannten „Fleischangriffen“, bei denen eine große Anzahl schlecht ausgestatteter Soldaten an die Front geschickt wird, um den Feind regelrecht zu überrollen. Die hohen Verluste auf der eigenen Seite werden bei dieser Kriegstaktik nicht nur in Kauf genommen, sondern bewusst einkalkuliert.
Russland schickt Straftäter in den Ukraine-Krieg: Vorgehen wird scharf kritisiert
Das russische Vorgehen, Straftäter im Ukraine-Krieg einzusetzen und ihnen im Anschluss die Freiheit zu schenken, steht immer wieder scharf in der Kritik. Russland verteidigt seine Methode. Sie sei ein Weg, „dass sie ihre Schuld mit Blut begleichen. Die Verurteilten, unter ihnen auch Schwerverbrecher, büßen für ihr Verbrechen mit Blut auf dem Schlachtfeld“, erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow am 10. November. (nz mit dpa-Material)