Täter festgenommen

AfD-Politiker in Mannheim mit Messer verletzt: Polizei widerspricht Darstellung der Partei

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In Mannheim gab es den nächsten Messerangriff nach der Attacke auf Stürzenberger. Diesmal wurde ein AfD-Gemeinderatskandidat verletzt. Wie wirkt sich das auf das Wahlverhalten aus?

Update vom 6. Juni, 7:34 Uhr: Die Angriffe in Mannheim wirken sich nach Einschätzung eines Ludwigsburger Politikforschers kaum auf das Verhalten in den Wahlkabinen aus. „Das hat lediglich einen bestärkenden Einfluss auf Leute, die ohnehin die AfD wählen“, sagte Rafael Bauschke, Professor für Politische Kommunikation an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg, der Deutschen Presse-Agentur

Auf einem AfD-Parteitag hängt ein Plakat mit dem Schriftzug „Alternative für Deutschland“.

Wahlentscheidungen seien stets ein komplexes Phänomen, sagte Bauschke. „Da haben einzelne Ereignisse eine überschaubare Wirkung.“ Außerdem gehöre Politik für viele Menschen nicht zum Lebensmittelpunkt. „Wenn man gerade in einem der Überschwemmungsgebiete ist, hat man andere Sorgen. Da sind die Leute singulär bei dem, was sie gerade am meisten interessiert oder umtreibt.“

Update vom 5. Juni, 16.20 Uhr: Der AfD-Gemeinderatskandidat Heinrich Koch, der in Mannheim mit einem Messer verletzt wurde, geht von einem politischen Motiv der Tat aus. Die Verdächtigen hätten Wahlplakate an dem ganzen Platz „heruntergerockt“, sagte Koch der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Im Netz habe es bereits zuvor Aufrufe zu Angriffen auf AfD-Politiker in Mannheim gegeben.

Er habe Umstehende gebeten, die Polizei zu informieren, dann sei er dem Mann mit den Plakaten hinterher. „Ich dachte, ich muss die einfach stellen.“ Koch sagte, er habe sein Handyvideo angeschaltet - „auch als Eigensicherung“. Er habe zunächst nicht erkannt, dass der junge Mann mit den Plakaten ein Messer in der Hand habe, habe sich dann aber automatisch geschützt und weggedreht. Seine Schnittverletzungen am Ohr und am Bauch habe er zunächst nicht wahrgenommen, er sei dem flüchtenden Verdächtigen nochmals hinterhergelaufen.

„Das habe ich nicht gemerkt im Adrenalinrausch, ich wollte ihn stellen.“ Dann sei aber die Polizei schnell vor Ort gewesen. Koch gab an, er sei Fallschirmjägeroffizier als Oberstleutnant der Reserve und habe eine Ausbildung im Nahkampf genossen. 

AfD-Kandidat in Mannheim mit Messer angegriffen: Polizei widerspricht Informationen zu Täter

Update vom 5. Juni, 12.35 Uhr: Nach dem Angriff auf einen AfD-Politiker in Mannheim ist der 25 Jahre alte Tatverdächtige nach Angaben der Ermittler in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht worden. Bei der Festnahme habe es deutliche Hinweise auf eine psychische Erkrankung gegeben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit.

Die AfD sprach zuvor in Medien von einer Attacke eines Linksextremisten. Diese Info ließ sich zunächst nicht nur nicht bestätigen, Polizei und Staatsanwaltschaft widersprechen ihr auch konkret: „Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand liegen keine konkreten Hinweise vor, dass der Tatverdächtige bei dem Angriff erkannt hatte, dass es sich bei dem Geschädigten um einen AfD-Politiker handelt.“

Der Beschuldigte soll am Dienstagabend mehrere Wahlplakate beschädigt und entwendet haben. Zeugen alarmierten der Mitteilung zufolge die Polizei. Der AfD-Politiker habe das Geschehen ebenfalls bemerkt, den Tatverdächtigen verfolgt und gestellt, teilte die Polizei mit. Der 25-Jährige solle daraufhin den Verfolger mit einem Cuttermesser verletzt haben. Das Opfer sei nicht lebensgefährlich verletzt worden und in ein Krankenhaus gekommen.

Der mutmaßliche Täter sei nach dem Vorfall geflohen, teilten die Ermittler weiter mit. Polizisten konnten ihn festnehmen. Er habe keinen Widerstand geleistet.

AfD-Politiker in Mannheim attackiert: Verletzungen am Ohr und Bauch

Update vom 5. Juni, 11.50 Uhr: Der in Mannheim mit einem Messer verletzte AfD-Politiker ist nach Angaben aus der Gemeinderatsfraktion am Ohr und am Bauch getroffen worden. Er habe vor dem Vorfall am Dienstagabend eine Veranstaltung des AfD-Kreisverbands besucht, berichtete Jörg Finkler von der AfD-Fraktion im Gemeinderat Mannheim. Im Anschluss habe der 62-Jährige von weitem erkennen können, wie mehrere Personen Wahlplakate der AfD entfernt hätten – und habe sie zur Rede stellen wollen.

Finkler sagte, er sei selbst bis in die Morgenstunden bei dem verletzten Kandidaten im Krankenhaus gewesen, zusammen mit dessen Frau. Er sei mit dem Opfer befreundet, beide kandidierten für den Gemeinderat. Eine Polizeistreife habe den Verdächtigen in kürzester Zeit erfasst, weil sie in der Nähe gewesen sei und ein Bürger die 110 gewählt habe. Der verletzte Kandidat werde die Klinik wohl am Mittag verlassen.

Wieder Messerangriff in Mannheim: AfD-Kandidat attackiert

Erstmeldung: Mannheim – In Mannheim ist ein AfD-Kandidat für die Kommunalwahl am späten Dienstagabend mit einem Messer angegriffen worden. Der Mann wurde dabei verletzt, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch (5. Juni) erfuhr. Der Täter wurde von der Polizei festgenommen. Der Vorfall ereignete sich demnach um 22.45 Uhr.

AfD-Kandidat in Mannheim mit Messer angegriffen: „Sind erschrocken und bestürzt“

Die Polizei Mannheim bestätigte am Morgen offiziell nur, dass es einen Polizeieinsatz gab. Am Vormittag will sie über weitere Details informieren. Nach Angaben des Kreisverbands der AfD ereignete sich der Messer-Angriff in Mannheim in der Nähe des Marktplatzes. Der AfD-Kandidat habe demnach einen Plakatabreißer auf frischer Tat ertappt. Als er die Person gestellt habe, sei er von der Person angegriffen und mit einem Messer verletzt worden.

Der AfD-Politiker befinde sich noch im Krankenhaus, habe aber nur Schnittverletzungen davongetragen. Der AfD sprach von einer Attacke von Linksextremisten – die Angaben konnten offiziell noch nicht bestätigt werden. „Wir sind erschrocken und bestürzt“, sagte der AfD-Landesvorsitzende Markus Frohnmaier.

Nächster Messerangriff in Mannheim: AfD-Kandidat mit Messer attackiert

In Mannheim war am vergangenen Freitag (31. Mai) bereits der Islam-Kritiker und ehemalige CSU-Politiker Michael Stürzenberger während einer Veranstaltung seiner Bürgerbewegung „Pax Europa“ mit einem Messer attackiert worden. Bei dem Angriff war Stürzenberger verletzt worden. Polizeioberkommissar Rouven L. war schwer verletzt worden und hatte schließlich im Krankenhaus sein Leben verloren. (bb/dpa)

Rubriklistenbild: © Rene Priebe/dpa

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