„Schröder und SPD untrennbar“

Fliegt Gerhard Schröder nach Russland-Debakel aus der SPD? Anwalt des Altkanzlers bezieht Stellung

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Gerhard Schröder muss einen Rauswurf aus der SPD befürchten - oder doch nicht? Der Anwalt des Altkanzlers zeigt sich gelassen.

Osnabrück - Gerhard Schröder genoss innerhalb der SPD lange ein hohes Ansehen - zu lange, finden einige. Irgendwann mussten die Parteimitglieder dann doch auf die immer größer werdende Kritik am Altkanzler wegen seiner Nähe zu Wladimir Putin und dessen Gas-Lobbytätigkeit reagieren.

Gerhard Schröder droht Ausschluss aus der SPD – Anwalt Nagel gelassen

Inzwischen steht Schröder, der beim russischen Ölkonzern hingeworfen hat, womöglich kurz vor dem Rauswurf aus der SPD. Nachdem eine mündliche Verhandlung über einen Parteiausschluss bereits zweimal wegen Corona verschoben werden musste, ist diese nun für den 14. und 15. Juli beim SPD-Unterbezirk Region Hannover geplant.

SPD-Altkanzler Gerhard Schröder wird im Bundestag interviewt.

Doch zu befürchten hat Gerhard Schröder offenbar nur wenig, glaubt zumindest dessen Anwalt. „Ausgeschlossen. Es kommt nicht zum Parteiausschluss“, zeigte sich Michael Nagel gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung überzeugt. „Die in der Partei Verantwortlichen werden zumindest im Hinterzimmer wissen, dass es dafür keine tatsächliche und rechtliche Grundlage gibt“, sagte Nagel weiter.

Schröder-Anwalt Nagel: Verstehe nicht, warum man sich Nähe zu Putin nicht zunutze macht

Der Rechtsanwalt machte deutlich, dass Schröder nicht persönlich bei der mündlichen Verhandlung anwesend sein wird. „Weil es keine Gründe für eine persönliche Rechtfertigung gibt. Er war, ist und wird überzeugtes SPD-Mitglied bleiben. Die SPD und Gerhard Schröder gehören untrennbar zusammen“, erklärte Nagel.

Schröders Verteidiger kann darüber hinaus nicht verstehen, warum man sich in Zeiten des Ukraine-Konflikts die Nähe zum russischen Präsidenten nicht zunutze macht. „Wer etwas von Konflikt- oder Streitschlichtung versteht, fordert in einer solchen Situation nicht, eine bestehende und über Jahrzehnte gewachsene Freundschaft zu Wladimir Putin zu beenden, sondern diese für fortwährende Gespräche im Sinne des Landes und für eine Friedenspolitik zu nutzen.“ (mt/dpa)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Jens Schicke

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