Erneut Drohnen über Flughäfen in Dänemark – Regierung sieht „systematische Bedrohung“
VonFranziska Schwarz
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Wenige Tage nach dem Drohnenalarm am Flughafen Kopenhagen führten ähnliche Vorfälle zur vorübergehenden Sperrung weiterer Airports in Dänemark.
Update, 9:30 Uhr: Dänemark hat nach erneuten Drohnenflügen über vier Flughäfen einen „hybriden Angriff“ durch professionelle Akteure vermutet. Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen sprach von einer „systematischen“ Bedrohung, nachdem bereits am Montag der Flugverkehr in Kopenhagen wegen stundenlanger Drohnen-Vorfall-Aktivitäten eingestellt werden musste. Der Minister betonte vor Journalisten, dass alle Indizien auf „die Arbeit eines professionellen Akteurs“ hindeuteten. Die Vorfälle ereigneten sich in der Nacht zum Donnerstag an vier dänischen Flughäfen.
Erstmeldung vom 25. September: Kopenhagen – Gerade erst haben größere Drohnen den Flughafen von Kopenhagen lahmgelegt. Nun ist ein anderer Flughafen betroffen: In der Nacht zu Donnerstag (25. September) entdeckten die Behörden unbekannte Drohnen über den Flughäfen Aalborg, Esbjerg und Sönderborg sowie dem Luftwaffenstützpunkt Skrydstrup, wie die dänische Polizei mitteilte.
Die Vorfälle ereigneten sich nur zwei Tage nach der stundenlangen Sperrung des Kopenhagener Flughafens durch Drohnen-Attacken. Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen hatte die Drohnen über Kopenhagen als „bislang schwersten Angriff auf die kritische Infrastruktur Dänemarks“ bezeichnet. Die NATO wertet ähnliche Luftraumverletzungen in Polen, Estland und Rumänien als gezielte Provokation Russlands. Moskau mit Kremlchef Wladimir Putin weist die Vorwürfe zurück.
Neue NATO-Luftraumverletzung in Dänemark: Drohnen für Stunden in der Luft
In Kopenhagen war der Flugverkehr am Montagabend eingestellt worden, weil mehrere große Drohnen stundenlang über das Airportgelände hinwegflogen. Die Drohnenaktivität in Aalborg ähnele in etwa derjenigen in Kopenhagen, sagte Bundespolizeichef Thorkild Fogde in einer nächtlichen Pressekonferenz. Man sehe ein ähnliches Muster, die Drohnen seien gut sichtbar und mit eingeschaltetem Licht unterwegs.
Polizei-Einsatzleiter Jesper Bojgaard sagte nach Angaben der dänischen Sender DR und TV 2 gegen Mitternacht vor Reportern, dass gegen 21:44 Uhr mehrere Drohnen gesichtet worden seien, die sich noch immer in der Luft befänden. Wie viele es genau seien, könne er noch nicht sagen. Auch die Größe lasse sich noch nicht einschätzen. Wenn man die Möglichkeit erhalte und dies sicherheitsmäßig vertretbar sei, werde man sie vom Himmel holen, kündigte Bøjgaard nach Informationen der dpa an.
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Drohnen im NATO-Luftraum: Trump schließt Abschuss nicht aus, Pistorius warnt
US-Präsident Donald Trump hatte sich zu den NATO-Luftraumverletzungen durch mutmaßlich russische Militärflugzeuge und Drohnen geäußert. In einem solchen Fall befürworte er grundsätzlich einen Abschuss russischer Kampfjets, hatte Trump auf Nachfrage eines Reporters geantwortet. Die Regierung von Polen äußerte sich ähnlich. Litauen hat vor diesem Hintergrund seine Regeln zum Abschuss von Drohnen bereits angepasst.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) ermahnte die NATO-Partner hingegen zur Vorsicht: „Leichtfertige Forderungen danach, irgendwas vom Himmel zu holen oder nochmal ein besonderes Zeichen der Stärke zu setzen, helfen gerade am allerwenigsten.“ (Quellen: afp, dpa) (frs)