Klimakonferenz

Good COP, bad COP

+
Blick in die Veranstaltungshalle der UN-Klimakonferenz COP im World Conference Center in Bonn.
  • schließen

In Bonn beginnt unter trüben Vorzeichen die Planung zum Klimagipfel in Dubai.

Mehr als sieben Jahre ist es her, dass in Paris das Weltklima-Abkommen geschlossen wurde. Ziel: die Erderhitzung deutlich unter zwei Grad zu stoppen, besser aber bei 1,5 Grad. Auf dem nächsten UN-Klimagipfel im Herbst in Dubai (COP 28) soll nun erstmals offiziell Bilanz gezogen werden, wie es darum steht. Also, ob die 195 Paris-Unterzeichnerstaaten genug tun – und wie weit nachzubessern ist. Vorbereitungen für diesen „Stocktake“, der ausgerechnet im fossilen Eldorado der Vereinigten Arabischen Emirate“ (VAE) stattfindet, laufen seit Montag auf der turnusmäßigen COP-Vorkonferenz in Bonn, am Sitz des UN-Klimasekretariats. Und schon zum Auftakt zeigte sich: In Dubai wird es schwer werden.

Die deutsche Staatssekretärin für internationale Klimapolitik im Auswärtigen Amt, Jennifer Morgan, beschwor zum Auftakt in Bonn Fortschritte: „In den kommenden zwei Wochen werden wir gemeinsam mit der EU daran arbeiten, eine breite Koalition für eine ambitionierte globale Klimapolitik aufzubauen.“ Damit könne man in Dubai dann wegweisende Entscheidungen treffen, „durch welche wir einen großen Sprung in Richtung einer klimafreundlichen, nachhaltigen und damit besseren Welt machen“. Und UN-Klimachef Simon Stiell appelliert, alle wüssten doch, „was auf dem Spiel steht, jetzt muss jedes Land liefern.“

Um die 1,5 Grad noch zu halten, muss der CO2-Ausstoß global laut Weltklimarat IPCC bis 2030 halbiert werden. Dazu müssten in Dubai die Weichen gestellt werden. Überschattet wird allerdings schon die Bonner Konferenz davon, dass eine Senkung der Emissionen nicht unter den Prioritäten ist, die der designierte COP-Präsident, der Ölkonzern-Chef Ahmed Al Jaber, für die COP 28 aufgestellt hat. Er sprach unlängst beim Petersberger Klimadialog in Berlin nur von einem „Ausstieg aus fossilen Emissionen“. Damit wäre Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas weiter möglich, solange das mit CO2-Abtrennung und -Speicherung gekoppelt wird. Morgan hingegen fordert eine „klare Roadmap, einen Weg zum Ausstieg aus den fossilen Energien“.

Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch warnt denn auch: „Alles deutet darauf hin, dass die VAE versuchen werden, ihre Agenda zur Verlängerung des Zeitalters von Öl und Gas massiv voranzutreiben.“ In Dubai werden die fossile Lobby mächtig Druck machen.

Weitere Themen in Bonn sind Verhandlungen über ein globales Ziel zur Anpassung an den Klimawandel mit konkreten Konsequenzen; außerdem geht es darum, den geplanten Fonds für „Schäden und Verluste“ handlungsfähig zu machen, der Ländern bei Klimawandel-Katastrophen helfen soll. Die Vorsitzenden der Konferenz haben zusammengefasst, was dazu und zu anderen Themen bis zur COP 28 noch besprochen werden muss. Allein die Liste umfasst 24 Seiten.

Kommentare