Klimaaktivistin will in den Hintergrund

Greta Thunberg vor „Rücktritt“? - „Zeit, das Mikrofon weiterzureichen“

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Greta Thunberg auf einer Bühne. Nun kündigte die schwedische Klimaaktivistin an, sich künftig eher im Hintergrund für den Klimaschutz engagieren zu wollen (Archivbild, Juni 2022).

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg will im Kampf gegen den Klimawandel das „Mikrofon weiterreichen“ - und äußert auch ihre persönliche Meinung.

Berlin - Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg will sich in Zukunft nur noch im Hintergrund für den Klimaschutz engagieren. Das sagte sie in einem Interview mit der Zeitschrift Brigitte Be Green, wie die dpa am Mittwoch (19. Oktober) berichtete. Dabei nutzte Thunberg die Gelegenheit, um sich erneut für Atomenergie statt Kohlekraft starkzumachen.

Kampf gegen Klimawandel im Hintergrund: Greta Thunberg will „Mikrofon weiterreichen“

Die Schwedin Greta Thunberg demonstrierte im Jahr 2018 zum ersten Mal für das Klima. Damals stand sie mit einem Schild mit der Aufschrift „Schulstreik für das Klima“ vor dem Schwedischen Reichstag, anstatt im Klassenzimmer zu sitzen. Daraus entwickelte sich die globale Bewegung „Fridays for Future“, im Jahr 2019 nahmen am weltweiten Klima-Streik bereits fast zwei Millionen Menschen in 129 Staaten teil.

Nun kündigte die Klimaaktivistin an, sich etwas aus der Öffentlichkeit zurückziehen zu wollen. „Ich mache noch viel, bin aber nicht mehr so sichtbar in den Medien“, sagte Thunberg der Zeitschrift Brigitte Be Green. Die am stärksten vom Klimanotstand betroffenen Menschen sollten besser gehört werden, erklärte Thunberg ihre Entscheidung und ergänzte: „Es ist Zeit, das Mikrofon weiterzureichen.“

Greta Thunberg bekräftigt erneut Position in Atomkraftwerk-Debatte

Die schwedische Klimaaktivistin hatte in der Debatte um Atomkraft bereits in der ARD-Sendung „Maischberger“ vergangene Woche deutlich gemacht, dass sie für einen Weiterbetrieb der Atomkraftwerke in Deutschland sei. Im Interview mit Brigitte Be Green bekräftigte die Klimaaktivistin erneut, dass Atomkraftwerke der Kohle vorzuziehen seien. „Meine persönliche Meinung - und ich spreche hier nicht für Fridays For Future - ist: Es ist ein Fehler, sie zu stoppen, wenn Kohle die Alternative ist“, sagte die 19-Jährige.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat unterdessen zum Weiterbetrieb der drei in Deutschland verbliebenen AKW am Montag ein Machtwort gesprochen. Die Kernkraftwerke Isar 2, Neckarwestheim 2 und Emsland sollen demnach bis Mitte April 2023 weiterlaufen können (dpa/bme).

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