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Donald Trump pocht auf Grönland, ein Gespräch soll die Wogen glätten. Doch Dänemark entsendet bereits Truppen – ebenso wie auch Deutschland.
Update, 10:52 Uhr: Russland verurteilte die Stationierung von Soldaten aus Deutschland und anderen NATO‑Mitgliedstaaten in Grönland. Die militärische Präsenz auf der Arktis-Insel „bereitet uns große Sorge“, teilte die russische Botschaft in Brüssel, wo das NATO-Hauptquartier ansässig ist, am späten Mittwochabend mit. Das Bündnis erweitere seine militärischen Kapazitäten in der Region „unter dem falschen Vorwand einer wachsenden Bedrohung durch Moskau und Peking“.
Die russische Botschaft warf der NATO vor, die US-Äußerungen zu Grönland „zu nutzen, um ihre antirussische und antichinesische Agenda voranzutreiben“. Die Arktis müsse „ein Gebiet des Friedens, des Dialogs und der fairen Zusammenarbeit bleiben“.
Update, 15. Januar, 5:54 Uhr: Auch Frankreich schickt auf Anfrage Dänemarks Soldaten ins von den USA beanspruchte Grönland. Präsident Emmanuel Macron schrieb auf der Plattform X, die ersten Militärangehörigen seien unterwegs. „Weitere werden folgen.“
Das deutsche Verteidigungsministerium hat ebenfalls angekündigt, Soldaten zu entsenden, und hatte von einer „Erkundung“ gesprochen, um Rahmenbedingungen für mögliche militärische Beiträge zur Unterstützung Dänemarks bei der Gewährleistung der Sicherheit in der Region auszuloten (siehe vorheriges Update). Jetzt werden mehr und mehr Details zum Einsatz klar.
Das Verteidigungsministerium in Berlin teilte am Abend mit, ein Transportflugzeug vom Typ A400M werde am Morgen 13 Bundeswehrsoldaten in die grönländische Stadt Nuuk fliegen. Die Erkundung vor Ort werde zusammen mit Vertretern weiterer Partnernationen stattfinden. «Ziel ist, die Rahmenbedingungen für mögliche militärische Beiträge zur Unterstützung Dänemarks bei der Gewährleistung der Sicherheit in der Region zu erkunden, beispielsweise für Fähigkeiten zur Seeraumüberwachung.»
Das Ministerium wies darauf hin, dass sich die Soldaten auf Einladung Dänemarks und bis Samstag auf der Arktisinsel aufhalten werden.
Update, 20:27 Uhr: Die Bundesregierung hat den geplanten Einsatz der Bundeswehr auf Grönland bestätigt. Gemeinsam mit den NATO-Staaten Schweden und Norwegen werde Militärpersonal auf die Insel entsenden. „Deutschland wird morgen ein gutes Dutzend Soldaten als Erkunder nach Grönland schicken“, sagte ein Regierungssprecher gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.
Update, 20:15 Uhr: Auch nach dem Krisengespräch zwischen den USA, Dänemark und Grönland gibt es keine Lösung in dem Konflikt um die Arktisinsel. Zwischen den Parteien bestehe eine „fundamentale Meinungsverschiedenheit“, sagte der dänische Außenminister Lars Lokke Rasmussen nach dem Treffen mit US-Außenminister Marco Rubio und US-Vizepräsident JD Vance in Washington.
Rasmussen erklärte gegenüber der Presse, dass man sich teilweise entgegenkommen, aber nicht gänzlich mit den USA einigen konnte. Die Forderung von Trump, Grönland zum US-Gebiet zu machen, stehe noch immer. Grönlands Außenministerin Vivian Motzfeld sagte, sie hoffe auf beiden Seiten auf „mehr Verständnis“. Die beiden äußerten sich auffällig bedacht und wollten nicht zu viel über die Gesprächsinhalte verraten.
Update, 19:53 Uhr: Jetzt will offenbar auch Deutschland Soldaten nach Grönland entsenden. Dies berichtet die Bild-Zeitung unter Berufung auf „mehrere Quellen in Deutschland und Skandinavien“. Demnach soll zunächst ein Vorabtrupp aus einigen Bundeswehrangehörigen geschickt werden. Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums wollte diese Angaben gegenüber der Zeitung aber weder bestätigen noch dementieren, hieß es. Laut dem Bericht könnte es schon am Donnerstag (15. Januar) mit einem ersten Erkundungstrupp losgehen.
Bereits am Dienstag (13. Januar) forderte der Präsident des Bundeswehr-Reservistenverbands die Stationierung deutscher Soldaten auf Grönland, um einer möglichen Übernahme durch die USA entgegenzuwirken. „Wir müssen davon ausgehen, dass US-Präsident Donald Trump mit Grönland Ernst macht. Europa muss daher viel stärker Präsenz auf Grönland zeigen“, erklärte Patrick Sensburg am Dienstag.
Weißes Haus provoziert mit KI-Bild während Grönland-Gesprächen
Update, 19:10 Uhr: Mit einem KI-generierten Bild von Schlittenhunden hat das Weiße Haus noch während des Spitzengesprächs zum Grönlandkonflikt die unnachgiebige Haltung von US-Präsident Donald Trump bekräftigt. „Welchen Weg?“, wird auf X zu dem Bild gefragt, das jeweils zwei von Hunden gezogene Grönlandschlitten zeigt – einer ist auf dem Weg Richtung Weißes Haus, einer Richtung China und Russland. Über dem Weißen Haus scheint die Sonne, über dem Kreml und der Chinesischen Mauer wütet ein Gewitter.
Trump hat mehrmals gesagt, dass Schlittenhunde zur Verteidigung der Arktis nicht ausreichten. Er erhebt Anspruch auf Grönland und begründet diesen mit Sicherheitsfragen und einer Bedrohung durch Russland und China in der Region. Am Morgen (Ortszeit) hatte Trump auf seiner Plattform Truth Social geschrieben, alles andere als ein Grönland in US-Hand sei inakzeptabel.
Dänemark entsendet Streitkräfte nach Grönland
Update, 16:02 Uhr: Vor den Gesprächen im Weißen Haus ist eine Vorhut der dänischen Streitkräfte auf Grönland eingetroffen. Dies berichtet der dänische, öffentlich-rechtliche Rundfunk DR. Dänemark schickt demnach militärische Ausrüstung und Vorausabteilungen nach Grönland, das sich darauf vorbereitet, größere Truppenverbände der dänischen Armee und anderer Verteidigungskräfte aufzunehmen.
„Wir werden unsere militärische Präsenz in Grönland weiter verstärken“, teilte Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen zuvor am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP mit. „Wir werden aber auch innerhalb der NATO auf mehr Übungen und eine verstärkte Präsenz der NATO in der Arktis drängen.“ Dänemark führe mit seinen Partnern Diskussionen „über neue und verstärkte Aktivitäten im Jahr 2026“.
Grönland-Gespräche im Weißen Haus: Auch Trumps Vize Vance dabei
Erstmeldung: Kopenhagen/Nuuk – Im Streit um US-Ansprüche auf Grönland trifft sich der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen an diesem Mittwoch in Washington mit US-Vizepräsident JD Vance und US-Außenminister Marco Rubio. An dem Treffen solle auch die für Außenpolitik zuständige grönländische Ministerin Vivian Motzfeldt teilnehmen, meldete die dänische Nachrichtenagentur Ritzau unter Berufung auf Rasmussen.
USA-Dänemark-Treffen zu Grönland mit Trump-Minister Rubio und Vize Vance
Vance werde auf eigenen Wunsch an dem Treffen im Weißen Haus teilnehmen, so der dänische Außenminister nach einer Sitzung des auswärtigen Ausschusses in Kopenhagen. Man wolle die Situation in einem Rahmen erörtern, wo man sich in die Augen schauen könne. Weitere Kommentare wolle er derzeit nicht abgeben. Zuvor hatte es einen tagelangen verbalen Schlagabtausch zwischen unter anderem US-Präsident Donald Trump und dänischen Politikern wie Ministerpräsidentin Mette Frederiksen in der Angelegenheit gegeben. Trump will Grönland den USA einverleiben.
Dänemark und Grönland hatten daraufhin um das Gespräch gebeten. Grönland mit seinen rund 57.000 Einwohnern ist weitgehend autonom, gehört aber offiziell zum Königreich Dänemark.
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US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Tagen erneut mit der Annexion Grönlands gedroht und dies mit nationalen Sicherheitsinteressen begründet. Jüngst machte er klar, dass es ihm um langfristigen Besitz von Grönland geht. „Wir sprechen über Erwerb, nicht über eine Pacht“, sagte er. Immer wieder rechtfertigt Trump den Gebietsanspruch damit, dass sich sonst China oder Russland die Insel einverleiben würden. Zudem verwies er auf die strategische Bedeutung der Insel und auf die Bodenschätze Grönlands.
US-Ansprüche auf Grönland im Prinzip nicht neu: Trump erwägt sogar Militäreinsatz
Trump erhebt seit längerem Besitzansprüche auf Grönland. Schon in seiner ersten Amtszeit sorgte er für Irritationen, als er Interesse am Kauf von Grönland anmeldete. Mit der angedrohten Annexion geht er noch weiter. Das Weiße Haus schloss zuletzt sogar einen Militäreinsatz ausdrücklich nicht aus.
Dänemark und Grönland weisen Trumps Besitzansprüche seit Wochen mit Unterstützung zahlreicher europäischer Partner – Deutschland – vehement zurück. Wenn ein NATO-Land ein anderes angreife, dann höre alles auf, hatte Dänemarks Regierungschefin Frederiksen gesagt. Grönland gehört als Teil des Königreichs Dänemark zur NATO. Die Arktisinsel war bis 1953 dänische Kolonie und ist inzwischen weitgehend autonom. Für die Sicherheits- und Verteidigungspolitik ist aber weiter Dänemark zuständig.
Streit mit den USA um Grönland: Merz will Amerikaner einbinden
Mehrere NATO-Staaten wie Großbritannien hatten sich zuletzt für einen Ausbau der Bündnispräsenz in der Arktis ausgesprochen. Ein Vorschlag sieht Diplomaten zufolge einen Überwachungseinsatz mit dem Namen „Arctic Sentry“ (deutsch etwa: Wächter der Arktis) vor. Er soll den Amerikanern das Argument nehmen, dass die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region nicht ausreichend gewährleistet werden könne. Unterstützt werden die Pläne für eine stärkere Bündnispräsenz in der Arktis unter anderem von Deutschland und Großbritannien.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) geht davon aus, dass die USA sich an einer stärkeren NATO-Präsenz rund um Grönland beteiligen werden. „Wir teilen die amerikanischen Besorgnisse, dass dieser Teil Dänemarks besser geschützt werden muss“, sagte Merz bei seinem Indien-Besuch. „Wir wollen einfach die Sicherheitslage für Grönland gemeinsam verbessern. Und ich gehe davon aus, dass die Amerikaner sich daran auch beteiligen.“ In welchem Umfang – „das werden die Gespräche der nächsten Tage und Wochen zeigen“, sagte Merz. Außenminister Johann Wadephul hat gerade erst eine Bereitschaft für einen größeren Beitrag Deutschlands zur militärischen Sicherheit in der Arktis erklärt. (Quellen: dpa, AFP) (fbu/nak)
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