Boris Johnson

Großbritannien: Asylsuchende sollen nach Ruanda geschickt werden - Opposition reagiert empört

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Premierminister Boris Johnson verwirrt mit seinem Vorhaben, Asylsuchende nach Ruanda auszufliegen

Auf das Vorhaben der britischen Regierung haben Menschenrechtler und die Opposition empört reagiert, Flüchtlinge nach Ankunft nach Ruanda zu fliegen und dort auf ihre Asylentscheidung warten zu lassen.

London/Nikosia - Die Organisation Detention Action kritisierte, den nach Ostafrika geschickten Männern drohe «wahrscheinlich eine unbefristete Inhaftierung unter einer Regierung, die für die gewaltsame Verfolgung Andersdenkender berüchtigt ist». Die Labour-Partei nannte die Pläne von Premierminister Boris Johnson «undurchführbar, unethisch und erpresserisch».

Johnson will mit dem Abkommen, das Innenministerin Priti Patel am Donnerstag in Ruanda unterzeichnen sollte, die illegale Migration über den Ärmelkanal deutlich eindämmen. Er hatte versprochen, dass Großbritannien nach dem Brexit wieder eigenständig über seine Grenzen und die Zuwanderung bestimmen werde. Zuletzt war die Zahl der Menschen, die illegal ins Land einreisten, aber deutlich gestiegen. Nach Ruanda sollen nur männliche Asylbewerber geschickt werden, wie britische Medien berichteten. Für ein Testprojekt stellt London 120 Millionen Pfund (145 Mio Euro)zur Verfügung. Wer in Großbritannien auf eine Entscheidung warten kann, soll künftig in streng kontrollierten Auffanglagern untergebracht werden. Johnson wollte sich noch am Donnerstagvormittag zu den Plänen äußern.

Noch mehr Migranten treffen auf Zypern ein - Hilfe erwünscht

Die zyprische Polizei hat am Donnerstagmorgen nahe des Urlaubsorts Polis im Nordwesten der Insel 31 Migranten aufgegriffen, darunter zwölf Minderjährige. Die Menschen seien per Boot aus der Türkei gestartet, berichtete der staatliche Rundfunk. Aus welchen Staaten sie stammen, wurde zunächst nicht bekannt. Der kleine EU-Staat verzeichnet laut EU-Statistik gemessen an der Bevölkerungsgröße bei weitem die meisten Asylanträge pro Jahr. Die Regierung in Nikosia hat deshalb wiederholt um Hilfe der EU gebeten, weil die Flüchtlingslager überfüllt sind. Im ersten Quartal 2022 sind laut Innenministerium mehr als 5000 Migranten angekommen - zu 90 Prozent sollen sie von der Türkei aus übergesetzt haben und hauptsächlich aus Syrien und Somalia stammen. (dpa)

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