VonNiklas Noackschließen
Für Boris Palmer ist Migration eines der wichtigen Themen für die anstehende Bundestagswahl. Den Weg der Grünen kritisiert er diesbezüglich.
Tübingen - Nach größtmöglicher Überzeugung wählen, oder doch lieber „taktisch“? Das ist eine Frage, die sich vor der Bundestagswahl am 23. Februar viele Menschen stellen. Jedenfalls wissen viele bislang nicht, bei welchen Parteien sie letztlich ihr Kreuz setzen sollen. Auch Boris Palmer, der parteilose Oberbürgermeister Tübingens, ist sich noch unsicher, wen er wählen soll, verriet er in einem Interview mit ntv.
Boris Palmer unterstützt Friedrich Merz und Robert Habeck
Weil ihm zwei Dinge wichtig seien: „Ich möchte einen echten Kurswechsel in der Migrations-, vor allem aber in der Wirtschaftspolitik. Dafür wünsche ich Merz ein starkes Mandat, denn weitermachen wie bisher geht nicht. Die Wirtschaftswende darf aber nicht auf Kosten des Klimas gehen. Deswegen möchte ich, dass Habeck Klimaschutzminister bleibt.“ Aussagen, die ihm mal wieder Kritik einbrachten. Die einen erklärten ihm im Anschluss, er sei ein „Volldepp“, weil er Habeck als Minister behalten wolle, und die anderen wiesen ihn daraufhin, wie furchtbar Merz sei.
Boris Palmer traut Robert Habeck die Kanzlerrolle mehr als Friedrich Merz zu
Von 1996 bis 2023 war Palmer selbst bei den Grünen. Bis ihm aufgrund von mehreren rassistischen Aussagen ein Parteiausschluss drohte, dem er letztlich mit dem Austritt selbst zuvor kam. Bei der anstehenden Bundestagswahl die Grünen zu wählen, davon hält den Oberbürgermeister die Migrationspolitik seiner Ex-Partei ab. Die Grünen würden auf Schritte „drängen“, die er für falsch halte: „Öffnung statt Regulierung und Ordnung. Das können die Kommunen nicht leisten und hält die Gesellschaft nicht aus. Das wollen die Leute offensichtlich auch nicht. Die Grünen sind chancenlos, Kanzlerpartei zu werden.“
Aufgrund der Umfragen, in denen die Grünen weit hinter der Union liegen, befürwortet Palmer den Unions-Kanzlerkandidaten Friedrich Merz. Obwohl er, wie er bei ntv sagte, Robert Habeck die Rolle „vielleicht sogar mehr“ zutrauen würde. Palmer: „Als Person würde ich ihn (Habeck, Anm. d. Red.) als Kanzler vorziehen. Er trägt aber viel Gepäck meiner alten Partei mit sich herum. Gerade in der Migrations- und Wirtschaftspolitik wäre ein grüner Kanzler aktuell nicht die beste Lösung.“
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