VonRobert Wagnerschließen
Marco Buschmann plant eine Reform des Namensrechts und die Grünen haben einen eigenen Vorschlag. Der lässt Twitter-Nutzer:innen kreativ werden.
Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) will das Namensrecht vereinfachen, damit die Menschen in Deutschland nach einer Heirat mehr Entscheidungsspielraum haben. Gerade bei Doppelnamen sei das geltende Recht „viel zu restriktiv“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die Grünen begrüßen dieses Vorhaben und machen einen Vorschlag: Sie werben dafür, Nachnamen zu verschmelzen, um lange Doppelnamen zu vermeiden.
„Eine Verschmelzung von Nachnamen anstelle von Doppelnamen mit Bindestrich fände ich eine erfrischende Neuerung und damit sehr charmant“, sagte der rechtspolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion Helge Limburg der Welt. Der Koalitionspartner SPD signalisierte bereits Sympathie für das sogenannte „Meshing“ von Nachnamen. „Echte Doppelnamen bilden zu können, trägt der Vielfalt individueller Lebensläufe in unserer Gesellschaft besser Rechnung und fördert das Kindeswohl“, so eine Parteisprecherin.
7 lustige Tweets zur Debatte um das „Meshing“ von Nachnamen
Auch die Oppositionsparteien CDU und die Linke begrüßen den Vorschlag der Grünen. Die FDP hat allerdings Bedenken. „Anders als die Ermöglichung von Doppelnamen ist das Verschmelzen von zwei Nachnamen nicht nur unserem Namensrecht völlig fremd“, auch bestehe in der Bevölkerung kein Wunsch einer solchen Namenskombination, sagte die rechtspolitische Sprecherin der FDP Katrin Helling-Plahr der Welt.
Wunsch hin oder her, das „Meshing“ von Nachnamen ist auf jeden Fall eine Idee, die auf Twitter für viele lustige Reaktionen gesorgt hat. Mit lustigen und schadenfrohen Tweets hat übrigens auch die FDP bereits Erfahrungen gemacht.
1. Was würden die künftigen Eheleute Maike Ahr und Carsten Schloch wohl zu diesem Vorschlag sagen?
Die Grünen schlagen im Parlament vor, "Meshing" zu erlauben, das Verschmelzen von Nachnamen bei Heirat. Aus Schneider und Müller würde dann Schnüller.
— Sebastian 23 (@mondschaf23) March 21, 2023
Nur Maike Ahr und Carsten Schloch waren dagegen.
2. Und was ist mit Leuten, die mehrmals heiraten? Dieser User sieht im Vorschlag der Grünen einen Baukasten für lustige Nachnamen.
Das finde ich eine lustige Idee.
— Johann van de Bron (@Johann_v_d_Bron) March 21, 2023
Da hätte ich mit einigen Ex-Frauen voll lustige Nachnamen basteln können. https://t.co/2kvpoa86xG
3. Herr und Frau Zahnstein? Sicher nicht der einzige lustige Nachname, der seine Existenz den Grünen zu verdanken hätte.
Kein Witz: ich kenne einen Kumpel der heißt mit Nachnamen „Stein“ seine Arbeitskollegin heißt mit Nachnamen „Zahn“. Wenn die beiden heiraten würden, könnten sie sich dann also „Zahnstein“ 🦷 nennen mit Nachnamen 😆
— Jan Siefken (@JanSiefken) March 21, 2023
4. Dieser User treibt den „Meshing“-Vorschlag auf die Spitze: Warum nicht einfach alle Buchstaben in einen Sack tun und den neuen Namen einfach von einem Notar ziehen lassen?
Man könnte auch mittels eines Scrabble-Spieles Plättchen mit allen Buchstaben beider Nachnamen in den zum Spiel gehörigen Sack tun und dann von einem Notar einen neu gemischten Nachnamen ziehen lassen. pic.twitter.com/44aRHqL9WW
— Rough Justice (@christophnebgen) March 21, 2023
5. Andere haben das Nachnamen-Scrabble bereits spaßeshalber durchgespielt und sind auf originelle Namensschöpfungen gekommen.
Diese Idee mit dem neuen Namensrecht kommt Jahre zu spät!
— Sprachverwirrung (@13sisu) March 21, 2023
Der Mann und ich haben damals zum Spaß mit unseren Nachnamen gescrabbelt und hätten uns in eine orthographisch originelle Fassung von "Liebesfilm" umbenennen können.
6. Diese Userin ist für einen lustigen Nachnamen bereit, ganz gezielt nach Heiratskandidaten mit passendem Namen zu suchen.
Ich suche eine heiratswillige Person mit einem der dem Nachnamen :
— Susi bumms (@susibumms) March 21, 2023
-super
-doppel
-Knall
7. Wozu noch aufwendig mit Buchstaben scrabbeln und warum nicht gleich einfach wahllos eine Nummer ziehen?
Vielleicht sollten wir den ganzen Quatsch mit den Nachnamen ganz aufhören und uns alle einfach ein paar wahllose Nummern an den Vornamen hängen. Wie so Russen Bots. Oder direkt die Steuer ID.
— Johann van de Bron (@Johann_v_d_Bron) March 21, 2023
(Mit Material der dpa)
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