Merkur-Kommentar

Grüne und FDP im Dauerclinch: Der Ampel schwant Böses

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Christian Lindner (li.) und Robert Habeck gaben sich jüngst im Bundestag gut gelaunt. Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.
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Spannungen zwischen den Ministern Lindner (FDP) und Habeck (Grüne) drohen zur Belastung für die Ampel-Koalition zu werden. Es geht um viel Geld und darum, das Profil der eigenen Partei zu stärken. Ein Kommentar von Georg Anastasiadis.

Plötzlich siezt man sich wieder in der Ampelkoalition und schreibt sich wenig charmante offene Briefe. Die Männerfreunde Robert Habeck und Christian Lindner stecken in der Beziehungskrise. Die ließ sich auch auf der Regierungsklausur in Meseberg nicht wegtherapieren. Wie auch: Lindners liberales Freiheitsideal und Habecks grüner Volkserziehungsanspruch trennen Welten. Seit beiden auch noch die Wähler davonlaufen, geben sich die Minister auch keine Mühe mehr, das zu kaschieren.

Bei FDP und Grünen wächst das Bedürfnis nach Profilschärfung

Lange sah es so aus, als würde nur die FDP den Preis für die bei ihren Sympathisanten höchst unbeliebte „Aufbruchskoalition“ zu zahlen haben. Doch nach dem sich abzeichnenden Machtverlust in Berlin und den herben Klatschen bei den Oberbürgermeister-Wahlen in Frankfurt und Mainz werden die Gesichter auch bei den Grünen immer länger. Schließlich wähnte sich die Ökopartei schon auf dem Weg zur dominierenden Kraft in den Großstädten. Jetzt wächst in beiden Parteien das Bedürfnis nach Profilschärfung.

Klimaminister Habeck hatte seine großen Auftritte bereits: als unermüdlicher Reisender in Sachen Gasbeschaffung, als der Mann, der das von den Grünen-Wählern seit Generationen herbeigesehnte Atom-Aus endgültig durchsetzte. Doch schon sein jüngster Heizungsverbotsplan geriet dermaßen zum Rohrkrepierer, dass der Minister seither mehr schlecht als recht den Schaden zu begrenzen versucht. Jetzt schlägt Lindners Stunde. Viele Milliarden mehr fordern die Grünen, etwa für Kindergrundsicherung und Klimapolitik. Scheitern dürfte das zum großen Teil am Veto des Finanzministers, der höhere Schulden ebenso ablehnt wie neue Steuern und zu Recht mahnt, dass sich die Kriegsrealität auch durch neue Prioritäten im Haushalt abbilden müsse. Schlichten muss, Schreck lass nach, ausgerechnet Olaf, das Kommunikationstalent. Der Ampel schwant Böses.

Georg Anastasiadis

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