ARD-Talk

Habeck räumt in ARD seinen „größten Fehler“ beim Heizungsgesetz ein

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Robert Habeck zu Gast im ARD-Talk von Caren Miosga
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Im ARD-Talk „Caren Miosga“ spricht der grüne Kanzlerkandidat Robert Habeck über seine Regierungsarbeit – auch selbstkritisch.

Berlin – Robert Habeck hat sich in der ARD kritisch über das von ihm auf den Weg gebrachte „Heizungsgesetz“ geäußert – zumindest über dessen Präsentation. Der grüne Wirtschaftsminister räumte im Talk „Caren Miosga“ ein, dass es falsch gewesen sei, die soziale Förderung nicht gleich zu Beginn mit veröffentlicht zu haben. Dabei hätten er und seine Partei den „größten Fehler“ gemacht, denn diese sei von ihm geplant und durchgerechnet gewesen. FDP und „erstaunlicherweise“ auch die SPD hätten diese nicht gewollt.

Habeck warnte die Union davor, im Falle eines Wahlsieges bei den Bundestagswahlen 2025 das Gesetz zu kippen und die Unterstützung für den Heizungsaustausch zu reduzieren oder sogar zu streichen. Schließlich würden fossile Energien auch teurer. „Wenn man den Plänen der Union folgt, werden die Menschen in Deutschland an dieser Stelle ärmer“, warnte Habeck.

Robert Habeck bei „Caren Miosga“ (ARD): Habe zwei Lehren gezogen

Die Vorstellung des Heizungsgesetzes 2023, das die Energiewende auch im Gebäudebereich vorantreiben soll, war für Habeck ein Rückschlag. Er zog daraus zwei politische Lehren, wie er Miosga mitteilte: Erstens könne man Fehler korrigieren und die Korrektur dieser Fehler kommunizieren. Zweitens: „Man kann das durchstehen.“

Bereits zu Beginn des Monats hatte Habeck in der ZDF-Sendung „heute“ ähnlich über das Heizungsgesetz gesprochen und hinzugefügt: „Ich würde gerne mal wissen, wie viele Fehler Friedrich Merz schon eingeräumt hat“. Friedrich Merz, der CDU-Chef, ist der Kanzlerkandidat der Union bei den bevorstehenden Neuwahlen. „Ich kann mich an gar keinen erinnern“, sagte Habeck.

Fehler beim Heizungsgesetz: Auch Grünen-Spitze sieht Fehler

Die neuen Parteivorsitzenden der Grünen, Franziska Brantner und Felix Banaszak, haben ebenfalls Fehler beim Heizungsgesetz eingeräumt. Sie haben kürzlich deutlich gemacht, dass die Partei unter ihrer Führung wieder stärker zur Klimapartei werden soll. Mit Donald Trump als Präsident würden die USA als zentraler Partner im Klimaschutz ausfallen. „Es wird auf Deutschland ankommen. Und wir Grüne sind die einzigen mit einem seriösen Angebot“, betonte Brantner.

Die Bundesvorsitzenden der Grünen: Von Jürgen Trittin bis Ricarda Lang

Krista Sager und Jürgen Trittin von den Grünen
Im Dezember 1994 traten Krista Sager und Jürgen Trittin als Doppelspitze des noch jungen Zusammenschlusses namens „Bündnis 90 / Die Grünen“ an. Beide wurden zu Sprecherin und Sprecher des Bundesvorstands der Partei gewählt. Gemeinsam lenkten sie die Geschicke der Partei für zwei Jahre bis 1996. © Sepp Spiegl/imago-images
Jürgen Trittin blieb Sprecher der Grünen, von 1996 bis 1998 aber mit neuer Kollegin an seiner Seite: Auf Krista Sager folgte Gunda Röstel.
Jürgen Trittin blieb Sprecher der Grünen, von 1996 bis 1998 aber mit neuer Kollegin an seiner Seite: Auf Krista Sager folgte Gunda Röstel. © Jürgen Eis/imago-images
Gunda Röstel blieb für zwei weitere Jahre Sprecherin des Bundesvorstands der Grünen. Antje Radcke ersetzte den scheidenden Jürgen Trittin.
Gunda Röstel (l) blieb für zwei weitere Jahre Sprecherin des Bundesvorstands der Grünen. Antje Radcke ersetzte den scheidenden Jürgen Trittin. Von 1998 bis 2000 wurde die Partei damit von zwei Frauen an der Spitze geführt. © Sven Simon/imago-images
Fritz Kuhn und Renate Künast wurden zu Sprecher und Sprecherin des Bundesvorstands.
Im Jahr 2000 tauschten die Grünen ihr Führungspersonal komplett aus. Fritz Kuhn und Renate Künast wurden zu Sprecher und Sprecherin des Bundesvorstands. Ihre Amtszeit hielt aber nur ein Jahr bis 2001. © imago stock&people
Fritz Kuhn und Claudia Roth
Aus Bundesprechern wurden bei den Grünen im Jahr 2001 Bundesvorsitzende. Die ersten Beiden, die dieses Amt bekleideten, waren Fritz Kuhn und Claudia Roth. © Sven Simon/imago-images
Reinhard Bütikofer und Angelika Beer
Nur ein Jahr später der nächste Wechsel an der Spitze der Grünen. Reinhard Bütikofer und Angelika Beer rücken auf und bilden den Bundesvorstand der Partei von 2002 bis 2004. © imago-images
Claudia Roth als Vorsitzende der Grünen zurück - an der Seite von Reinhard Bütikofer
2004 kehrte Claudia Roth als Vorsitzende der Grünen zurück - an der Seite von Reinhard Bütikofer. Das Duo blieb bis 2008 im Amt. © Sven Simon/imago-images
Claudia Roth und diesmal Cem Özdemir das Führungsduo der Grünen
Claudia Roth blieb insgesamt bis 2013 im Amt. Ab 2008 mit neuem Co-Vorsitzenden: Cem Özdemir. © Jan Huebner/imago-images
Cem Özdemir blieb Parteivorstand. Von 2013 bis 2018 führte er die Grünen gemeinsam mit Simone Peter.
Cem Özdemir blieb Parteivorstand. Von 2013 bis 2018 führte er die Grünen gemeinsam mit Simone Peter. © Rüdiger Wölk/imago-images
nnalena Baerbock und Robert Habeck als Führungsduo den Vorstand der Grünen
Im Jahr 2018 übernahmen Annalena Baerbock und Robert Habeck als Führungsduo den Vorstand der Grünen. Nach dem Einzug der Grünen in die Bundesregierung legten sie ihre Ämter nieder und schlossen sich dem Kabinett von Bundeskanzlern Olaf Scholz an. © Chris Emil Janssen/imago-images
Omid Nouripour und Ricarda Lang
Es folgten Omid Nouripour und Ricarda Lang. Sie übernahmen den Vorsitz des Bundesvorstands der Grünen im Jahr 2022. Zwei Jahre später verkünden beide ihren Rücktritt als Reaktion auf zahlreiche Wahlschlappen ihrer Partei. Wer die Umweltpartei künftig führt, ist noch offen. © dpa

Die Grünen haben jedoch aus den Fehlern des Heizungsgesetzes gelernt und wollen in Zukunft die soziale Gestaltung des Klimaschutzes immer an den Anfang stellen. „Eine Welt im Wandel ist nicht frei von Zumutungen, auch wenn Olaf Scholz gerne so tut“, sagte Banaszak. „Wir haben den Strom sauberer gemacht – jetzt machen wir ihn dauerhaft billig.“ (frs/AFP/dpa)

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