VonPatrick Mayerschließen
Die Grünen veröffentlichen direkt vor der Bundestagswahl 2025 neue Mitglieder-Zahlen. Sie sollen Kanzlerkandidat Robert Habeck als Rückenwind dienen.
Berlin – Die Bundestagswahl-Umfragen sind für die Grünen seit Wochen überschaubar. Am Sonntag (23. Februar) ist es soweit, die Bundestagswahl 2025 steht an. Und in den Tagen vor dem Urnengang herrscht bei der Öko-Partei erhebliche Euphorie. Der Grund: Die aktualisierten Mitglieder-Zahlen, die nun veröffentlicht wurden.
Bundestagswahl 2025: Grüne geben neuen Mitglieder-Rekord bekannt
Seitdem die einstige Ampel-Koalition im November zerbrochen ist, sind die Anträge auf Mitgliedschaft geradezu extrem angestiegen. Das erklärte eine Sprecherin der Grünen auf Anfrage von FR.de. In Zahlen: Seit November 2024 schlossen sich der Partei zehntausende neue Mitglieder an, die sich mit der Grünen-Politik identifizieren.
Die politische Geschäftsführerin, Pegah Edalatian, teilte mit: „Wir sind überwältigt von der Welle an Unterstützung, die unsere Partei in den letzten Monaten erlebt hat. Alleine seit dem Ampel-Aus wurden über 42.000 Mitgliedsanträge eingereicht. Das ist historisch! Insgesamt zählt unsere Partei jetzt über 168.000 Mitglieder. Jede*r Vierte in unserer Partei ist damit in den letzten drei Monaten neu eingetreten. Damit sind wir so viele Grüne wie noch nie.“
Bundestagswahl: Die Grünen hoffen auf „Rückenwind“ für Robert Habeck
Die 45-jährige Edalatian wurde in einer Mitteilung weiter zitiert: „Im gleichen Zeitraum haben wir über 100.000 Einzelspenden erhalten und liegen bei einer Gesamtspendensumme von über zwölf Millionen Euro. Im Haustürwahlkampf haben unsere Wahlkämpfenden an über einer Million Türen geklopft. Diese Unterstützung durch Mitgliedschaften, Spenden und bei unseren Veranstaltungen gibt uns starken Rückenwind für die letzten Tage vor der Bundestagswahl.“
Die Partei will bei dieser ein Gegenmodell zur strikten Migrationspolitik von Unionskanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU) sein, für die ihn die Grünen-Politikerin Jamila Schäfer harsch kritisiert hatte. Merz hatte unlängst mehrere asylpolitische Anträge mit Stimmen der rechtspopulistischen AfD durch den Deutschen Bundestag in Berlin gebracht. Unter anderem Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck will eine moderatere Migrationspolitik.
Bundestagswahl: Kommen die Grünen als Koalitionspartner für CDU/CSU infrage?
Edalatian warb noch einmal kräftig: „Angesichts der aktuell unsicheren Zeiten wollen sich viele demokratisch engagieren und bekennen Farbe zu einer Partei, die an den Lösungen von morgen arbeitet und für Klimaschutz, ein bezahlbares Leben, Investitionen in unsere Zukunft und für Frieden in Freiheit steht.“
Beispiele für gestiegene Mitgliederzahlen gibt es in der gesamten Republik. Nach Informationen von FR.de stieg etwa die Mitgliederzahl in der Millionenstadt München seit Anfang des Jahres bis Mitte Februar von 4000 auf 5700. Ob die Grünen sich Hoffnungen machen dürfen, dass sie als kleiner Koalitionspartner Teil einer künftigen Bundesregierung werden können, dürfte letztlich von der Union aus CDU und bayerischer CSU abhängen. Sie liegt in sämtlichen Umfragen zur Neuwahl seit Langem vorne.
Das ist historisch! Insgesamt zählt unsere Partei jetzt über 168.000 Mitglieder. (...) Damit sind wir so viele Grüne wie noch nie.
Umfragen zur Bundestagswahl: Grüne kommen im „Politbarometer“ auf 14 Prozent
Damit nicht genug: CSU-Chef Markus Söder tat sich immer wieder durch ein regelrechtes Grünen-Bashing hervor. Die Attacken des bayerischen Ministerpräsidenten richteten sich vor allem gegen den (noch) amtierenden Bundeswirtschaftsminister Habeck. Am späten Donnerstagabend (20. Februar) veröffentlichte das „heute journal“ die aktuellste Umfrage zur Bundestagswahl.
Laut „Politbarometer“ des ZDF kommen die Grünen demnach auf 14 Prozent. Das würde somit für eine schwarz-grüne Koalition mit der Union (28 Prozent) nicht reichen, da die Parteien zusammen die notwendige Mehrheit im Parlament (insgesamt 630 Mandate) von 316 Stimmen verpassen würden. (pm)
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