Ex-Präsident aktuell ohne Gegenkandidat

Trump wütet über Harris: „Präsidentin der Kriminellen“ plane „Hinrichtung“ von Babys

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Donald Trump ist sauer. Nach dem Rückzug Joe Bidens aus dem Präsidentschaftsrennen reagiert der Republikaner voller Wut.

Update vom 27. Juli, 21.51 Uhr: Für Kamala Harris läuft es nach Bidens Rückzug aus dem Rennen der US-Wahl 2024 aktuell sehr gut. Donald Trump versteift sich auf verbale Angriffe gegen die Vizepräsidentin und erste Analysten sind schon der Auffassung, dass diese Strategie schlussendlich schädlich für den Wahlkampf des ehemaligen US-Präsidenten enden könnte. Immer mehr Umfragen werden aktuell zur aktuellen Lage vor der US-Wahl veröffentlicht – und Harris kann sich immer mehr gegen Trump behaupten.

Update vom 25. Juli, 13.10 Uhr: Überreizt es Donald Trump mit seinen Attacken auf Kamala Harris? Trumps Auftritt in North Carolina habe gezeigt, dass die nächste Phase des Wahlkampfs „besonders brutal und persönlich“ ausfallen könnte, meinte jetzt die US-Nachrichtenagentur AP, und teilte weiter mit, dass einige „führende Republikaner“ ihre Partei bereits gewarnt hätten, Harris in offenkundig rassistischer oder sexistischer Weise anzugreifen.

Trump unterstellt Harris im Wahlkampf das Eintreten für „illegale Einwanderer“

Update vom 25. Juli, 12.42 Uhr: Donald Trump hat bei seinem Wahlkampfauftritt in North Carolina auch damit geworben, ein „Präsident der gesetzestreuen Amerikaner“ sein zu wollen. Seiner möglichen Konkurrentin sprach er das ab: „Kamala Harris möchte die Präsidentin für Kriminelle und illegale Einwanderer sein“, sagte Trump laut übereinstimmenden Medienberichten. Die Republikaner mit Trump werfen Harris vor allem ein Versagen bei der Einwanderungspolitik vor, einem der heißesten Themen bei der US-Wahl 2024.

Beim ungeliebten Thema Migration konnte sich Harris als Vizepräsidentin bislang nicht profilieren. Im Juni 2021 musste die Juristin Harris sich dafür verteidigen, als Vize noch nicht an die Südgrenze zu Mexiko gereist zu sein. Ihre Antwort damals: „Ich war auch noch nicht in Europa.“

Trump bei Auftritt vor US-Wahl: Kamala Harris ist liberaler als Bernie Sanders

Update vom 25. Juli, 10.20 Uhr: Donald Trump hat eine neue Rivalin: Kamala Harris. Bei seinem Wahlkampfauftritt in North Carolina äußerte er, Harris sei „die ultraliberale treibende Kraft hinter jeder einzelnen Biden-Katastrophe“. North Carolina zählt zu den „Swing States“, bei denen nicht vorab feststeht, ob sie bei der Wahl der Tradition nach an die Republikaner oder Demokraten fallen.

„Kamala Harris ist die liberalste gewählte Politikerin in der amerikanischen Geschichte. Wussten Sie, dass sie eine ultraliberale Politikerin ist?“, fragte Trump. Harris sei „absolut schrecklich“ und sogar liberaler als der linke Politiker Bernie Sanders. 

Der republikanische Präsidentschaftskandidat und ehemalige US-Präsident Donald Trump spricht bei einer Wahlkampfveranstaltung.

Update vom 25. Juli, 6.43 Uhr: Donald Trump kann offenbar nicht aufhören. Der Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner hat Vizepräsidentin Kamala Harris erneut beschimpft. Er bezeichnete Harris bei einer Wahlkampfveranstaltung in North Carolina jetzt als „linksradikale Verrückte, die unser Land zerstören wird“.

Trump sagte zudem, Harris sei für die „Hinrichtung“ von Babys. „Sie möchte Abtreibungen im achten und neunten Monat der Schwangerschaft. Das ist in Ordnung für sie, bis zur Geburt und sogar nach der Geburt, die Hinrichtung eines Babys“, sagte der 78-Jährige. Harris hatte Trump vorgeworfen, Abtreibungen verbieten zu wollen.

Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Mit dem Verzicht von Joe Biden auf die Kandidatur der Demokraten rückt seine Stellvertreterin Kamala Harris vor der US-Wahl 2024 in den Fokus.
Mit dem Verzicht von Joe Biden auf die Kandidatur der Demokraten ist seine Stellvertreterin Kamala Harris vor der US-Wahl 2024 in den Fokus gerückt.  © Saul Loeb/afp
Nachdem die Demokraten die Vizepräsidentin aufgestellt haben, hat Harris die Chance, als erste Frau in der Geschichte der USA das Präsidentenamt zu übernehmen. Damit wäre sie die mächtigste Frau der Welt.
Nachdem die Demokraten die Vizepräsidentin aufgestellt haben, hat Harris die Chance, als erste Frau in der Geschichte der USA das Präsidentenamt zu übernehmen. Damit wäre sie die mächtigste Frau der Welt. © Carlos Osorio/dpa
Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland im Bundesstaat Kalifornien geboren. Ihr Vater war aus Jamaika in die USA eingewandert, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter, eine 2009 verstorbene Brustkrebsforscherin, kam aus Indien in die USA. Sie kam aus Indien und lernte Harris‘ Vater in den 60er Jahren in den USA kennen. 
Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland im Bundesstaat Kalifornien geboren. Ihr Vater war aus Jamaika in die USA eingewandert, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter, eine 2009 verstorbene Brustkrebsforscherin, kam aus Indien in die USA. Sie lernte Harris‘ Vater in den 60er Jahren in den USA kennen. Ihre Eltern ließen sich scheiden, als Harris noch ein kleines Kind war.  © Courtesy of Kamala Harris/afp
Harris und ihre jüngere Schwester Maya wuchsen bei ihrer Mutter auf, zeitweise lebten sie im kanadischen Montreal. „Sie erzog uns zu stolzen, starken Schwarzen Frauen. Und sie hat uns beigebracht, unser indisches Erbe zu kennen und darauf stolz zu sein“, sagte Harris 2020 in einer Rede. Darin betonte sie auch, dass die USA einen Präsidenten brauchten, „der uns alle zusammenbringt – Schwarze, Weiße, Latinos, Asiaten, Indigene – um die Zukunft zu erreichen, die wir gemeinsam wollen“.
Harris und ihre jüngere Schwester Maya wuchsen bei ihrer Mutter auf, zeitweise lebten sie im kanadischen Montreal. „Sie erzog uns zu stolzen, starken Schwarzen Frauen. Und sie hat uns beigebracht, unser indisches Erbe zu kennen und darauf stolz zu sein“, sagte Harris 2020 in einer Rede. Darin betonte sie auch, dass die USA einen Präsidenten brauchten, „der uns alle zusammenbringt – Schwarze, Weiße, Latinos, Asiaten, Indigene – um die Zukunft zu erreichen, die wir gemeinsam wollen“. © Courtesy of Kamala Harris/afp
Harris wurde die erste Schwarze Bezirksstaatsanwältin von San Francisco und später die erste Generalstaatsanwältin und Justizministerin („Attorney General“) in ihrer Heimat Kalifornien. Schwester Maya Harris (Mitte) und Richterin Tani Cantil-Sakauye (links) gratulieren.
Harris wurde die erste Schwarze Bezirksstaatsanwältin von San Francisco und später die erste Generalstaatsanwältin und Justizministerin („Attorney General“) in ihrer Heimat Kalifornien. Schwester Maya Harris (Mitte) und Richterin Tani Cantil-Sakauye (links) gratulieren.  © Imago
Harris wurde die erste Schwarze Bezirksstaatsanwältin von San Francisco und später die erste Justizministerin in ihrer Heimat Kalifornien. Ihr harter Kurs ging vielen in der Partei allerdings viel zu weit. So kämpfte sie damals darum, auch solche Verurteilungen aufrechtzuerhalten, die nachgewiesenermaßen durch rechtswidrige Mittel wie Manipulation von Beweisen oder Falschaussagen zustande gekommen waren.
Ihr harter Kurs ging vielen in der Partei allerdings viel zu weit. So kämpfte sie damals darum, auch solche Verurteilungen aufrechtzuerhalten, die nachgewiesenermaßen durch rechtswidrige Mittel wie Manipulation von Beweisen oder Falschaussagen zustande gekommen waren. © Justin Sullivan/Getty Images/afp
In ihre Zeit als Generalstaatsanwältin fällt auch ein bemerkenswerter Kontakt. Kein Geringerer als Donald Trump spendete damals zweimal Geld für ihren Wahlkampf. 2011 überwies er erst 4000 Dollar an Harris, ehe er im Jahr 2013 noch einmal 1000 Dollar folgen ließ. Seine Tochter Ivanka Trump spendete im Jahr 2000 Dollar an Harris. Zu jener Zeit wurden in Kalifornien Vorwürfe gegen die Trump University untersucht, reihenweise Kundinnen und Kunden betrogen zu haben. Harris selbst hat die Klage nicht bearbeitet.
In ihre Zeit als „Attorney General“ fällt auch ein bemerkenswerter Kontakt. Kein Geringerer als Donald Trump spendete damals zweimal Geld für ihren Wahlkampf. 2011 überwies er erst 4000 Dollar an Harris, ehe er im Jahr 2013 noch einmal 1000 Dollar folgen ließ.  © Brendan Smialowski/afp
Seine Tochter Ivanka Trump spendete im Jahr 2000 Dollar an Harris. Zu jener Zeit wurden in Kalifornien Vorwürfe gegen die Trump University untersucht, reihenweise Kundinnen und Kunden betrogen zu haben. Harris selbst hat die Klage nicht bearbeitet.
Seine Tochter Ivanka Trump spendete im Jahr 2000 Dollar an Harris. Zu jener Zeit wurden in Kalifornien Vorwürfe gegen die Trump University untersucht, reihenweise Kundinnen und Kunden betrogen zu haben. Harris selbst hat die Klage nicht bearbeitet. © Franck Fife/AFP
Als Harris 2017 in den US-Senat einzog, nutzte sie ihre Erfahrung als Staatsanwältin auch in der Kongresskammer und tat sich bei Anhörungen ein ums andere Mal mit einem harten und effektiven Befragungsstil hervor. Ein perfektes Beispiel dafür war die Anhörung um die möglichen Kontakte zwischen Trumps Wahlkampfteam und der russischen Regierung, als sie die Befragten regelrecht in die Mangel nahm, konsequent auf Antworten drängte und immer wieder nachhakte.
Als Harris 2017 in den US-Senat einzog, nutzte sie ihre Erfahrung als Staatsanwältin auch in der Kongresskammer und tat sich bei Anhörungen ein ums andere Mal mit einem harten und effektiven Befragungsstil hervor. Ein perfektes Beispiel dafür war die Anhörung um die möglichen Kontakte zwischen Trumps Wahlkampfteam und der russischen Regierung, als sie die Befragten regelrecht in die Mangel nahm, konsequent auf Antworten drängte und immer wieder nachhakte.  © Pete Marovich/Imago
Vor allem der damalige US-Justizminister Jeff Sessions konnte ein Lied davon singen, den sie mit ihrer Befragung mächtig ins Schwitzen brachte. Offenbar war das für die Republikaner so schlimm, dass die Senatoren Richard Burr und John McCain die Prozedur unterbrachen und Harris baten, ihre Fragen doch bitte etwas höflicher zu stellen.
Vor allem der damalige US-Justizminister Jeff Sessions konnte ein Lied davon singen, den sie mit ihrer Befragung mächtig ins Schwitzen brachte. Offenbar war das für die Republikaner so schlimm, dass die Senatoren Richard Burr und John McCain die Prozedur unterbrachen und Harris baten, ihre Fragen doch bitte etwas höflicher zu stellen. © Pete Marovich/Imago
Und am 1. Mai 2019 wich der Justizminister und Trump-Vertraute William Barr ihren präzisen Fragen zum Abschlussbericht des Russland-Sonderermittlers Robert Mueller aus – woraufhin Harris dem Justizminister den Rücktritt nahelegte. Das alles hinterließ Eindruck – bei Freund und Feind.
Und am 1. Mai 2019 wich der Justizminister und Trump-Vertraute William Barr ihren präzisen Fragen zum Abschlussbericht des Russland-Sonderermittlers Robert Mueller aus – woraufhin Harris dem Justizminister den Rücktritt nahelegte. Das alles hinterließ Eindruck – bei Freund und Feind. © Mandel Ngan/afp
Auch den jetzigen Supreme-Court-Richter Brett Kavanaugh brachte Harris bei dessen Anhörung immer wieder in Bedrängnis, vor allem das eine Mal, als sie den Abtreibungsgegner mit einer ganz speziellen Frage überraschte: „Können Sie sich ein Gesetz vorstellen, das der Regierung die Befugnis gibt, Entscheidungen über den männlichen Körper zu treffen?“
Auch den jetzigen Supreme-Court-Richter Brett Kavanaugh brachte Harris bei dessen Anhörung immer wieder in Bedrängnis, vor allem das eine Mal, als sie den Abtreibungsgegner mit einer ganz speziellen Frage überraschte: „Können Sie sich ein Gesetz vorstellen, das der Regierung die Befugnis gibt, Entscheidungen über den männlichen Körper zu treffen?“  © Drew Angerer/afp
Bevor Biden bei der Wahl 2020 Harris zu seiner Vize machte, war sie in der parteiinternen Vorwahlen seine Gegenspielerin – und teilte damals mächtig aus. So warf sie Biden vor, in den 1970ern gegen die Praxis gewesen zu sein, Kinder mit Bussen zu Schulen in anderen Bezirken zu fahren – was vor allem der Integration schwarzer Schüler dienen sollte. Harris verknüpfte dies mit ihrer eigenen Biografie: Dies sei eine Entscheidung gewesen, die ein kleines Mädchen in Kalifornien verletzt habe: „Dieses kleine Mädchen war ich.“
Bevor Biden bei der Wahl 2020 Harris zu seiner Vize machte, war sie in der parteiinternen Vorwahlen seine Gegenspielerin – und teilte damals mächtig aus.  © Henry Griffin/dpa
So warf sie Biden vor, in den 1970ern gegen die Praxis gewesen zu sein, Kinder mit Bussen zu Schulen in anderen Bezirken zu fahren – was vor allem der Integration Schwarzer Schülerinnen und Schüler dienen sollte.
So warf sie Biden vor, in den 1970ern gegen die Praxis gewesen zu sein, Kinder mit Bussen zu Schulen in anderen Bezirken zu fahren – was vor allem der Integration Schwarzer Schülerinnen und Schüler dienen sollte.  © Win McNamee/AFP
Harris verknüpfte dies mit ihrer eigenen Biografie: Dies sei eine Entscheidung gewesen, die ein kleines Mädchen in Kalifornien verletzt habe: „Dieses kleine Mädchen war ich.“
Harris verknüpfte dies mit ihrer eigenen Biografie: Dies sei eine Entscheidung gewesen, die ein kleines Mädchen in Kalifornien verletzt habe: „Dieses kleine Mädchen war ich.“  © Saul Loeb/AFP
Die Erwartungen an Harris als Pionierin im Amt der Vizepräsidentin waren enorm. Sie konnte zunächst aber nicht wirklich punkten. Erst 2022 schien sie sich mehr und mehr in ihre Rolle einzufinden.
Die Erwartungen an Harris als Pionierin im Amt der Vizepräsidentin waren enorm. Sie konnte zunächst aber nicht wirklich punkten. Erst 2022 schien sie sich mehr und mehr in ihre Rolle einzufinden.  © Haiyun Jiang/AFP
Die Erwartungen an Harris als Pionierin im Amt der Vizepräsidentin waren enorm. Sie konnte zunächst aber nicht wirklich punkten. Erst 2022 schien sie sich mehr und mehr in ihre Rolle einzufinden. Sie ergriff eine führende Stimme beim Kampf für das Recht auf Abtreibung und setzte sich gegen Waffengewalt ein. Zudem hat Harris ihr außenpolitisches Profil geschärft. So bekannte sie sich im Februar 2024 in einer Rede vor der Münchner Sicherheitskonferenz explizit zur Nato und zur internationalen Zusammenarbeit. Harris vertrat Biden bei einem Ukraine-Gipfel in der Schweiz und mahnte Israel zur Mäßigung in Gaza.
So bekannte sie sich im Februar 2024 in einer Rede vor der Münchner Sicherheitskonferenz explizit zur Nato und zur internationalen Zusammenarbeit. Harris vertrat Biden bei einem Ukraine-Gipfel in der Schweiz und mahnte Israel zur Mäßigung in Gaza. © Sven Hoppe/dpa
Harris ist mit dem Rechtsanwalt Douglas Emhoff verheiratet. Eine Freundin arrangierte 2013 ein Blind Date der beiden in Kalifornien, wo sie damals lebten. Im Jahr darauf heirateten sie. Emhoff hat zwei erwachsene Kinder aus erster Ehe: Cole und Ella. Sie nennen Harris „Momala“. Emhoff wurde als erster Mann zum „Second Gentleman“ in den USA. Nun könnte er sogar zum ersten „First Gentleman“ in der Geschichte der USA aufrücken.
Harris ist mit dem Rechtsanwalt Douglas Emhoff verheiratet. Eine Freundin arrangierte 2013 ein Blind Date der beiden in Kalifornien, wo sie damals lebten. Im Jahr darauf heirateten sie.  © Rob Schumacher/Imago
Cole und Ella Emhoff.
Emhoff hat zwei erwachsene Kinder aus erster Ehe: Cole (2. von links) und Ella (dritte von links). Sie nennen Harris „Momala“. © Mark Hoffman/Imago
Emhoff wurde als erster Mann zum „Second Gentleman“ in den USA. Nun könnte er sogar zum ersten „First Gentleman“ in der Geschichte der USA aufrücken.
Emhoff wurde als erster Mann zum „Second Gentleman“ in den USA. Nun könnte er sogar zum ersten „First Gentleman“ in der Geschichte der USA aufrücken. © Saul Loeb/AFP
Kurz vor der US-Wahl 2024 trat Harris an einem symbolträchtigen Ort in der US-Hauptstadt auf. Dort, wo Donald Trump am 6. Januar 2021 seine Fans aufgewiegelt hatte.
Kurz vor der US-Wahl 2024 trat Harris an einem symbolträchtigen Ort in der US-Hauptstadt auf. Dort, wo Donald Trump am 6. Januar 2021 seine Fans aufgewiegelt hatte.  © Amid Farahi/AFP
Tausende Menschen jeden Alters kamen zu ihrem Auftritt. Stundenlang hatten sie in langen Schlangen gewartet, um auf das Gelände zu gelangen. Immer wieder wurde Harris bei ihrer Rede von „Kamala“-Sprechchören unterbrochen.
Tausende Menschen jeden Alters kamen zu ihrem Auftritt. Stundenlang hatten sie in langen Schlangen gewartet, um auf das Gelände zu gelangen. Immer wieder wurde Harris bei ihrer Rede von „Kamala“-Sprechchören unterbrochen.  © Brendan Smialowski/AFP
Bei der US-Wahl 2024 kommt es vor allem auf die Ergebnisse in sieben sogenannten Swing States an, in denen der Ausgang völlig offen ist. Ein Beispiel ist Wisconsin.
Bei der US-Wahl 2024 kommt es vor allem auf die Ergebnisse in sieben sogenannten Swing States an, in denen der Ausgang völlig offen ist. Ein Beispiel ist Wisconsin.  © Roberto Schmidt/AFP
Pennsylvania entsendet 19 Wahlleute ins Electoral College und gilt somit als der wichtigste der sieben Swing States. Für Kamala Harris ist ein Sieg im Bundesstaat im Osten der USA Pflicht.
Pennsylvania entsendet 19 Wahlleute ins Electoral College und gilt somit als der wichtigste der sieben Swing States. Für Kamala Harris ist ein Sieg im Bundesstaat im Osten der USA Pflicht.  © Angela Weiss/AFP

Trump rechnet nach Rückzug mit Biden ab: „Schlechtester Präsident in der Geschichte“

Update vom 23. Juli, 5.12 Uhr: Auf TruthSocial legte Donald Trump nach Joe Bidens Rücktritt mit einer wahren Schimpftirade weiter gegen Kamala Harris und die Demokraten nach. In einem neuen Posting schrieb der ehemalige US-Präsident: „Wow, ich sehe mir gerade die Fake-News an und sie tun ihr Bestes, um den schlechtesten Präsidenten in der Geschichte unseres Landes in einen ‚brillanten und heroischen Führer‘ zu verwandeln (er war heroisch, weil er zurückgetreten ist!).“ Zugleich brachte er seinen Ärger über die amtierende Vize-Präsidentin zum Ausdruck: Die Demokraten hätten Joe Bidens Entscheidung so medienwirksam umgesetzt, „um die dumme Kamala Harris von einer völlig gescheiterten und unbedeutenden Vize-Präsidentin in eine zukünftige ‚großartige‘ Präsidentin zu verwandeln“.

Trump wütet nach Biden-Verzicht: „Furchtbare“ Kamala Harris „wird noch schlimmer sein“

Update vom 22. Juli, 20.30 Uhr: Neues von Donald Trump: Auf Truth Social wetterte der Ex-Präsident erneut gegen Joe Biden – und dessen eventuelle Nachfolgerin Kamala Harris. Während Biden „als der schlechteste Präsident“ in die US-Geschichte eingehen wird, werde es „Kamala“ nur noch schlimmer machen. „Unsere furchtbare und inkompetente Grenzschutzbeauftragte wird noch schlimmer sein!“, schrieb Trump. Von seinem Vorhaben, nach dem Attentat auf ihn versöhnlichere Töne anzuschlagen, hat Trump inzwischen offenbar wieder Abstand genommen.

Update vom 22. Juli, 13.53 Uhr: Einen Tag nach Joe Bidens Rückzug teilt Donald Trump weiter aus. Auf Truth Social schrieb der ehemalige US-Präsident: „Es ist ein neuer Tag und Joe Biden kann sich nicht daran erinnern, gestern aus dem Rennen ausgestiegen zu sein! Er fordert seinen Wahlkampfplan und arrangiert Gespräche mit den Präsidenten Xi (China) und Putin (Russland) über den möglichen Beginn des 3. Weltkriegs.“

„Er verliert die Debatte deutlich, gerät dann in Panik und macht einen Fehler nach dem anderen. Dann wird ihm gesagt, dass er nicht gewinnen kann; Und sie entscheiden, einen anderen Kandidaten zu wählen, wahrscheinlich Harris. Sie haben Biden das Rennen gestohlen, nachdem er es in den Vorwahlen gewonnen hatte – eine Premiere! Diese Leute sind die wahre GEFAHR FÜR DIE DEMOKRATIE!“, schreibt Donald Trump weiter bezüglich der jüngsten Entwicklungen in der US-Politik.

Nach Joe Bidens Rückzug: Trump könnte bei US-Wahl gegen Harris antreten

Update vom 22. Juli, 12.02 Uhr: Für Trump könnte mit dem Rückzug von Joe Biden höchstwahrscheinlich ein neues Kapitel im US-Wahlkampf beginnen. Der Republikaner machte bereits kurz nach Bidens Erklärungen seinem Ärger Luft und teilte gegen den ehemaligen Konkurrenten aus. Dieser wiederum versuchte, Kamala Harris als seine Nachfolgerin in Stellung zu bringen. Eine aktuelle Analyse der Umfragen von CNN sieht derweil ein knappes Rennen zwischen Trump und Harris, falls die Politiker bei der US-Wahl 2024 gegeneinander antreten würden.

CNN kommt zu dem Ergebnis, dass Trump im Durchschnitt der sechs aktuellsten Umfragen 48 % der Stimmen erhalten würde. Harris wiederum würde auf 47 % kommen. Der Politologe David Sirakov sieht die Chancen der Demokraten bei der US-Präsidentenwahl nach dem Rücktritt von Joe Biden als Kandidat deutlich verbessert. „Der Rückzug hat das Zeug zum game changer. Es ist die Chance für die Demokraten, wieder zurück zu den politischen Themen zu kommen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. 

Trump reagiert auf Biden-Rückzug: „Er ist eine Bedrohung für die Demokratie“

Update vom 22. Juli, 10.43 Uhr: Donald Trump ist nach dem Biden-Rückzug aus dem Rennen der US-Wahl 2024 weiter in Rage. Auf Truthsocial teilte er gegen seinen ehemaligen Konkurrenten erneut aus und schrieb: „Wer regiert derzeit unser Land? Es ist nicht ‚Crooked Joe‘, er hat keine Ahnung, wo er ist. Wenn er nicht für ein Amt kandidieren kann, kann er unser Land nicht regieren!!!“ Zugleich sagte Trump: „Biden hatte nie Covid. Er ist eine Bedrohung für die Demokratie!“

Nach den jüngsten Entwicklungen in der US-Politik ist der Spitzenkandidat der Republikaner derweil zudem der Auffassung, dass er „entschädigt“ werden müsse, nachdem er Geld für den Wahlkampf gegen Biden ausgegeben hat.

Auswirkungen von Bidens Rückzug: Börse und Bitcoin reagieren – Trump mit Zuversicht

Update vom 22. Juli, 9.40 Uhr: Joe Bidens Rückzug und die Suche nach einem Nachfolger für die Kandidatur bei der US-Wahl 2024 ist das prägende Thema in den USA. Aktuell gibt es für Donald Trump keinen offiziellen Gegenkandidaten. In dieser unsicheren Zeit startete die amerikanische Börse mit einem Dämpfer in die neue Woche. Für die Kryptowährung Bitcoin ging es hingegen deutlich nach oben: Der Kurs stieg am Montag mit über 68.000 US-Dollar den höchsten Stand seit mehr als einem Monat. In der vergangenen Nacht wurde die älteste und bekannteste Kryptowährung auf der Handelsplattform Bitstamp zeitweise bei knapp 68.500 Dollar gehandelt. 

Nach Einschätzung des Analysten Timo Emden von Emden Research überwiegt am Markt für Kryptowährungen weiter die Annahme, dass Donald Trump die kommenden Präsidentschaftswahlen gewinnen und als Präsident ins Weiße Haus zurückkehren wird. Trump steht für weniger Regulierung und gilt gemeinhin als Befürworter von Kryptowährungen wie Bitcoin.

Donald Trump reagiert auf Bidens Rückzug vor US-Wahl und wittert „Betrug“

Update vom 22. Juli, 5.45 Uhr: Nach dem Rückzug von Joe Biden ist Donald Trump offensichtlich empört. Sein Wahlkampfteam habe Zeit und Geld in „den Kampf gegen den betrügerischen Joe Biden“ investiert. „Jetzt müssen wir wieder von vorn anfangen“, schrieb Trump auf der Internet-Plattform Truth Social. Der 78-Jährige stellte eine Entschädigung der Republikaner für diesen „Betrug“ an seiner Partei in den Raum.

Update vom 21. Juli, 22.30 Uhr: Knapp einer Stunde nach seiner ersten Reaktion hat Donald Trump gegen US-Präsident Joe Biden nach dessen Rückzug aus dem Wahlkampf nachgelegt. „Der korrupte Joe Biden ist der mit Abstand schlechteste Präsident in der Geschichte unserer Nation. Er hat alles getan, was möglich war, um unser Land zu zerstören, von unserer Südgrenze über die Vorherrschaft im Energiebereich, die nationale Sicherheit, die internationale Stellung und vieles mehr“, schrieb Trump in einem weiteren Post auf Truth Social.

„Er wurde in einer erderschütternden Debatte vernichtet, und jetzt werfen ihn die korrupten und radikalen Demokraten über Bord“, führte Trump mit Blick auf die verkorkste TV-Debatte weiter aus. „Er war von Anfang an nicht diensttauglich, aber die Leute um ihn herum haben Amerika über seinen vollständigen und totalen geistigen, körperlichen und kognitiven Niedergang belogen. Wen auch immer die Linke jetzt aufstellt, es wird nur noch mehr vom Gleichen sein.“

Erstmeldung vom 21. Juli: Washington, D.C. – Lange war es spekuliert worden, am Sonntagabend ist es schließlich eingetreten. US-Präsident Joe Biden hat nach zunehmender Kritik aus den eigenen Reihen seine Kandidatur bei der US-Wahl 2024 zurückgezogen. Er wolle sich auf seine Aufgaben als Präsident konzentrieren und schlägt seine Vizepräsidentin Kamala Harris als neue Kandidatin der Demokraten vor. Eine Reaktion von Donald Trump, dem Präsidentschaftskandidaten der Republikaner, ließ nicht lange auf sich warten.

Trump reagiert auf Rückzug von Biden – „Ist nicht in der Lage zu dienen“

„Der korrupte Joe Biden war nicht in der Lage, für das Präsidentenamt zu kandidieren, und ist sicherlich nicht in der Lage, zu dienen – und war es auch nie!“, schrieb Trump auf seinem eigenen Kurznachrichtendienst Truth Social. „Den Posten des Präsidenten erlangte er nur durch Lügen, Fake News und das Nichtverlassen seines Kellers“, schrieb der frühere Präsident weiter. Bidens Umfeld habe gewusst, dass der Präsident nicht fit genug für sein Amt gewesen sei, behauptet Trump weiter und greift vor allem Bidens Ärzte und die Medien an.

Die USA hätten „großen Schaden“ durch Bidens Präsidentschaft genommen, schrieb Trump, aber er und sein Team würden den Schaden nach seiner Wiederwahl, „sehr schnell beheben.“ Trumps Statement schließt mit seinem Wahlspruch „Make America Great Again“.

Trump-Reaktion auf Biden-Rückzug – Vize Vance fordert auch sofortigen Rücktritt als US-Präsident

Trump hatte seit der Ankündigung seiner Kandidatur Biden für dessen Alter und die vermeintlich mangelnde geistige Fitness angegriffen. Nach einem schwachen Auftritt von Biden in einem direkten TV-Duell gegen Donald Trump hatten sich auch immer mehr Stimmen aus der demokratischen Partei gegen den US-Präsidenten erhoben und ihm die Eignung für eine erneute Kandidatur abgesprochen.

Trumps Running Mate J.D. Vance hatte erst wenige Stunden zuvor Bidens Rückzug gefordert. Er erklärte, dass der US-Präsident im Falle eines Rückzugs von seiner Kandidatur auch sein Amt niederlegen sollte. „Würde er nicht erneut zur Wahl antreten, käme das einem klaren Eingeständnis gleich, dass Präsident Trump mit seiner Annahme, Biden sei geistig nicht fit genug, um als Oberbefehlshaber zu dienen, von Anfang an recht hatte“, schrieb Vance auf X.

Trump reagiert auf Bidens Rückzug aus dem US-Wahlkampf – das Statement im Wortlaut

„Der korrupte Joe Biden (Crooked Joe Biden) war nicht in der Lage, für das Amt des Präsidenten zu kandidieren, und er ist sicherlich nicht in der Lage, das Amt zu bekleiden – und war es auch nie! Er erlangte das Amt des Präsidenten nur durch Lügen, Fake News und indem er seinen Keller nicht verließ. Alle um ihn herum, einschließlich seines Arztes und der Medien, wussten, dass er nicht in der Lage war, Präsident zu sein, und er war es auch nicht – und jetzt sehen Sie, was er unserem Land angetan hat, mit Millionen von Menschen, die über unsere Grenze kommen, völlig unkontrolliert und ungeprüft, viele aus Gefängnissen, psychiatrischen Anstalten und einer Rekordzahl von Terroristen. Wir werden sehr unter seiner Präsidentschaft leiden, aber wir werden den Schaden, den er angerichtet hat, sehr schnell beheben. MAKE AMERICA GREAT AGAIN!“ (fd)

Rubriklistenbild: © Lynne Sladky/dpa

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