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Trumps Zölle: Hier gewinnt niemand – Die EU muss geschlossen agieren

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Die EU sollte sich Trumps Drohungen einig und geschlossen entgegenstellen. Auch Kanada und Mexiko drüfen vor Trumps Zolldrohungen nicht einknicken.

Zuerst trifft es jetzt Kanada, Mexiko und China, schon bald könnte auch die Europäische Union an der Reihe sein: Europa braucht angesichts der Drohungen von US-Präsident Donald Trump mit hohen Strafzöllen dringend Geschlossenheit.

Es ist eine Wahnsinnsaktion, bei der es langfristig nur Verlierer geben kann. Der US-Präsident will die drei größten Handelspartner der USA mit zusätzlichen Zöllen in Höhe von 10 und 25 Prozent abstrafen und damit, wie er sagt, erreichen, dass weniger Menschen und Drogen in die USA gelangen. Fachleute warnen, dass dadurch vor allem die Preise für US-Verbraucherinnen und -Verbraucher deutlich steigen werden. Donald Trump hatte seinen Wählerinnen und Wählern eigentlich das Gegenteil versprochen.

Kanada, Mexiko und China dürften mit Gegenmaßnahmen reagieren, die USA sind dann mitten in einem neuen Handelskrieg mit drei Fronten. Und schon bald dürfte eine große, vierte Front hinzukommen: Trump droht auch der EU mit Strafzöllen, weil sie die USA angeblich so schlecht behandele.

Auch Ursula von der Leyen weiß, die wirtschaftlichen wie politischen Folgen der Trump‘schen Zölle wären groß.

Es ist zu hoffen, dass Mexiko und Kanada – beide sind nicht nur wirtschaftlich eigentlich wichtige Partner der USA – nicht vor Trumps Drohgebärden einknicken. Gegenüber dem vergleichsweise schwachen Kolumbien war Trump mit seiner Hau-drauf-Strategie bereits erfolgreich. Wenn das weiter Schule macht, sieht es schlecht aus für die viel beschworene „regelbasierte Ordnung“, die zumindest unter Verbündeten die Basis der Zusammenarbeit sein muss.

Noch wichtiger ist aber, dass sich die EU Trumps Drohungen einig und geschlossen entgegenstellt. Denn allein die wirtschaftlichen Folgen für Europa wären schon groß, die politischen aber noch viel größer. In einer Zeit, in der rechte Populisten und Populistinnen auch in Europa Aufwind verspüren, ist es jedoch ausgerechnet um diese Einigkeit in der EU immer schlechter bestellt.

Rubriklistenbild: © Geert Vanden Wijngaert/dpa

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