US-Politik

„Hitler“-Rufe begleiten Trumps Restaurantbesuch in Washington

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Donald Trump feiert beim Dinner in Washington die angebliche Wirkung seiner Politik – und erntet Kritik von Demonstranten.

Washington, DC – US-Präsident Donald Trump besuchte am Dienstag (9. September) erstmals in seiner zweiten Amtszeit ein Restaurant in der US-Hauptstadt Washington, DC. Beim Betreten des Steakhauses wurde er mit Applaus empfangen. Die Stadt sei „sicher“ so der US-Präsident zu den Gästen und fügte hinzu: „Sie werden auf dem Heimweg nicht überfallen.“ Seit einigen Wochen ist auf Trumps Anordnung hin die Nationalgarde in der Hauptstadt aktiv, angeblich wegen hoher Kriminalität in der Hauptstadt. Doch Polizeistatistiken bestätigten das nicht.

US-Präsident Donald Trump (rechts) besuchte ein Restaurant in Washington, DC zusammen mit dem US-Außenminister Marco Rubio (Mitte) und dem Vizepräsidenten der USA, JD Vance (links).

Auch Daten des Justizministeriums zufolge gingen Gewaltverbrechen im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2023 um 35 Prozent zurück – der niedrigste Stand seit über 30 Jahren. Während Trump im Restaurant Platz nahm, skandierten Demonstranten: „Freiheit für Washington, freies Palästina, Trump ist der Hitler unserer Zeit“, wie ein Video zeigt, das CNN vorliegt. Die Protestierenden wurden schließlich aus dem Lokal entfernt.

Die pazifistische Gruppe „Code Pink“ hatte den Protest organisiert und schrieb dazu auf der Plattform X: „Zwei Jahre nach Beginn des Völkermords steht Gaza unter Evakuierungsbefehlen, Puerto Rico und Venezuela geraten ins Fadenkreuz, und das Pentagon bezeichnet sich offen als Kriegsministerium.“ Während ihres Protests habe Trump „uns in die Augen“ gesehen, so die Gruppe weiter. „Wir stellten sicher, dass er niemals in Frieden [auswärts] essen wird, solange Gemeinschaften belagert werden.“

Trump inszeniert Erfolg seiner Anti-Kriminalitäts-Politik

Beobachter vermuten, dass der Restaurantbesuch auch eine Reaktion auf die Frage eines Reporters aus der Vorwoche gewesen sein könnte. Ein Journalist hatte festgestellt, dass der US-Präsident noch kein Restaurant in der Hauptstadt besucht hatte und gefragt, ob er das vorhabe. „Könnte sein“, hatte Trump geantwortet. Das Weiße Haus markierte den Journalisten am Mittwoch auf X und schrieb: „Andrew Feinberg wieder einmal widerlegt [...]!“

Vor dem Restaurant hatte Trump den Journalisten erklärt, seine Entscheidung, auswärts zu essen, sei mit dem harten Vorgehen seiner Regierung gegen die Kriminalität in der Hauptstadt verbunden. „Ich hätte das vor drei Monaten, vor vier Monaten und vor einem Jahr ganz sicher nicht getan“, so der US-Präsident. Der Republikaner kündigte ähnliche Maßnahmen wie in Washington auch in anderen US-Städten an.

Wo genau, werde wahrscheinlich am Mittwoch bekannt gegeben, hieß es. Anfang der Woche startete die US-Einwanderungsbehörde ICE einen Einsatz in Chicago. Laut dem Weißen Haus richtete sich dieser gegen „illegale kriminelle Ausländer“, die sich dort „zusammengerottet“ hätten. Trump hatte mehrfach angedeutet, die Nationalgarde auch in Chicago einsetzen zu wollen – ähnlich wie zuvor in Washington und Los Angeles.

Rubriklistenbild: © Montage/IMAGO / Anadolu Agency

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