Merkur und tz-Interview

Seehofer exklusiv zur Migrationsdebatte: „Wegschweigen ist die falsche Strategie“

+
Der Münchner Merkur traf Horst Seehofer in seinem Haus in Ingolstadt zum Interview.
  • schließen
  • Georg Anastasiadis
    Georg Anastasiadis
    schließen

Im Interview mit unserer Redaktion verteidigt der Ex-Ministerpräsident Seehofer die verschärfte EU-Asylreform – und appelliert an die Union.

München – Der frühere bayerische Ministerpräsident und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die Union ermahnt, sich beim Thema Migration nicht wegzuducken. „Wegschweigen ist die falsche Strategie“, sagte er im Interview mit den Zeitungen Münchner Merkur und tz (Samstagsausgabe). Die damalige Kanzlerin Angela Merkel habe ihm oft entgegengehalten, er solle über dieses Thema nicht so viel reden.

„Mein Gegenargument: Wenn man ein großes Thema beschweigt, findet es bei den Menschen trotzdem statt. Alles andere ist blanke Illusion.“ Seine Maxime: „Ja zur Hilfe für Verfolgte und für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine! Aber Nein zu illegaler Einwanderung nach Europa ohne Bleibeperspektive; das umfasst mitunter leider mehr als die Hälfte der Asylanträge.“

Seehofer verteidigt verschärften Asylkurs

Dass nun ausgerechnet die Ampelregierung einen schärferen Asyl-Kurs auf EU-Ebene mitträgt, wie von Seehofer schon vor Jahren gefordert, sei nun mal so in der Politik. „Manchmal müssen Sie warten, bis die allgemeine Meinung mit der persönlichen Meinung übereinstimmt.“ Seehofer verteidigt auch das Konzept von Asylzentren an den EU-Außengrenzen. „Da werden keine Menschenrechte verletzt.“

Die Gründe für das Erstarken der AfD sieht Seehofer sowohl bei der amtierenden Bundesregierung als auch bei der Union. „Nach der selbstverschuldet verlorenen Bundestagswahl fehlen der Union noch immer ein klarer Kurs, authentisches Personal und eine ehrliche Geschlossenheit“, kritisierte der 73-Jährige, der sich Ende 2021 aus der Politik zurückgezogen hat. Mit „Jammern, Wehklagen und Wählerbeschimpfung“ werde man die AfD nicht bekämpfen können. Das vollständige Interview lesen Sie hier.

Kommentare