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Melissa Cohen-Biden platzt vor Gericht der Kragen. Die Frau von Hunter Biden soll den Trump-Mitarbeiter Garrett Ziegler in einer Pause schwer beleidigt haben.
Wilmington – In einem Moment der Wut hat Melissa Cohen-Biden den ehemaligen Trump-Mitarbeiter Garrett Ziegler einen „Nazi-Scheißkerl“ genannt. Die Frau von Joe Bidens Sohn – Hunter Biden – stand mit Ziegler vor den Türen eines Gerichtssaals in Wilmington im US-Staat Delaware, als die Aussage fiel, wie NBC News berichtete.
Das Gericht selbst verhandelt seit zwei Tagen eine Anklage gegen Hunter Biden, er habe im Jahr 2018 kurzzeitig einen Revolver besessen. Obwohl ihm dies verboten war, weil er damals illegale Drogen konsumiert habe. Die Anklage wirft Biden zudem vor, seinen Konsum von Drogen bewusst beim Ausfüllen der nötigen Waffen-Dokumente verschwiegen zu haben. Der 54-Jährige wies jede Schuld von sich. Bei einer Verurteilung drohen bis zu 25 Jahre Haft.
Hunter Bidens Frau Melissa Cohen-Biden attackiert Garrett Ziegler
Aber warum war Ziegler da? Ziegler arbeitete unter Trump im Weißen Haus an der Handelspolitik. Zusammen mit anderen Verbündeten des Ex-Präsidenten war er Teil eines Versuchs, den Inhalt eines Laptops öffentlich zu machen. Auf diesem befanden sich angeblich Daten aus denen hervorgehen soll, wie der Sohn des Präsidenten der USA von seinem politischen Einfluss bei ausländischen Geschäften profitierte.
Hunter Biden verklagte daraufhin Ziegler und ein von ihm gegründetes Unternehmen im September letzten Jahres. Dabei warf Biden Ziegler vor, gegen Landes- und Bundesgesetze verstoßen zu haben, um eine Datenbank von über 128.000 seiner E-Mails zu erstellen.
Ziegler war nun an den ersten beiden Tagen des Strafprozesses gegen Hunter Biden anwesend. In einer Pause ging Cohen-Biden dann auf Ziegler zu und zeigte mit dem Finger auf ihn und sagte NBC News zufolge mit lauter Stimme: „Du hast kein Recht, hier zu sein, du Nazi-Scheißkerl.“ Auf die Beleidigung habe Ziegler nicht geantwortet.
Garrett Ziegler versteht die Reaktion von Melissa Cohen-Biden nicht
Als man ihn später zu der Auseinandersetzung im Flur befragte, sagte Ziegler gegenüber NBC News: „Es ist traurig. Ich habe die ganze Zeit hier gesessen und niemanden angesprochen.“ Er fügte hinzu: „Nur zur Klarstellung: Ich bin kein Nazi. Ich glaube an die US-Verfassung. Ich habe ihnen kein einziges Wort gesagt.“ Ziegler sagte, es sei nur „umsichtig“ von ihm, an der Verhandlung gegen Hunter Biden teilzunehmen.
Auf die Begegnung angesprochen sagte Cohen-Biden, Ziegler habe sie mit „den schrecklichsten jüdischen Beleidigungen“ beschimpft. Sie fügte hinzu, man solle ihn fragen, warum „er Jared Kushner nie mit einer dieser jüdischen Beleidigungen beschimpft hat“, und meinte damit Trumps Schwiegersohn.
Trump-Mitarbeiter Ziegler beschreibt Rechtsstreit mit Hunter Biden als „völlig unseriös“
Ziegler hingegen bestritt, Cohen-Biden jemals verunglimpft zu haben. „Ich habe sie nie beleidigt. Das ist einfach erfunden.“ Auf Nachfrage zu dem Rechtsstreit rund um die 128.000 Mails von Hunter Biden sagte Ziegler nur, dass die Klage gegen ihn „völlig unseriös“ sei.
Sowohl die Anklage wegen des Laptops als auch die Anklage wegen der Waffe hatten Hunter Bidens Drogensucht öffentlich gemacht. Donald Trump und seine Verbündeten haben seitdem wiederholt versucht, Joe Biden für die Taten seines Sohnes anzugreifen. Unter anderem indem sie seine Sucht verspotteten und ihn als korrupt darstellten. (ske)
Rubriklistenbild: © Matt Slocum/dpa/ap
