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Nils Thomas Hinsbergerschließen
Im Roten Meer sollen neue deutsche Kriegsschiffe gegen Drohnen der Huthi-Rebellen vorgehen. Doch ihre Luftabwehrsysteme sind schon jetzt überholt.
Update vom 15. Dezember, 18.58 Uhr: Nach dem Angriff auf einen Containerfrachter der deutschen Reederei Hapag-Lloyd im Roten Meer schließt die Bundeswehr eine Beteiligung an einem internationalen Marine-Einsatz nicht kategorisch aus. So bestätigte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Freitagabend eine entsprechende Anfrage der USA. „Wir prüfen gerade die Anfrage und die Optionen, die es dazu gibt. Wir sind aber noch nicht am Ende der Prüfung“, sagte der Politiker der Nachrichtenagentur dpa am Rande bei einem Besuch des Fliegerhorstes in Wunstorf. Zu der Frage, ob die deutschen Kriegsschiffe derzeit überhaupt für einen solchen Einsatz infrage kommen, sagte Pistorius aber nichts. Zuvor war bekannt geworden, dass die aktuelle Bewaffnung der deutschen Fregatten für einen Anti-Huthi-Einsatz möglicherweise nicht ausreichend sein könnte.
Einsatz gegen Huthis: Bundeswehr soll für Mission im Roten Meer schlecht ausgerüstet sein
Erstmeldung: Tel Aviv/Berlin – Inmitten steigender Angriffszahlen durch Kampfdrohnen der Huthi-Rebellen auf Militär- und Handelsschiffe im Roten Meer, fordern die USA eine Reaktion. Ein vorgeschlagenes Marinebündnis im Krieg in Israel soll den Schutz des Seeverkehrs sicherstellen. Boris Pistorius (SPD), der deutsche Verteidigungsminister, wurde aufgefordert, die Bundeswehr in die Mission einzubinden.
Allerdings könnte dies schwieriger sein als ursprünglich angenommen. Die Welt berichtet, dass bei der Entwicklung neuer Marineschiffe aus Kostengründen auf Langstrecken-Luftabwehr verzichtet wurde. Die Fregatte „Baden-Württemberg“ vom Typ F125 ist nur für Friedenssicherungsmissionen konzipiert und dient daher lediglich zur Selbstverteidigung.
Deutsche Kriegsschiffe erfüllen Nato-Standard nicht
Deutsche Marineschiffe der F125-Serie sind eigentlich bereits auf dem Weg ins Rote Meer. Aber sie sind kaum geeignet für den Kampf gegen die Drohnen der Huthi-Rebellen. Obwohl die neuen Schiffe Luftabwehrsysteme haben, reichen diese nur für Ziele in maximal zehn Kilometer Entfernung.
Das ist zu kurz, um feindliche Drohnen abzuschießen. Der NATO-Standard für vergleichbare Schiffe sind Raketen mit einer Reichweite von 50 bis 100 Kilometern. Angesichts der Fähigkeit der Rebellen, präzise Raketenangriffe auf Schiffe mit Aufklärungsdrohnen durchzuführen, ist die Bundeswehrfregatte bereits jetzt veraltet. Die F125-Schiffe sind dabei erst seit Oktober 2023 im Einsatz. Die Marine muss nun wohl auf alte Kriegsschiffsmodelle zurückgreifen, um gegen die Huthi-Rebellen vorzugehen.
Bundeswehr muss wohl auf alte Fregatten zurückgreifen
Die Fregatten vom Typ F123 und F124 werden derzeit modernisiert. Die Arbeiten sind jedoch äußerst komplex, da vor etwa fünf Jahren eine Rakete beim Fehlstart das Rohr auf der Fregatte F124 „Sachsen“ vollständig ausbrannte. Nach den Modernisierungen könnten die Schiffe über Raketenabwehrsysteme mit ausreichender Reichweite verfügen, berichtet die Welt.
Insgesamt stehen der deutschen Marine nur zwei geeignete Kriegsschiffe für den Einsatz im Roten Meer zur Verfügung. Die neuen F125-Fregatten sollen planmäßig Mitte der 2030er Jahre schrittweise durch neue Modelle ersetzt werden. Aber das könnte noch eine Weile dauern. Die ersten Auslieferungen der Nachfolgeschiffe von Typ F126 sind erst für 2028 geplant. (nhi)
Für diesen von der Redaktion geschriebenen Artikel wurde maschinelle Unterstützung genutzt. Der Artikel wurde vor Veröffentlichung von Volontär Nils Hinsberger sorgfältig überprüft.
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