Jüngere für AfD-Chefin

Umfrage zeigt: CDU-Chef Merz gewinnt Direktwahl-Vergleich mit Weidel

  • schließen

Merz und Weidel würden bei einer Direktwahl je nach Altersgruppe ganz unterschiedliche Unterstützungswerte genießen. Dies zeigt eine neue Umfrage.

Berlin – CDU-Chef Friedrich Merz wird in einer schwarz-roten Koalition mit der SPD aller Voraussicht nach der neue Bundeskanzler werden. Eine neue Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa vom 23. März zeigt sein Abschneiden gegen AfD-Chefin Alice Weidel im Falle einer Direktwahl des Bundeskanzlers. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede je nach Region und Altersgruppe.

Direktwahl zwischen Merz und Weidel: AfD-Chefin schneidet bei jüngeren Menschen besser ab

Bei einer Direktwahl des Bundeskanzlers würden sich 37 Prozent der Befragten für CDU-Chef Merz entscheiden, wie das Insa-Institut herausgefunden hat. Dagegen würden sich 28 Prozent für AfD-Vorsitzende Weidel entscheiden. Für keinen der beiden würden 29 Prozent stimmen.

Als „interessant“ bezeichnet das Magazin The European von der „Weimer Media Group“ die Aufschlüsselung der Ergebnisse nach Altersgruppen. Denn bei älteren Befragten schneidet Merz deutlich besser ab. Bei den über 50-Jährigen liegt der CDU-Chef deutlich vor Weidel. Die Altersgruppe 40 bis 49 Jahre ist fast gleichauf im Ergebnis, was die Direktwahl zwischen Merz und Weidel anbelangt. So würden sich 33 Prozent für Merz, 34 Prozent für Weidel entscheiden.

Insa-Sonntagstrend vom 23. März

Befragungszeitraum: 21. - 24.3.2025
Befragte: 2004
Maximale Fehlertoleranz: +/- 2,5 Prozentpunkte

Anders sieht es bei den Altersgruppen unter 40 Jahren aus. Bei den 30- bis 39-Jährigen etwa würden sich 39 Prozent für Weidel, aber nur 30 Prozent für Merz entscheiden. Bei den 18- bis 29-Jährigen wäre das Ergebnis: 34 Prozent für Weidel, 28 Prozent für Merz.

Insa-Umfrage zur Direktwahl zwischen Merz und Weidel: Unterschiedliche Ergebnisse in Ost und West

Ein Unterschied zwischen Merz und Weidel zeigt sich auch im Vergleich zwischen Westen und Osten. Denn im Westen würden sich bei einer Direktwahl zwischen dem CDU-Chef und der AfD-Vorsitzenden 38 Prozent für Merz und lediglich 26 Prozent für Weidel entscheiden. Im Osten hingegen sieht es anders aus: Dort würden laut den Insa-Daten 31 Prozent für Merz, aber 36 Prozent für Weidel stimmen.

Angesichts der Ergebnisse schreibt The European: „Im Moment sieht es so aus, als würde es in dieser Legislaturperiode zu einem Zweikampf um Platz 1 zwischen CDU/CSU und AfD kommen. Und zwischen dem mutmaßlich neuen Regierungschef Friedrich Merz und der Oppositionsführerin Alice Weidel.“ Die neue Insa-Umfrage vom Sonntag (30. März) scheint diese Einschätzung zu bestätigen.

Bundestagswahl 2025: Von „Tünkram“ bis zum „Tor zur Hölle“ – denkwürdige Zitate aus dem Wahlkampf

Bundestag - Vertrauensfrage
„Fritze Merz erzählt gern Tünkram“ – SPD-Kanzler Scholz am 16. Dezember zu Vorwürfen von Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU), der Amtsinhaber sei bei Debatten auf EU-Ebene passiv und melde sich nicht zu Wort. „Tünkram“ ist Plattdeutsch und bedeutet dummes Zeug oder Unsinn. © Michael Kappeler/dpa
Olaf Scholz, Wahlparteitag SPD
„Manch einer hat uns schon abgeschrieben. Das kann unsere sozialdemokratische Partei mit über 160 Jahren Kampferfahrung aber überhaupt nicht beeindrucken.“ – SPD-Ko-Chefin Saskia Esken (rechts) beim Parteitag am 11. Januar in Berlin zu den schwachen Umfragewerten für die Sozialdemokraten und der Hoffnung auf eine Aufholjagd bis zur Wahl. © Imago
Nach Todesfahrt auf Weihnachtsmarkt in Magdeburg-Rechte Proteste
„Wenn es dann Remigration heißen soll, dann heißt es eben Remigration.“ – AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel beim Parteitag am 11. Januar in Riesa zur Aufnahme des umstrittenen Begriffs in das Wahlprogramm, der im rechten Spektrum für die massenhafte Ausweisung von Menschen mit Migrationshintergrund steht. © dpa
AfD-Bundesparteitag in Riesa
„Wenn wir am Ruder sind, wir reißen alle Windkraftwerke nieder. Nieder mit diesen Windmühlen der Schande!“ – AfD-Kanzlerkandidatin Weidel beim Parteitag am 11. Januar in Riesa. © Sebastian Kahnert/dpa
Habeck liest aus seinem neuen Buch
„Ich war nicht gut in Rechtschreibung früher und hatte einen leichten Schlag in Richtung Legasthenie.“ – Der Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck räumt am 12. Januar ein, als Schüler eine Rechtschreibschwäche gehabt zu haben. Habeck thematisierte bei der „Wahlarena“ des „Mannheimer Morgen“ in Mannheim seine Schulzeit und persönliche Schwächen. © Kay Nietfeld/dpa
Wahlplakate in Wiesbaden - SPD
„Es gibt, glaube ich, keinen Kanzler in der Bundesrepublik, der sich so im Detail in Gesetze eingemischt hat, damit sie pragmatisch werden.“ – Olaf Scholz zieht am 13. Januar eine positive Bilanz seines Wirkens als Regierungschef. „Es sind unglaublich viele Entscheidungen getroffen worden, die ohne meine Intervention gar nicht zustande gekommen wären“, sagte er den NRW-Lokalradios. © Arne Dedert/dpa
Nach tödlichem Angriff in einem Park in Aschaffenburg
„Das Maß ist endgültig voll.“ – Unions-Kanzlerkandidat Merz am 23. Januar nach dem Messerangriff von Aschaffenburg auf eine Kindergartengruppe mit zwei Toten, den ein Geflüchteter aus Afghanistan begangen haben soll. © Daniel Vogl/dpa
Demo gegen Rechts - Berlin
„Ich gucke nicht rechts und nicht links. Ich gucke in diesen Fragen nur geradeaus.“ – Merz am 24. Januar bei der Ankündigung, für Anträge zur Verschärfung der Migrationspolitik im Bundestag auch eine Mehrheit mit AfD-Unterstützung zu tolerieren. Die Menschen sehen das kritisch und gehen auf die Straße. © Christophe Gateau/dpa
Demonstration zur Migrationspolitik - Berlin
„Die Brandmauer bröckelt.“ – Die AfD-Fraktion am 29. Januar im Online-Dienst X zur bisher geltenden Abgrenzung der CDU von der in Teilen als rechtsextremistisch eingestuften Partei, nachdem erstmals mit ihrer Hilfe ein Unionsantrag eine Mehrheit im Bundestag erhalten hat. © Sebastian Gollnow/dpa
209. Bundestagssitzung: Heidi Reichinnek, Linke
„Allen politischen Differenzen zum Trotz hätte ich mir niemals vorstellen können, dass eine christlich-demokratische Partei diesen Dammbruch vollzieht und mit Rechtsextremen paktiert.“ – Die Vorsitzende der Linken im Bundestag, Heidi Reichinnek, am 29. Januar im Bundestag in ihrer viral gegangenen Rede zum mit AfD-Stimmen verabschiedeten Unionsantrag. © Imago
Bundestag - Regierungserklärung
„Und deshalb, finde ich, kann ich ihm nicht mehr trauen.“ – Kanzler Olaf Scholz über das Verhalten von Friedrich Merz am 29. Januar 2025. Das sei „wahrscheinlich ein ganz bedeutender Tag in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“ gewesen, sagte Scholz in der ARD-Sendung „Maischberger“. Die Union habe einen Konsens aufgekündigt, den es die ganze Nachkriegsgeschichte über unter den Demokraten in Deutschland gegeben habe.  © Kay Nietfeld/dpa
Demonstration fuer die Brandmauer und gegen die CDU
„Für falsch halte ich es, (…) sehenden Auges erstmalig bei einer Abstimmung im Deutschen Bundestag eine Mehrheit mit den Stimmen der AfD zu ermöglichen.“ – Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisiert am 30. Januar das Vorgehen von Merz. © Matthias Gränzdörfer/Imago
Wahlkampf Grüne - Berlin
„Tun Sie es nicht, Herr Merz.“ – Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck appelliert am 28. Januar eindringlich an Unionsfraktionschef Friedrich Merz, keine gemeinsame Sache mit der AfD zu machen.  © Christoph Soeder/dpa
Sitzung, Bundestag, Plenum
„Das Tor zur Hölle können wir noch gemeinsam schließen.“ – SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich am 31. Januar in der Bundestagsdebatte über eine angekündigte Zustimmung der AfD auch zu einem Migrationsgesetz der Union. Dieses scheiterte aber letztlich auch an fehlender Unterstützung aus der Union. © Bernd Elmenthaler/Imago
Bundestag
„Ich bin mit mir persönlich sehr im Reinen, dass wir es wenigstens versucht haben.“ – Merz am 31. Januar nach dem Scheitern seines Gesetzentwurfs zur Verschärfung der Migrationspolitik im Bundestag, obwohl auch dieser von den AfD-Abgeordneten geschlossen unterstützt wurde. © Kay Nietfeld/dpa
Nach tödlichem Angriff in Aschaffenburg - Trauerfeier
„Diese Woche hat die Union klargemacht, dass es ihr ernst ist. Und damit ist die Glaubwürdigkeit auch eines neuen Bundeskanzlers Friedrich Merz enorm gestiegen.“ – CSU-Chef Markus Söder sieht am 2. Februar die Position der Union nach den umstrittenen Abstimmungen zur Migrationspolitik im Bundestag deutlich gestärkt.  © Daniel Vogl/dpa
Bundesparteitag der CDU - Friedrich Merz + Markus Söder
„Mit den Grünen ist kein Richtungswechsel und keine Koalition möglich.“ – CSU-Chef Markus Söder anlässlich des CDU-Parteitags am 3. Februar auf X. © Imago
Wahlkampf – ZDF-Livesendung "Schlagabtausch"
„Wie dumm kann man sein zu sagen, man macht Sanktionen, um Russland zu schaden. Am Ende schaden wir vor allem unserer Wirtschaft.“ – BSW-Chefin Sahra Wagenknecht am 6. Februar in einer ZDF-Wahlrunde zu ihrer Forderung nach einer Wiederaufnahme der Gaslieferungen aus Russland. © Christoph Soeder/dpa
Scholz und Merz im TV-Duell
„Wir können auf die FDP keine Rücksicht nehmen.“ – Merz am 7. Februar, nachdem er mögliche Wähler der in Umfragen weiterhin schwächelnden FDP aufgerufen hat, ihre Stimme der Union zu geben. © Kay Nietfeld/dpa
FDP Bundesparteitag
„33 oder 31 Prozent für die CDU machen keinen Unterschied, aber vier oder sechs Prozent für die FDP ändern maßgeblich das Gefüge in der Bundesrepublik.“ – FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner reagiert beim Sonderparteitag in Potsdam am 9. Februar auf die Aussage von Merz. © Michael Kappeler/dpa
Scholz und Merz im TV-Duell
„Was ist Bubatz?“ – Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz kann am 9. Februar mit dem Begriff „Bubatz“ nichts anfangen. Auf dem Live-Streaming-Portal Twitch antwortete Merz nach dem TV-Duell bei ARD und ZDF mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) auf die Frage, ob „Bubatz“ legal bleibe: „Bleibt was legal?“ Daraufhin entgegnete die Moderatorin: „Bubatz“. Merz’ Replik: „Was ist Bubatz?“ Die Moderatorin: „Gras.“ Merz sagte dann: „Also wenn Sie meinen, Cannabis, dann sage ich: Nein, wir wollen das wieder korrigieren.“ © Kay Nietfeld/dpa
Kundgebung "Brandmauer statt Brandstiftung"
„Friedrich Merz tritt an, Europa zu Grabe zu tragen“ – Kanzler Scholz am 11. Februar in der letzten Plenardebatte des Bundestags vor der Wahl mit Blick auf Merz’ Pläne, Geflüchtete an den Grenzen zu den EU-Nachbarn zurückzuweisen. © Fabian Sommer/dpa
TV-Runde im Bundestagswahlkampf
„Weil ich dieses animalische Grunzen der AfD-Fraktion voraussehen konnte, möchte ich einordnen, worüber wir reden, wenn wir Klimaschutz sagen.“ – Grünen-Spitzenkandidat Robert Habeck reagiert in einer Rede im Bundestag am 11. Februar auf Zwischenrufe der AfD, nachdem er den Klimaschutz als drängendste Aufgabe der Zukunft bezeichnet hat. © Kay Nietfeld/dpa
Bundestag
„Wir werden möglicherweise miteinander reden müssen.“ – Unions-Kanzlerkandidat Merz wendet sich in seiner Plenarrede am 11. Februar im Bundestag an die SPD – und nimmt dabei eine mögliche Koalitionsoption für die Zeit nach der Wahl in den Blick. © Kay Nietfeld/dpa
ZDF-Sendung "Klartext"
„Wenn sich die Menschen zurückziehen, dann ist es vorbei mit Deutschland. (…) Demokratie ist kein Zuschauersport, es geht nur, wenn Menschen sich bei den Wahlen engagieren.“ – Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck am 13. Februar in der ZDF-Sendung „Klartext“ auf den Kommentar eines Zuschauers hin, der erklärt hatte, er wisse nicht mehr, was er wählen solle. © Michael Kappeler/dpa

Die AfD hatte ihren Abstand zu CDU/CSU im Insa-Sonntagstrend vom 23. März auf vier Prozentpunkte verkürzt. Die Union kam auf 27 Prozent, die AfD auf 23 Prozent. In der neuen Umfrage vom 30. März fiel die Union jetzt sogar noch weiter auf 26 Prozent, die AfD hingegen blieb auf 23 Prozent. Somit verkürzte sich der Vorsprung der Union vor der AfD auf nur noch drei Prozentpunkte. Zu den Direktwahl-Resultaten resümiert The European: „Das ist der aktuelle Stand. Wir leben in bewegten Zeiten und es gibt wenige, die sich im Moment zutrauen, sicher vorauszusehen, was in den kommenden Wochen und Monaten noch passiert.“

Ludwig-Erhard-Gipfel am Tegernsee: Politik, Wirtschaft, Innovation und Wissenschaft als Themen

The European ist Teil der „Weimar Media Group“, die wiederum den Ludwig-Erhard-Gipfel am Tegernsee veranstaltet. Die „Weimar Media Group“ ist ein Verlagshaus aus München und Tegernsee mit Spezialisierung auf anspruchsvollen Qualitätsjournalismus. Zu der Gruppe gehören neben The European auch Die Gazette, der WirtschaftsKurier, Markt und Mittelstand, die Börse am Sonntag, Anlagetrends sowie das Satiremagazin Pardon.

Der Ludwig-Erhard-Gipfel findet vom 7. - 9. Mai 2025 am Tegernsee statt. Der Titel der Veranstaltung, die es seit 2014 gibt: „Deutschland nach der Wahl. Kommt nun das neue Wirtschaftswunder?“ Zu den Teilnehmern gehören unter anderem Friedrich Merz, CSU-Chef Markus Söder, SPD-Vorsitzender Lars Klingbeil, Grünen-Chef Felix Banaszak, FDP-Chef Christian Lindner und Bundesinnenministerin Nancy Faeser. Weitere, zahlreiche hochrangige Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft sind zum Gipfel am Tegernsee eingeladen. Auch Innovation und Wissenschaft gehören zu den Themen des Gipfels. (bb)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Christoph Hardt

Kommentare