Seenotrettung

Im Hafen von Catania: Migranten springen ins Meer um an Land zu kommen

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Drei Migranten sind im Hafen von Catania vom Rettungsschiff Geo Barents gesprungen, um nach Italien zu gelangen. Zwei Schiffe und rund 250 Migranten warten darauf, an Land gelassen zu werden

Mehr als 250 Migranten auf zwei Seenotrettungsschiffen warten im Hafen der süditalienischen Stadt Catania darauf, an Land zu gehen.

Catania - Am Montagnachmittag sprangen drei Migranten vom Schiff «Geo Barents» ins Hafenbecken der sizilianischen Stadt, um aufs Festland zu kommen. Sie wurden von der Küstenwache aus dem Wasser geholt. Medienberichten zufolge blieben sie unverletzt. Italiens neue Regierung unter der ultrarechten Ministerpräsidentin Giorgia Meloni geht hart gegen Migranten vor. Sie will private Seenotretter von Einsätzen im zentralen Mittelmeer abhalten.

Die «Geo Barents» der Organisation Ärzte ohne Grenzen hatte ebenso wie die «Humanity 1» der deutschen Organisation SOS Humanity nach längerer Wartezeit in Catania anlegen dürfen. Dann aber erlaubten die Behörden nur einem Teil der Geretteten, an Land zu gehen. Die Lage derer, die nach Einschätzung der Behörden nicht verletzt oder fragil sind und deswegen auf den Schiffen bleiben mussten, wird nach Angaben von Helfern immer schwieriger.

Auf der «Geo Barents» waren am Montagmittag noch 214 Menschen, auf der «Humanity 1» 35. Sie riefen um Hilfe, wie am Hafenkai zu hören war. «Ich kann den Hafen auf keinen Fall verlassen, wenn diese Leute noch an Bord sind», sagte der deutsche Kapitän der «Humanity 1» im Hafen von Catania. «Ich bin wirklich wütend und traurig, dass ich zu einer illegalen Tat gedrängt werde.»

Die Hilfsorganisationen argumentieren, dass nach internationalem Recht Gerettete am nächsten sicheren Hafen an Bord gehen dürften. «Seit heute Morgen hatten wir mehrere Panikattacken auf dem Schiff», berichtete Riccardo Gatti von Ärzte ohne Grenzen der Nachrichtenagentur Ansa.

Zwei weitere Schiffe vor der Küste Siziliens warteten am Montagabend auf die Erlaubnis, anlegen zu können. Eines davon ist die «Rise Above» der Dresdner Organisation Mission Lifeline mit knapp 90 Migranten, der langsam der Treibstoff ausgehe, wie Sprecherin Hermine Poschmann der dpa sagte. Auf der «Ocean Viking» von SOS Méditerranée mussten mehr als 230 Menschen ausharren. (dpa)

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