„Großangelegter Schlag“

„In Übereinstimmung mit dem Gesetz“ – So begründet Trump die Festnahme von Maduro

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US-Präsident Trump hat den venezolanischen Staatschef Maduro verhaften lassen.
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Die USA haben nach Angaben von Präsident Trump Venezuelas Staatschef Maduro festgenommen – mit einer trivialen Begründung.

Washington/Caracas – Donald Trump teilte auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social mit, dass die USA Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro und dessen Ehefrau „gefangen genommen“ und aus dem südamerikanischen Land ausgeflogen haben. Die Operation sei „in Zusammenarbeit mit US-Strafverfolgungsbehörden“ durchgeführt worden, so Trump.

„Die Vereinigten Staaten von Amerika haben erfolgreich einen großangelegten Schlag gegen Venezuela und dessen Anführer, Präsident Nicolas Maduro, ausgeführt, der zusammen mit seiner Frau gefangen genommen und aus dem Land ausgeflogen wurde“, schrieb Trump am Freitagmorgen um 4:21 Uhr Ortszeit. Details würden folgen. Für heute kündigte er eine Pressekonferenz um 11 Uhr (Ortszeit) in Mar-a-Lago an.

Explosionen erschüttern Caracas – Stromausfälle in Teilen der Stadt

Zuvor hatten mehrere Explosionen die venezolanische Hauptstadt Caracas erschüttert. Um etwa 2 Uhr Ortszeit seien mindestens sieben Detonationen zu hören gewesen, meldete die Nachrichtenagentur AP. Flugzeuggeräusche über der Stadt wurden von Anwohnern berichtet. Der Fernsehsender NTN24 veröffentlichte Bilder von Explosionen und Rauchwolken. Große Brände mit Rauchsäulen waren in Online-Netzwerken zu sehen.

Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters berichteten, im südlichen Teil der Stadt – unweit einer großen Militärbasis – sei der Strom ausgefallen. Auch der US-Sender CNN sprach von Stromausfällen in Teilen von Caracas. Die Ursache der Explosionen blieb zunächst unklar.

Trump drängt seit Jahren auf Entmachtung Maduros

Trump hatte wiederholt mit einem militärischen Eingreifen in Venezuela gedroht. Er drängt seit Langem auf eine Entmachtung Maduros. Bereits während seiner ersten Amtszeit, im Jahr 2020, war der venezolanische Präsident zusammen mit mehreren engen Verbündeten vor einem Gericht in Manhattan unter anderem wegen Drogenhandels angeklagt worden. Damals setzten die USA eine Belohnung von 15 Millionen Dollar für seine Festnahme aus.

US-Kopfgeld auf Maduro auf 50 Millionen Dollar verdoppelt

Die US-Regierung hatte die Belohnung für die Festnahme Maduros zuletzt auf 50 Millionen US-Dollar (rund 43 Millionen Euro) erhöht. Die USA werfen ihm Verstöße gegen die US-Drogengesetze vor, wie aus der Pressemitteilung des US-Außenministeriums hervorgeht.

„Unter der Führung von Präsident Trump wird Maduro sich der Justiz nicht entziehen können und für seine verabscheuungswürdigen Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden“, sagte Justizministerin Pam Bondi in einem Video, in dem sie die Erhöhung der Belohnung ankündigte. Das Justizministerium habe Vermögenswerte im Wert von mehr als 700 Millionen US-Dollar beschlagnahmt, die mit Maduro in Verbindung stehen – darunter zwei Privatjets. Zudem seien große Mengen beschlagnahmtes Kokain direkt auf den Politiker zurückzuführen gewesen.

USA greifen Venezuela an: Bilder zeigen Zerstörung und Maduro in Gefangenschaft

Rauch steigt am Flughafen La Carlota auf, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Rauch steigt am Flughafen La Carlota auf, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Matias Delacroix/dpa
Soldaten bewachen die Gegend um den Präsidentenpalast Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Soldaten bewachen die Gegend um den Präsidentenpalast Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Das Feuer im Fuerte Tiuna, Venezuelas größtem Militärkomplex, ist nach einer Reihe von Explosionen in Caracas am 3. Januar 2026 aus der Ferne zu sehen.
Das Feuer im Fuerte Tiuna, Venezuelas größtem Militärkomplex, ist nach einer Reihe von Explosionen in Caracas am 3. Januar 2026 aus der Ferne zu sehen. © STR / AFP
Explosionen erschüttern die venezolanische Hauptstadt Caracas.
Explosionen erschüttern die venezolanische Hauptstadt Caracas.  © IMAGO/Stringer
Menschen gehen am Präsidentenpalast Miraflores vorbei, nachdem in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, Explosionen und tieffliegende Flugzeuge zu hören waren.
Menschen gehen am Präsidentenpalast Miraflores vorbei, nachdem in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, Explosionen und tieffliegende Flugzeuge zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Anwohner verlassen ein Gebäude in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Anwohner verlassen ein Gebäude in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Fußgänger rennen, nachdem Explosionen in Caracas zu hören waren.
Fußgänger rennen, nachdem Explosionen in Caracas zu hören waren. © Matias Delacroix/dpa
Anwohner aus einem Gebäude, das evakuiert wurde, stehen in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Anwohner aus einem Gebäude, das evakuiert wurde, stehen in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Eine Frau verfolgt die Nachrichten im Fernsehen, nachdem es in Caracas zu mehreren Explosionen gekommen war.
Eine Frau verfolgt die Nachrichten im Fernsehen, nachdem es in Caracas zu mehreren Explosionen gekommen war.  © IMAGO/Boris Vergara
Schäden nach der US-Attacke auf den Hafen La Guaira in Venezuela.
Schäden nach der US-Attacke auf den Hafen La Guaira in Venezuela. © Pedro Mattey/imago
Blick auf Caracas bei Nacht, aufgenommen nach einer Reihe von Explosionen am 3. Januar 2026.
Blick auf Caracas bei Nacht, aufgenommen nach einer Reihe von Explosionen am 3. Januar 2026. © Federico Parra/afp
Menschen versammeln sich in einem Einkaufszentrum in der Nähe eines großen Bildschirms, auf dem der US-Angriff auf Venezuela überträgt und über den gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seine Frau berichtet wird.
Menschen versammeln sich in einem Einkaufszentrum in der Nähe eines großen Bildschirms, auf dem der US-Angriff auf Venezuela überträgt und über den gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seine Frau berichtet wird.  © Andy Wong/dpa
Das Foto soll den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro in US-Gewahrsam zeigen. Er trägt einen Jogginganzug, einen Gehörschutz, eine Brille und Handschellen.
Das Foto soll den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro in US-Gewahrsam zeigen. Er trägt einen Jogginganzug, einen Gehörschutz, eine Brille und Handschellen. © @realDonaldTrump/Truth Social
Ein Flugzeug, in dem der gefangene venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro an Bord sein soll, landet auf der Stewart Air National Guard Base.
Ein Flugzeug, in dem der gefangene venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro an Bord sein soll, landet auf der Stewart Air National Guard Base. © Noah K. Murray/dpa
Eine Wagenkolonne mit dem gefangenen venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro und seiner Frau Cilia Flores fährt vom West 30th Street Heliport ab.
Eine Wagenkolonne mit dem gefangenen venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro und seiner Frau Cilia Flores fährt vom West 30th Street Heliport ab. © Stefan Jeremiah/dpa
Bundespolizisten stehen vor dem Metropolitan Detention Center Wache, während sie auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro warten.
Bundespolizisten stehen vor dem Metropolitan Detention Center Wache, während sie auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro warten. © Yuki Iwamura/dpa
New Yorker Polizeibeamte versammeln sich vor dem Metropolitan Detention Center kurz nach der Ankunft des festgenommenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seiner Frau Cilia.
New Yorker Polizeibeamte versammeln sich vor dem Metropolitan Detention Center kurz nach der Ankunft des festgenommenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seiner Frau Cilia. © Yuki Iwamura/dpa
Beamte warten vor dem Hubschrauberlandeplatz in der West 30th Street auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro.
Beamte warten vor dem Hubschrauberlandeplatz in der West 30th Street auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro. © Stefan Jeremiah/dpa
Präsident Donald Trump spricht in seinem Club Mar-a-Lago nach dem Angriff auf Venezuela.
Präsident Donald Trump spricht in seinem Club Mar-a-Lago nach dem Angriff auf Venezuela. © Alex Brandon/dpa
US-Präsident Donald Trump, Verteidigungsminister Pete Hegseth und CIA-Chef John Ratcliffe überwachen die Militäroperation in Venezuela.
US-Präsident Donald Trump, Verteidigungsminister Pete Hegseth und CIA-Chef John Ratcliffe überwachen die Militäroperation in Venezuela. © Donald Trump's Truth Social Account/imago
Eine Frau sitzt vor einem Gebäude, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde.
Nach dem US-Militäreinsatz: Eine Frau sitzt vor einem Gebäude, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde.  © Javier Campos/dpa
Ein Mann schaut sich die Schäden an einem Apartmentgebäude an, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde.
Ein Mann schaut sich die Schäden an einem Apartmentgebäude an, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde. © Javier Campos/dpa
Bewaffnete Zivilisten, die der Regierung nahestehen, stoppen Motorradfahrer in Caracas nach US-Angriffen auf Venezuela.
Bewaffnete Zivilisten, die der Regierung nahestehen, stoppen Motorradfahrer in Caracas nach US-Angriffen auf Venezuela.  © Ariana Cubillos/dpa
Ein Anhänger der Regierung hält eine Actionfigur von Super Bigote während einer Demonstration, bei der die Freilassung von Präsident Nicolás Maduro gefordert wird.
Protest in Caracas: Ein Anhänger der Regierung hält eine Actionfigur von Super Bigote während einer Demonstration, bei der die Freilassung von Präsident Nicolás Maduro gefordert wird. © Ariana Cubillos/dpa
Demonstranten verbrennen in der Nähe der US-Botschaft in Manila eine US-Flagge.
Protest auch auf den Philippinen: Demonstranten verbrennen in der Nähe der US-Botschaft in Manila eine US-Flagge. © Aaron Favila/dpa

Nun vermeldet Trump, die Festnahme Maduros sei „in Zusammenarbeit mit US-Strafverfolgungsbehörden“ erfolgt und liefert damit die Rechtfertigung für den massiven Militäreinsatz. Man habe also quasi einen Haftbefehl vollstreckt.

Dies unterstreicht auch ein Posting des US-Senators Mike Lee auf X. Der Republikaner schrieb, dass er in der Angelegenheit mit Außenminister Marco Rubio telefoniert habe. Demnach sei Maduro von US-Truppen festgenommen worden, „um sich in den Vereinigten Staaten wegen strafrechtlicher Vorwürfe vor Gericht zu verantworten“. Die Militäraktion sei „zum Schutz und zur Verteidigung derjenigen ergriffen [worden], die den Haftbefehl vollstreckten“.

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