VonLucas Maierschließen
Eine aktuelle Umfrage attestiert der Ampel-Regierung sinkende Wählergunst. Vor allem die Grünen trifft es bitter. Sie sinken auf ein historisches Tief.
Berlin - Der Abwärtstrend der Zustimmungswerte bei den Grünen setzt sich fort. Die Öko-Partei erreicht bei der Wählergunst einen weiteren Tiefpunkt seit dem Jahr 2021. Seit der Insa-Umfrage vom 21. September 2018 stand es um die Wählergunst bei den Grünen erst einmal so schlecht wie im Moment.
Mit Ausnahme der Umfrage vom 18. Dezember 2021 konnte das Bündnis 90 - Die Grünen seit dem immer Zustimmungswerte von über 14 Prozent erzielen. In der neuen Insa-Umfrage vom 29. April 2023 rutschte die Partei von Habeck und Baerbock nun wieder auf diesen historischen Tiefstwert.
Grüne weiter auf absteigendem Ast: Keiner gewinnt derzeit in der Ampel
Noch fünf Tage zuvor schaffte es die Partei auf 14,5 Prozent. Von einstigen Werten um die 20 Prozent scheint die Partei derzeit weit entfernt zu sein. Doch auch der Ampelpartner FDP musste in der aktuellen Umfrage eine Klatsche hinnehmen.
Die Partei um Christian Lindner rutschte von zuvor neun auf jetzt acht Prozentpunkte ab. Das sind immerhin 3,5 Prozentpunkte weniger als bei der Wahl im Jahr 2021. Die Grünen liegen derzeit lediglich 0,8 Prozentpunkte unter ihrem Ergebnis von 2021. Für die FDP dürfte das Umfrageergebnis weniger dramatisch sein als für die Grünen, mussten sich die freien Demokraten in diesem Jahr doch schon mit schlechteren Werten abfinden.
Wäre am nächsten Sonntag Bundestagswahl, gäbe es die Koalition so nicht mehr
Das Rot der Ampel-Koalition leuchtet laut der neusten Insa-Umfrage ebenfalls weniger hell als noch am Wahltag vor fast zwei Jahren. Damals konnten sie Sozialdemokraten (SPD) 25,7 Prozent auf sich vereinen. Aktuell würde die Partei rund um Bundeskanzler Olaf Scholz nur noch 21 Prozent erhalten.
- Ampel-Desaster bei der Insa-Umfrage vom 29. April 2023
- SPD: 21 Prozent (4,7 Prozent weniger als bei der Bundestagswahl 2021)
- Bündnis 90 - Die Grünen: 14 Prozent (0,8 Prozent weniger als bei der Bundestagswahl 2021)
- FDP: 8 Prozent (3,5 Prozent weniger als bei der Bundestagswahl 2021)
- Quelle: INSA
Insgesamt entfallen damit derzeit nur noch rund 43 Prozent der Stimmen auf die Parteien der Ampelregierung. Bei einer Bundestagswahl würden den drei Parteien somit die absolute Mehrheit fehlen und eine Koalition wäre in dieser Form nicht mehr möglich.
Union spielt ganz vorne mit: Besseres Ergebnis als bei der Bundestagswahl
Stärkste Kraft in der aktuellen Insa-Umfrage bleibt die Union mit 28 Prozent. Damit steht die CDU/CSU um fast vier Prozentpunkte besser da als noch bei der Wahl im Jahr 2021. Damals hatten die Christdemokraten zusammen mit ihrer bayerischen Schwester nur 24,1 Prozent auf sich vereinen können.
| Fakten zur INSA-Studie | |
| Auftraggeber: | bild.de/BILD |
| Durchführendes Institut: | INSA-Consulere GmbH |
| Zeitraum der aktuellen Erhebung: | 24. April - 28. April |
| Befragte: | 1.202 Personen |
| Quelle: INSA |
Laut der aktuellen Insa-Umfrage, die telefonisch und online stattfand, würde auch die Linke wieder über die fünf Prozenthürde kommen. Im Vergleich zur letzten Bundestagswahl ist auch die Wählergunst für die kleineren Parteien gestiegen. So konnten die unter dem Punkt „Sonstige“ geführten Partei acht Prozent auf sich vereinen. Im Jahr 2021 waren es lediglich sechs Prozent. (Lucas Maier)
Eine weitere Umfrage zeigt, wer im Jahr 2025 für die Union ins Kanzlerrennen gehen könnte.
Rubriklistenbild: © Chris Emil Janssen/IlluPics/IMAGO-Images

