„Einige erreichten ihr Ziel“

Nach Iran und Hisbollah: Jetzt droht Jemen Israel – Premier gibt wohl Raketenbeschuss zu

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Angeblich bestätigt die jemenitische Regierung Raketenbeschuss in Richtung Israel. Eine Drohung an den jüdischen Staat aus Sanaa inklusive.

Sanaa – Der Krieg in Israel fordert viele Menschenleben, und die Drohungen gegen Tel Aviv sowie die israelische Regierung in Jerusalem aus der arabischen Welt nehmen von Tag zu Tag zu. Ein Ende der Gewalt ist nicht in Sicht. Im Gegenteil.

Nach Iran und der Hisbollah-Miliz im Libanon hat nun auch Jemen offiziell militärische Drohungen gegen Israel ausgesprochen. Das berichtet das israelische Online-Nachrichtenportal Ynetnews. Demnach habe der jemenitische Premier Maeen Abdul Malek damit gedroht, israelische Schiffe im Roten Meer anzugreifen, sollten die Luftangriffe auf den Gazastreifen weitergehen.

Damit nicht genug: Abdul Malek bestätigte laut des Berichts, dass aus seinem Land Raketen und Drohnen in Richtung israelisches Staatsgebiet abgefeuert wurden. Der jemenitische Premier wird von der Nachrichtenseite mit den Worten zitiert: „Sanaa wird einen Beitrag leisten und bei der Reaktion auf das Massaker in Gaza helfen. Die Amerikaner fingen Raketen und Drohnen ab, die auf Israel gerichtet waren, und schafften es, einige von ihnen abzuschießen. Aber einige erreichten ihr Ziel.“ Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Immer wieder gibt es in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa pro-palästinensische Proteste.

Raketenangriff aus Jemen auf Israel: USA nennen schiitische Huthi-Rebellen

Ein Kriegsschiff der US-Marine hatte am Donnerstag (19. Oktober) drei Marschflugkörper und mehrere Drohnen abgefangen, die von der mit Iran verbündeten schiitischen Huthi-Bewegung vom Jemen aus möglicherweise in Richtung Israel abgefeuert wurden, hatte das Pentagon in Washington mitgeteilt. Wie der US-amerikanische Sender I24NEWS berichtete, wurde Israel darüber informiert, dass 15 Drohnen identifiziert wurden, die demnach vom Jemen aus gestartet wurden.

Mindestens eine Drohne habe Saudi-Arabien abgefangen, hieß es weiter. Der Wüstenstaat liegt zwischen Jemen und Israel und hatte in den vergangenen Jahren mithilfe der Diplomatie der Amerikaner einen Annäherungsprozess mit den Israelis angestoßen. Seit 2015 geht Saudi-Arabien zudem militärisch gegen die Huthi-Bewegung im südlichen Nachbarland vor. Nach ersten Erkenntnissen werden die Huthi-Rebellen als Drahtzieher des jüngsten Angriffs über das Rote Meer vermutet, die mit der libanesischen Hisbollah verbündet sind und das jüdische Israel als Feind sehen.

Abdul Maleks Aussagen überraschen insofern, dass seine Regierung in dem Land mit seinen geschätzt 33,7 Millionen eigentlich gegen die Huthi-Rebellen vorgehen soll. Schon in den vergangenen Monaten hatte es dagegen pro-palästinensische Demonstrationen in der Hauptstadt Sanaa (rund 2,5 Millionen Einwohner) gegeben, die jetzt nach den jüngsten israelischen Luftangriffen gegen die Hamas in Gaza wieder aufkamen – wie im Irak, in Jordanien oder in Syrien.

Krieg in Israel: Tausende Raketen werden auf jüdischen Staat abgeschossen

Während wiederum Israel mehr Munition für seine Iron-Dome-Raketenabwehr braucht, nach tausenden Raketenangriffen in den vergangene Wochen, und der jüdische Staat sich auf einen langen Krieg vorbereitet. Ynetnews gilt in der Regel als zuverlässige Quelle, wird die Nachrichten-Website schließlich von der Jedi’ot Acharonot, Israels meistgelesener Zeitung, sowie dem hebräischen Nachrichten-Portal Ynet betrieben. (pm)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Xinhua

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