Iran enthüllt neue Kamikaze-Drohne – angeblich mit tausenden Kilometern Reichweite
VonChristoph Gschoßmann
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Es gibt keine Anzeichen für Frieden im Nahen Osten. Der Iran präsentiert triumphierend eine neue Waffe, die angeblich tausende Kilometer weit reichen kann.
Teheran – Der Iran provoziert inmitten wachsender Spannungen: Die Führung in Teheran hat Medienberichten zufolge eine neue ballistische Rakete und eine hochmoderne Angriffsdrohne zur Schau gestellt.
Iran präsentiert neue Angriffsdrohne: „Kein Dämon denkt an eine Aggression“
„Heute sind unsere Verteidigungs- und Abschreckungsfähigkeiten so stark gewachsen, dass kein Dämon auch nur an eine Aggression gegen unseren lieben Iran denkt“, sagte Irans neuer Präsident Massud Peseschkian laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Irna am Samstag bei einer Militärparade in Teheran, wo die Waffen präsentiert wurden.
Islamic Revolutionary Guard Corp unveils new domestically manufactured drone named "Shahed 136 B"
Es soll sich um die Feststoffrakete vom Typ Dschihad handeln, wie Irna berichtet. Diese wurde von der Luft- und Raumfahrtabteilung der iranischen Revolutionsgarden entwickelt und hergestellt.
Iran: Schahed-Drohe fliegt jetzt mehr als 4000 Kilometer weit
Demnach hat sie eine Reichweite von tausend Kilometern. Die Drohne vom Typ Schahed-136B ist eine aufgerüstete Version des Schahed-Drohnentyps 136. Neu daran seien weitere Funktionen sowie eine Reichweite von mehr als 4000 Kilometern, hieß es weiter.
Westliche Regierungen werfen dem Iran vor, sowohl Drohnen als auch ballistische Raketen an Russland zu liefern, um sie im Aggressionskrieg Moskaus gegen die Ukraine einzusetzen. Großbritannien, Frankreich, Deutschland und die USA verhängten deshalb Anfang September neue Sanktionen gegen Teheran.
Iran wird vom Westen Unterstützung Russlands vorgeworfen
Der Iran arbeitet dem Außenministerium zufolge zwar militärisch mit Moskau zusammen, dies steht demnach jedoch in keinem Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg. Teheran behauptet außerdem, sich stets für ein schnelles Ende des Ukraine-Kriegs eingesetzt und auch diplomatische Verhandlungen unterstützt zu haben.
Der Iran unterstützt außerdem finanziell und militärisch die Hisbollah-Miliz im Libanon. Dies gilt auch für die von der EU und den USA als Terrororganisation eingestufte radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas im Gazastreifen und die Huthi-Rebellen im Jemen.
Hamas-Angriff auf Israel: Arabische Welt seit 7. Oktober im Ausnahmezustand
Die arabische Welt befindet sich in mehreren Regionen im Eskalationszustand. Seit dem beispiellosen Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober und dem dadurch ausgelösten Krieg im Gazastreifen haben sich die regionalen Spannungen massiv verschärft.
Bei ihrem Großangriff töteten Hamas-Kämpfer nach israelischen Angaben mindestens 1205 Menschen und verschleppten 251 weitere als Geiseln in den Gazastreifen. Nach Angaben der Hamas, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden im Zuge der israelischen Offensive als Reaktion auf den Angriff bislang mehr als 41.000 Menschen getötet.
Die Lage eskaliert: Pager-Explosionen im Libanon sorgen für 37 Tote
Seit dem 8. Oktober steht Israels Norden zudem unter Dauerbeschuss seitens der mit der Hamas verbündeten pro-iranischen Hisbollah. Israel reagiert auf die Angriffe mit Gegenangriffen im Libanon. Eine weitere Zuspitzung erfolgte durch die gezielte Tötung hochrangiger Hisbollah-Kommandeure durch die israelische Armee im Libanon sowie Israel zugeschriebene Explosionen von Kommunikationsgeräten (Pager) der Hisbollah-Miliz.
Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern
Bei den in zwei Wellen erfolgten Explosionen wurden 37 Menschen getötet und fast 3000 verletzt. Der Iran verurteilte die Angriffe. Am Samstag meldete die Hisbollah den Tod von 16 Mitgliedern einer Eliteeinheit bei einem israelischen Luftangriff vom Vortag in Beirut. (cgsc mit afp und dpa)