Joe Biden: Aufgrund der aufkommenden Bedrohung durch den Iran versichert er Israel die Unterstützung der USA zur Gewährung der Sicherheit.
Jerusalem - Angesichts der Bedrohung durch den Iran haben die USA beim Nahost-Besuch von Präsident Joe Biden ihr «unerschütterliches Engagement» für Israels Sicherheit bekräftigt. «Die Vereinigten Staaten betonen, dass ein wesentlicher Bestandteil dieses Versprechens die Verpflichtung ist, dem Iran niemals zu gestatten, Atomwaffen zu beschaffen», hieß es in einer Erklärung, die Biden und Israels Ministerpräsident Jair Lapid am Donnerstag in Jerusalem unterzeichneten. Beide Staaten betonten auch ihre «unverbrüchliche Bande».
Die USA wollen der Erklärung zufolge Israels Fähigkeit stärken, sich gegen jegliche Bedrohung verteidigen zu können. Um der «Aggression und den destabilisierenden Aktivitäten des Irans» entgegenzutreten, wollen beide Länder auch mit anderen Partnern zusammenarbeiten. «Das einzige, was schlimmer wäre als der jetzige Iran, ist ein Iran mit Atomwaffen», hatte Biden vor seiner Abreise dem israelischen Fernsehsender N12 gesagt. Die USA und Israel planen der Erklärung zufolge auch, «den Kreis des Friedens um immer mehr Araber und Muslime» zu erweitern.
Beide Länder bekräftigten zudem ihr Engagement für Initiativen, um die Wirtschaft in den palästinensischen Autonomiegebieten zu stärken und die Lebensqualität der Menschen dort zu verbessern. Biden hält sich seit Mittwoch in Israel auf. Nach einem Besuch im Westjordanland reist er am Freitag weiter nach Saudi Arabien. Der Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern liegt seit 2014 brach. Echte Fortschritte werden durch den Besuch nicht erwartet.
Laut Israels Ministerpräsident lässt sich der Iran nur durch eine glaubwürdige Drohung von dem Besitz nuklearer Waffen abhalten.
Der Iran kann nach den Worten von Israels Ministerpräsident Jair Lapid nur mit einer «glaubwürdigen militärischen Drohung» vom Besitz nuklearer Waffen abgehalten werden. «Das Einzige, was den Iran aufhalten wird, ist die Gewissheit, dass die freie Welt Gewalt anwenden wird, wenn das Land sein Atomprogramm weiter ausbaut», sagte Lapid am Donnerstag nach einem Treffen mit US-Präsident Joe Biden in Jerusalem. Dabei solle es sich auch nicht um einen «Bluff» handeln.
Der neue israelische Regierungschef äußerte die Hoffnung, dass im Nahen Osten neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit entstehen. «Wir sind dabei, ein Bündnis gemäßigter Länder zu schaffen, die an den Frieden glauben und die glauben, dass unsere Kinder die Chance auf ein besseres Leben verdient haben», sagte Lapid. US-Präsident Joe Biden wird am Freitag von Jerusalem weiter nach Saudi Arabien reisen. Für Biden ist dies der erste Besuch im Nahen Osten seit dem Amtsantritt vor anderthalb Jahren.
Im Rahmen der sogenannten Abraham-Abkommen haben unter Vermittlung der USA inzwischen mehrere arabische Staaten Beziehungen mit Israel aufgenommen. Ein Beitritt Saudi-Arabiens gilt derzeit als unwahrscheinlich. Es gibt aber Spekulationen, dass beide Länder etwa in Sicherheitsfragen enger zusammenarbeiten könnten. (dpa)