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Lage im Iran aktuell: Trump reagiert auf Gewalt – „Drastische Optionen“ auf dem Tisch

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  • Sonja Thomaser
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    Nail Akkoyun

Die aktuelle Lage im Iran ist brisant: Es gibt mindestens 192 Tote nach Protesten. Der Präsident kündigt ein Statement an, Trump und Israel schalten sich ein.

Update, 12. Januar, 5:00 Uhr: US-Präsident Donald Trump erwägt nach sich häufenden Berichten über das brutale Vorgehen der Behörden im Iran gegen Demonstranten mögliche militärische Schritte. „Wir nehmen das sehr ernst“, sagte Trump an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. „Das Militär prüft die Lage, und wir erwägen einige sehr drastische Optionen. Wir werden eine Entscheidung treffen.“ Trump äußerte sich auf die Frage, ob die Führung in Teheran die von ihm zuvor genannte rote Linie – die Tötung von Demonstranten – überschritten habe. „Es sieht so aus, als würden sie damit beginnen“, sagte er nun.

Update, 20:40 Uhr: EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola ermuntert die Demonstranten im Iran, ihre Proteste fortzusetzen. „An die mutigen Mädchen, Studenten, Männer und Frauen auf den Straßen: Das ist eure Zeit“, schrieb sie in sozialen Netzwerken. Mit Blick auf die Internetsperren fügte sie hinzu: „Wisst, dass jedes Regime, das die Kommunikation blockiert, ein Regime ist, das vor seinem eigenen Volk Angst hat.“

Lage im Iran: EU-Parlamentspräsidentin ermuntert Demonstranten im Iran

An die Führung in Teheran appellierte Metsola, einen Kurswechsel einzuleiten. „Das Verlangen nach Freiheit ist uns allen als Menschen eigen. Irans neue Generation fordert Würde und Freiheit. Im Jahr 2026 ist das nicht zu viel verlangt“, schrieb sie. „Das Töten muss aufhören. Die Unschuldigen und Verfolgten müssen freigelassen werden. Die Repression muss enden.“ Von den Regierungen der EU-Staaten forderte sie mehr Druck, ohne allerdings zu sagen, wie dieser ausgeübt werden könnte. „Europa muss seine Pflicht erkennen und handeln“, mahnte sie.

Update, 17:07 Uhr: Die Zahl der Todesopfer bei regierungsfeindlichen Protesten im Iran ist nach Angaben von Menschenrechtlern stark angestiegen. Die US-amerikanische Gruppe Hrana meldete am Sonntagnachmittag 466 Tote, wie Reuters berichtet. Zuvor war von 203 Toten die Rede gewesen. Eine seit Donnerstag von den Behörden verhängte Internetsperre schränkt den Informationsfluss aus dem Iran stark ein.

Polizeichef Ahmad-Resa Radan erklärte, die Sicherheitskräfte hätten ihre Bemühungen zur Bekämpfung der „Randalierer“ verstärkt. Die iranische Führung schlug bereits frühere Unruhen nieder, zuletzt 2022 nach dem Tod einer Frau in Polizeigewahrsam, die wegen Verstoßes gegen die Kleiderordnung angeklagt war.

Israel appelliert an EU: Revolutionsgarden im Iran sind „terroristische Organisation“

Update, 13:20 Uhr: Israel hat die EU aufgerufen, die Revolutionsgarden im Iran als „terroristische Organisation“ einzustufen. Er habe Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), der sich gerade in Israel aufhält, gesagt, dass jetzt der Zeitpunkt für eine solche Einstufung gekommen sei, erklärte Außenminister Gideon Saar auf X. „Dies ist seit Langem die Haltung Deutschlands, und heute ist die Bedeutung dieser Angelegenheit für alle offensichtlich“, fügte er hinzu.

Dieses Videostandbild zeigt Menschen in Teheran, die eine Kreuzung während eines Protests gegen das Regime im Iran blockieren.

Lage im Iran aktuell: Präsident Peseschkian will sich in Interview äußern

Update, 12:40 Uhr: Der iranische Präsident Massud Peseschkian will sich in einem Fernsehinterview zu den „Forderungen des Volkes“ bei den Massenprotesten äußern. In der bereits aufgezeichneten Sendung werde er auf „die jüngsten Ereignisse“ eingehen, berichtete der TV-Sender Irib. Thema sei auch der „Ansatz der Regierung, den Erwartungen der Iraner gerecht zu werden“. Die Behörden gehen hart gegen die Proteste vor. Die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHR) berichtet von bereits mehr als 192 getöteten Menschen.

Lage im Iran aktuell: Iran-Regime nennt Proteste von der USA inszenierten Krieg

Update, 11:25 Uhr: Irans Parlamentssprecher Mohammad Baqer Qalibaf wirft der Protestbewegung im Land vor, die Grundlage für eine Militärintervention der USA schaffen zu wollen. Die „Feinde“ müssten jedoch wissen, dass die Verteidiger des Landes sie vernichten würden, sagte Qalibaf laut Übersetzung des iranischen Propagandakanals Press TV. Der Parlamentssprecher bezeichnete die Massendemonstrationen als einen von den USA inszenierten terroristischen Krieg gegen das Land. Teilnehmer an „Terrorakten“ würden mit Gewalt verfolgt und Festgenommene bestraft.

Lage im Iran: Regime droht Trump bei Angriff mit Gegenschlag gegen USA und Israel

Update, 9:13 Uhr: Der Iran droht Israel und den USA mit Gegenschlägen bei einem US-Angriff zur Unterstützung der landesweiten Proteste gegen die autoritäre Staatsführung. Jede US-Attacke werde zu Angriffen auf Israel und regionale US-Militärstützpunkte als „legitime Ziele“ führen, zitierte der arabische Sender Alaraby Irans Parlamentssprecher Mohammad Baqer Qalibaf auf X.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor den Teilnehmern der andauernden Massenproteste gegen die iranische Staatsführung Unterstützung zugesichert. Laut einem Medienbericht ließ er sich außerdem über militärische Optionen der USA im Iran instruieren.

Update, 11. Januar, 7:30 Uhr: Die Zahl der bei iranischen Protesten von Sicherheitskräften getöteten Menschen ist laut Aktivisten auf über 100 gestiegen, berichtet der Deutschlandfunk. 2600 Menschen seien verhaftet worden. Der US-Sender CNN berichtet, dass weiterhin riesige Menschenmengen auf die Straße gehen und das Regime ihnen mit brutaler Gewalt begegnet: Eine Frau habe dem Sender berichtet, sie habe in einem Krankenhaus „übereinandergestapelte Leichen“ gesehen. Iranische Sicherheitskräfte würden mit Militärgewehren gegen die Demonstranten vorgehen, hätten zwei Augenzeugen außerdem berichtet. Die Proteste sollen sich auf über 100 Städte im Iran ausgeweitet haben.

Wegen des vom Regime verhängten Internet-Blackout dringen insgesamt wenig Informationen über die Massenproteste im Iran nach außen. Einige Bilder und Videos kursierten zuletzt jedoch, wie Euronews berichtet. In den Videos sei wiederholt der Slogan zu hören: „Wir haben keine Angst mehr. Wir werden weiter kämpfen.“

Proteste im Iran: Donald Trump schaltet sich ein – „USA sind bereit zu helfen!!!“

Update, 22:24 Uhr: Auch Donald Trump hat sich über die Proteste im Iran erneut zu Wort gemeldet. Auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social schrieb der US-Präsident am Abend: „Der Iran strebt nach FREIHEIT, vielleicht wie nie zuvor. Die USA sind bereit zu helfen!!!“

Update, 19.34 Uhr: Knapp zwei Wochen dauern die Proteste im Iran bereits an. Laut der Menschenrechtsorganisation HRANA aus den USA sollen dabei mindestens 65 Menschen getötet worden sein. Hunderte wurden verletzt, zudem sollen über 2300 Personen festgenommen worden sein. In 180 Städten haben sich demnach die Menschen versammelt, um gegen das Regime zu protestieren. Gleichzeitig spielt die iranische Führung die Massenproteste weiter herunter. Bereits gestern propagandierte das Regime im Staatsfernsehen, dass es in den meisten Städten des Landes ruhig geblieben sei.

Auch in Deutschland sind die Menschen am Samstag auf die Straßen gegangen und solidarisieren sich mit der Bevölkerung im Iran. Rund 1.400 Menschen hätten sich an einer Demonstration vom Kurfürstendamm zum Adenauerplatz beteiligt, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei. Am Wittenbergplatz hätten sich zudem rund 300 Menschen versammelt. Auch in Frankfurt am Main gingen nach Angaben der Polizei rund 1.300 Menschen auf die Straße.

Gewaltspirale im Iran eskaliert: Schah-Sohn ruft zum Generalstreik auf

Update, 16.34 Uhr: Der Sohn des gestürzten Schahs im Iran hat zu einem Generalstreik aufgerufen. Arbeiter und Angestellte von Schlüsselbranchen wie der Öl-, Gas- und Energieindustrie sollten ihre Arbeit niederlegen, erklärte Reza Pahlavi auf der Plattform X. Das soll die „finanziellen Lebensadern der Islamischen Republik und ihren veralteten und brüchigen Unterdrückungsapparat in die Knie zwingen“, schreibt der im US-Exil lebende Pahlavi.

Zudem rief Pahlavi zu weiteren Protesten auf, um „den öffentlichen Raum zurückzuerobern“. Das Ziel der Proteste: „Die Stadtzentren zu erobern und zu halten.“ Er selbst bereite seine Rückkehr in den Iran vor, „um an der Seite eurer großen iranischen Nation zu stehen, wenn unsere nationale Revolution siegt“. Dieser Tag sei bereits „sehr nahe“.

Massive Proteste im Iran: Regime spricht von „bewaffneten Terroristen“

Update, 12:50 Uhr: Die iranische Regierung hat landesweite Massenproteste als isolierte Störungen dargestellt. Ein Sprecher erklärte im Staatsfernsehen laut Iribnews, in den meisten Städten habe Ruhe geherrscht. „Bewaffnete Terroristen“ hätten versucht, die öffentliche Sicherheit zu stören, so die offizielle Darstellung. Dank der Sicherheitskräfte und der Bevölkerung seien bewaffnete Angriffe verhindert worden. In Qazvin hätten Bürger die Aktionen „bewaffneter Terroristen“ verurteilt.

Am zweiten Abend in Folge hatten jedoch massenhaft Menschen in verschiedenen Großstädten des Landes gegen die Regierung protestiert. Demonstrationen fanden unter anderem in den Millionenmetropolen Teheran und Maschhad statt. Videos in sozialen Medien zeigten Menschenansammlungen an zentralen Plätzen. Eine unabhängige Verifikation war zunächst nicht möglich.

Iranische Regierung sperrt Internet

Irans Führung blockiert wegen der landesweiten Massenproteste das Internet seit fast zwei Tagen. Die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks berichtete darüber am Morgen auf Twitter. Der iranische Sicherheitsapparat hat das Internet für die Bevölkerung komplett abgeschaltet. Ausnahmen gelten beispielsweise für Sicherheitskräfte oder ausgewählte Staatsmedien. Menschen umgehen den Blackout Berichten zufolge per Starlink-Satelliteninternet – vorausgesetzt, sie konnten die dafür notwendigen Terminals illegal einführen.

Laut Beobachtern verfolgt die Führung mit der Blockade vor allem zwei Ziele. Zum einen soll es Demonstrierenden erschwert werden, Proteste zu organisieren. Zum anderen soll die Veröffentlichung von Berichten, Fotos und Videos über die Unruhen und Repressalien unterdrückt werden.

Iranischer Kronprinz bittet Trump um Hilfe

Update, 10:30 Uhr: Hilferuf nach Eskalation der Gewalt im Iran: Angesichts der zunehmenden Ausschreitungen mit dem Mullah-Regime hat Kronprinz Reza Pahlavi US-Präsident Donald Trump zur Unterstützung der Proteste im Iran aufgerufen. Der im Exil lebende Schah-Sohn schrieb in sozialen Medien: „Sie haben bewiesen, dass Sie ein Mann des Friedens und ein Mann Ihres Wortes sind. Bitte seien Sie bereit, einzugreifen, um dem iranischen Volk zu helfen“, zitierte der Spiegel den Exil-Politiker.

Trump zeigte sich zurückhaltend bei einem möglichen Treffen mit Pahlavi und warnte die iranische Regierung vor weiterer Gewalt gegen Demonstranten. Laut dem US-Magazin Time sollen bereits mehr als 200 Menschen bei den anhaltenden Protesten getötet worden sein.

Update, 8:05 Uhr: Bei den Protesten im Iran droht eine Eskalation: Ein Arzt aus Teheran hat schwere Vorwürfe gegen das iranische Regime erhoben. Allein sechs Krankenhäuser in der Hauptstadt hätten mindestens 217 Tote bei den anhaltenden Protesten verzeichnet, „die meisten durch scharfe Munition“, sagte der Mediziner dem Magazin Time.

Die Demonstrationen in Iran haben sich seit dem 28. Dezember auf alle 31 Provinzen ausgeweitet und fordern inzwischen den Sturz des autoritären islamischen Regimes. Während die Proteste größtenteils friedlich verliefen, antwortete das Regime zunehmend mit Gewalt. Jedoch ist die Situation unübersichtlich. Nach der Abschaltung des Internets dringen kaum Informationen ins Ausland. Der Westen zeigte sich besorgt.

Proteste im Iran: Merz ruft Regime zum Verzicht auf Gewalt auf

Update, 10. Januar, 6:31 Uhr: Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben die iranische Staatsführung angesichts anhaltender Massenproteste eindringlich zum Gewaltverzicht aufgerufen. Bundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer verurteilten in einer gemeinsamen Erklärung die „Tötung von Demonstranten auf das Schärfste“. Der Iran wies die Kritik scharf zurück und bezeichnete die Sorgen als „heuchlerisch“.

„Jene, die seit Langem einen rechtswidrigen wirtschaftlichen Krieg gegen die iranische Bevölkerung führen, müssen für die daraus resultierenden Folgen zur Rechenschaft gezogen werden“, erklärte die iranische Botschaft in Berlin. Landesweit war es in der Nacht zu Samstag wieder zu landesweiten Protesten gekommen.

Iran-Proteste: Wieder viele Demonstrationen in den Städten

Update, 21:23 Uhr: In den iranischen Millionenmetropolen Teheran und Maschhad kommt es den zweiten Tag in Folge zu Straßenprotesten. Viel geteilte Videos in den sozialen Medien zeigten Menschenansammlungen an zentralen Plätzen. Unabhängig verifizieren ließen sich die Aufnahmen zunächst nicht. Auch das genaue Ausmaß der Demonstrationen war unklar. Wegen der landesweiten Internetsperre drangen nur noch wenige Aufnahmen nach außen. Seit mehr als 24 Stunden ist die Bevölkerung vom Rest der Welt abgeschnitten.

Verbündete, Feinde und Alternativen zum Mullah-Regime im Iran

Haft-e Tir in Teheran
Am 13. Juni 2025 startete die israelische Armee Luftangriffe auf die Islamische Republik Iran unter dem Codenamen „Operation Rising Lion“. Ziel der Angriffe waren die Atomanreicherungsanlagen des Landes sowie Zentren der Macht des Mullah-Regimes. Doch auch Irans Hauptstadt Teheran geriet unter Beschuss, wie dieses Bild einer Frau auf dem Haft-e Tir Platz in Teheran zeigt. © afp
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu
Befohlen hatte Israels Angriff auf den Iran Premierminister Benjamin Netanjahu. Er begründete den Angriff auf das Mullah-Regime mit der atomaren Gefahr, die von diesem für den jüdischen Staat ausgehen würde. Teheran sei kurz davor, eine Atombombe fertigzustellen. Und solange der Iran die Vernichtung Israels als Teil seiner Staatsdoktrin verstehe, könne man mit Blick auf den Iran in Jerusalem kein Risiko eingehen. © Bernd von Jutrczenka/dpa
Noch am selben Tag schlug der Iran zurück.
Noch am selben Tag schlug der Iran zurück. Unter dem Codenamen „Operation True Promise III“ flogen Raketen Richtung Israel, die auch die Regionen rund um Tel Aviv trafen. Hier zu sehen ist ein Rettungshelfer mit einem Kind auf dem Arm in der Stadt Ramat Gan, einem Vorort der Millionenmetropole am Mittelmeer. © Ilia Yefimovich/dpa
Sowohl im Iran als auch wie hier in der israelischen Großstadt Tel Aviv waren die Schäden der gegenseitigen Luftangriffe enorm.
Sowohl im Iran als auch wie hier in der israelischen Großstadt Tel Aviv waren die Schäden der gegenseitigen Luftangriffe enorm. Laut unbestätigten Meldungen sollen im Iran bis zum 16. Juni 2025 etwa 800 Menschen getötet worden sein. In Israel sollen nach offiziellen Angaben acht Menschen infolge der Raketenangriffe aus dem Iran gestorben sein. © Oded Balilty/dpa
Nahostkonflikt - Trump über Angriff auf iranische Atomanlagen
Doch wer sind die wichtigsten Akteure im Israel-Iran-Krieg? Und gibt es eine Opposition im Mullah-Regime? Antworten auf diese Frage finden Sie in den folgenden Bildern. Neben dem bereits erwähnten Benjamin Netanjahu steht auf der einen Seite Donald Trump. Der US-Präsident befahl am 22. Juni 2025 einen koordinierten Angriff aus der Luft und von der See auf die Atomanreicherungsanlagen des Iran. Die Operation lief unter dem Codenamen „Operation Midnight Hammer“. Die US-Streitkräfte nahmen die iranischen Atomanlagen in Fordo, Natanz und Isfahan unter Beschuss. Laut Trump, hier bei der Verkündung der Operation und in Begleitung von Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth, wurden alle drei Anlagen vollständig zerstört. © Carlos Barria/dpa
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth trat nach Donald Trump im Pentagon für die Fernsehkameras
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth trat nach Donald Trump im Pentagon für die Fernsehkameras. Hegseth nannte die Militäroperation gegen den Iran einen vollen Erfolg. An dem Angriff waren laut dem Verteidigungsministerium insgesamt rund 125 Flugzeuge beteiligt, darunter sieben B-2-Bomber, mehrere Tankflugzeuge sowie Aufklärungs- und Unterstützungsmaschinen Ebenfalls beteiligt an dem Angriff war laut Hegseth ein U-Boot, das im Golf von Oman stationiert war und insgesamt 30 Tomahawk-Raketen auf Ziele im Iran abfeuert. © Alex Brandon/dpa
Israel Katz, seit November 2024 Verteidigungsminister im Kabinett von Benjamin Netanjahu
Ein weiterer Protagonist im eskalierenden Nahostkonflikt ist Israel Katz, seit November 2024 Verteidigungsminister im Kabinett von Benjamin Netanjahu. Beide gehören der rechtskonservativen Likud-Partei an. Katz gilt parteiintern als Konkurrent Netanjahus. In Sachen israelischer Außenpolitik vertritt er aber ähnliche Position. So lehnt Katz, hier bei einem Truppenbesuch an der israelischen Grenze zum Libanon, eine Zweistaatenlösung im Konflikt mit den Palästinensern ebenso ab wie Netanjahu. © Ariel Hermoni/dpa
Majorgeneral Amir Hatami, hier mit Admiral Mahmoud Mousavi (rechts) und Admiral Habibollah Sayyari
Ein mächtiger Mann im Iran ist Verteidigungsminister und Majorgeneral Amir Hatami, hier mit Admiral Mahmoud Mousavi (rechts) und Admiral Habibollah Sayyari bei einer Sitzung im Hauptquartier in der iranischen Stadt Zolfaghar. Hatami drohte Israel nach deren Raketenangriff mit Vergeltung und warf der „zionistischen Armee“ Versagen im Bodenkampf vor, weshalb sie ihre Angriffe auf die Luft beschränken würden. © imago
Als noch mächtigerer Militärvertreter im Iran galt zeit seines Lebens Qasem Soleimani
Als noch mächtigerer Militärvertreter im Iran galt zeit seines Lebens Qasem Soleimani. Er war seit 1998 Kommandeur der Quds-Einheit, einer Unterabteilung der iranischen Revolutionsgarde, die Spezialeinsätze außerhalb des Irans durchführt. Er galt als Vertrauter von Ajatollah Ali Chamenei und als einer der Hauptverantwortlichen für die Ausweitung des iranischen Einflusses auf weite Teile des Nahen Ostens. Am 3. Januar 2020 wurde Soleimani während eines Besuch im benachbarten Irak auf Befehl von US-Präsident Donald Trump von einer Drohne des US-Militärs getötet. An jedem Jahrestag veranstaltet das Mullah-Regime in Teheran eine große Gedenkdemonstration. © Ameer Al Mohammedaw/dpa
Esmail Qa‘ani zum Oberbefehlshaber der Quds-Brigaden
Nach dem Tod von Qasem Soleimani wurde sein Stellvertreter Esmail Qa‘ani zum Oberbefehlshaber der Quds-Brigaden des Iran ernannt. © imago
Der mächtigste Mann auf der anderen Seite ist Irans „Oberster Führer“ Ajatollah Ali Chamenei.
Der mächtigste Mann im Iran ist der „Oberste Führer“ Ajatollah Ali Chamenei. Der Anführer des Mullah-Regimes, hier bei einer Zeremonie im Rahmen des „Festivals der Engel“ im Jahr 2023, ist seit 1989 das politische und religiöse Oberhaupt des schiitisch geprägten Iran. Diese Position macht Chamenei auch zum „Revolutionsführer“. Er ist außerdem die höchste geistliche Instanz im Range eines Ajatollah und der Oberbefehlshaber der iranischen Streitkräfte in der Islamischen Republik Iran. © imago
Ruhollah Khomeini, besser bekannt als Ajatollah Khomeini.
Sein Vorgänger im Amt des Ajatollahs war Ruhollah Khomeini, besser bekannt als Ajatollah Khomeini. Er führte die Islamische Republik Iran seit der Islamischen Revolution 1979 bis zu seinem Tod 1989 an. Hier betet Khomeini im französischen Exil, aus dem heraus er die Revolution in seinem Heimatland organisierte, und das er erst am 1. Februar 1979 in Richtung des Iran wieder verließ. © imago
Ajatollah Ali Chamenei tat dies zuletzt im Jahr 2024 in Teheran
Dem obersten Führer des Landes kommt auch die Aufgabe zu, die Präsidentschaftswahlen im Iran zu eröffnen. Ajatollah Ali Chamenei tat dies zuletzt im Jahr 2024 in Teheran. In der Hochsicherheitszone der Hauptstadt der islamischen Republik gab das Staatsoberhaupt seine Stimme ab. © Arne Immanuel Bänsch/dpa
Der Wächterrat, hier bei einer Sitzung im Jahr 2009
Von einer freien Wahl kann bei der Präsidentschaftswahl im Iran aber keine Rede sein. Der Wächterrat, hier bei einer Sitzung im Jahr 2009, entscheidet unter dem Vorsitz des Ajatollahs, welche Kandidaten überhaupt an der Wahl teilnehmen dürfen. Von insgesamt 80 Bewerbungen blieben gerade einmal sechs Kandidaten übrig, bei denen es sich allesamt um systemtreue Politiker handelte. © imago
Die Präsidentschaftswahl 2024 im Iran gewann Massud Peseschkian.
Die Präsidentschaftswahl 2024 im Iran gewann Massud Peseschkian. Bei der vorangegangenen Wahl im Jahr 2021 hatte der Wächterrat der Islamischen Republik Iran seine Kandidatur noch verhindert. Peseschkian gilt innerhalb des Irans als eher moderate Kraft. Er versprach eine Öffnung seines Landes hin zum Westen und betonte, der Iran strebe keine Atomwaffen an. Gleichzeitig forderte auch Peseschkian das „Verschwinden des zionistischen Regimes [Israel] von der Landkarte“ und feierte die iranischen Raketenangriffe auf Israel im Jahr 2024. © imago
Trauerfeier für Irans Präsident und Außenminister Ebrahim Raisi
Eigentlich hätte die Präsidentschaftswahl im Iran erst 2025 stattfinden sollen. Doch weil der amtierende Präsident, der ultrakonservative Ebrahim Raisi, im Mai 2024 bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben kam, wurde die Wahl nach vorverlegt. © dpa
Hossein Amir-Abdollahian, Außenminister des Iran
Bei dem Hubschrauberabsturz kam auch Hossein Amir-Abdollahian, Außenminister des Iran und hier beim Weltwirtschaftsforum in Davos, ums Leben. © Hannes P Albert/dpa
Abbas Araghtschi (m.), der hier gemeinsam mit dem iranischen Botschafter in Russland, Kazem Jalali, auf Staatsbesuch bei Präsident Wladimir Putin
Nachfolger von Massud Peseschkian im Amt des Außenministers wurde Abbas Araghtschi (m.), der hier gemeinsam mit dem iranischen Botschafter in Russland, Kazem Jalali, auf Staatsbesuch bei Präsident Wladimir Putin im Kreml aufschlägt. Russland gilt als strategischer Verbündeter der Islamischen Republik Iran. Die beiden Länder bilden gemeinsam mit Armenien eine diplomatische Achse im Kaukasus und sind militärische Partner bei den Konflikten in Syrien, Irak und Afghanistan. Russland ist aber nicht der einzige internationale Verbündete des Mullah-Regimes. © Alexander Kazakov/dpa
OIC-Sitzung in Istanbul mit Irans Außenminister
Ein weiterer, wenn auch deutlich weniger enger, Verbündeter des Iran ist Pakistan. Hier unterhält sich der iranische Außenminister Abbas Araghtschi (r) mit seinem pakistanischen Amtskollegen Ishaq Dar während der Sitzung des Außenministerrats der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC). © Khalil Hamra/dpa
die islamistische Terrormiliz Hisbollah im Libanon
Einer der engsten internationalen Verbündeten des Mullah-Regimes im Iran ist die islamistische Terrormiliz Hisbollah im Libanon. Der Iran unterstützt die Gruppierung mit bis zu einer Milliarde US-Dollar pro Jahr. Wie die Führer der Islamischen Republik Iran gilt auch die Hisbollah als schiitisch geprägte Organisation und als Teil der „Achse des Widerstands“ gegen den Einfluss der USA und Israels in der Region. © imago
mehrere tausend Pager wie den im Bild und andere elektronische Geräte der Hisbollah im Vorfeld mit dem Sprengstoff Nitropenta zu präparieren
Dem israelischen Geheimdienst Mossad gelang im September 2024 ein empfindlicher Schlag gegen die Hisbollah-Miliz. Den Mossad-Agenten gelang es, mehrere tausend Pager wie den im Bild und andere elektronische Geräte der Hisbollah im Vorfeld mit dem Sprengstoff Nitropenta zu präparieren und nahezu zeitgleich explodieren zu lassen. Mindestens 37 zum Teil hochrangige Mitglieder der Hisbollah starben, rund 3.000 Menschen wurden teils schwer verletzt. © imago
Huthi-Rebellen im Jemen
Ebenfalls zu der „Achse des Widerstands“ gehören die Huthi-Rebellen im Jemen. Die schiitische Terrororganisation zettelte dort 2004 einen Bürgerkrieg an. 2014 eroberten sie jemenitische Hauptstadt Sanaa, 2015 schließlich die Kontrolle über den Rest des Landes. Der Iran ist bislang das einzige Land, das die Huthis als legitimie Herrscher des Jemen anerkennen. Während die alte Regierung im Jemen von dem sunnitisch geprägten Königshaus in Saudi-Arabien unterstützt wurde, erhalten die Huthi-Rebellen finanzielle, militärische und logistische Hilfe aus dem Iran. Im Gegenzug vertreten die Huthis die Interessen der Mullahs in der Region und führen für sie einen Stellvertreterkrieg gegen Israel und die USA im Roten Meer. © imago
die radikal-islamistische Terrororganisation Hamas
Das letzte Mitglied der „Achse des Widerstands“ ist die radikal-islamistische Terrororganisation Hamas, die seit 2006 über den Gazastreifen herrscht, und die seit den 1990er Jahren von der Islamischen Republik Iran unterstützt wird. Laut israelischen Geheimdiensten erhält die Hamas bis zu 350 Millionen US-Dollar jährlich aus dem Iran - obwohl die palästinensische Terrororganisation sunnitisch geprägt ist und damit im Gegensatz steht zum schiitisch dominierten Mullah-Regime im Iran. © imago
Hamas-Führer Yahya Sinwar
Geeint sind die palästinensische Hamas und die iranischen Mullahs in ihrem Hass auf Israel. Der äußerte sich in seiner ganzen Grausamkeit am 7. Oktober 2023, als Terror-Einheiten der Hamas den Süden Israels überfielen, 1.200 Menschen töteten und 200 Israelis als Geiseln in den Gazastreifen verschleppten. Geplant wurde der Angriff durch den mittlerweile verstorbenen Hamas-Führer Yahya Sinwar (m.), der dabei umfangreiche Hilfe aus dem Iran erhielt. Unter anderem wurden mehr als 500 Hamas-Kämpfer im Vorfeld der Attacke im Iran ausgebildet.  © imago
Proteste gegen die Regierung des Iran im Jahr 2009
Doch bei weitem nicht alle Menschen im Iran stehen hinter der Herrschaft des autoritären Mullah-Regimes. Das bewiesen zuletzt die Proteste gegen die Regierung im Jahr 2009. In Teheran kam es im Zuge dessen zu gewaltsamen Ausschreitungen. © imago
Reza Pahlavi, Sohn des gestürzten iranischen Schahs Mohammad Reza Pahlavi
Das bekannteste Gesicht der iranischen Opposition ist Reza Pahlavi, Sohn des gestürzten iranischen Schahs Mohammad Reza Pahlavi. Der Schah-Erbe lebt im Exil in den USA und ruft von dort aus seine Landsleute regelmäßig zum Widerstand gegen das Mullah-Regime auf. © Thomas Padilla/dpa
Reza Pahlavi, hier als sieben Jahre alter Kronprinz des Iran, verließ das Land 1978 und reiste für seine Ausbildung in die USA
Reza Pahlavi, hier als sieben Jahre alter Kronprinz des Iran, verließ das Land 1978 und reiste für seine Ausbildung in die USA. Ein Jahr später kam es zur Islamischen Revolution im Iran und dem Ende der dortigen Schah-Herrschaft. © imago
Mohammed Reza Pahlavi, Schah im Iran
Sein Vater, Mohammed Reza Pahlavi, regierte den Iran als letzter Schah seit 1941. Nach der Islamischen Revolution in seinem Heimatland und der Machtübernahme der Mullahs floh Pahlavi mit seiner Frau nach Kairo.  © imago
Mohammed Reza Pahlavi regierte als autoritärer Herrscher im Iran und besuchte in dieser Funktion 1967 auch Deutschland.
Mohammed Reza Pahlavi regierte als autoritärer Herrscher im Iran und besuchte in dieser Funktion 1967 auch Deutschland. Während seines Besuchs in Berlin kam es zu heftigen Protesten gegen die Schah-Monarchie der noch jungen Studentenbewegung. Anhänger des Schah-Regimes und Agenten des iranischen Geheimdienstes prügelten unbehelligt auf Demonstranten und Passanten ein. In die gewalttätigen Auseinandersetzungen schaltete sich die schließlich die Berliner Polizei ein. Im Zuge dessen erschoss der Polizist Karl-Heinz Kurras den Studenten Benno Ohnesorg. Kurras wurde 2009 als Stasi-Agent enttarnt. © imago
Yasmine Pahlavi und Iman Pahlavi in Washington DC
Im Gegensatz zu seinem Vater strebt Reza Pahlavi nach eigener Aussage den Aufbau einer demokratischen Regierung im Iran an. Dafür tritt er immer wieder auf öffentlichen Kundgebungen auf, wie hier in Washington DC im April 2025. Zu der Veranstaltung begleiteten den Schah-Erbe seine Frau Yasmine Pahlavi und die gemeinsame Tochter Iman Pahlavi. © imago
Ein weiteres prominentes Gesicht der iranischen Opposition ist Maryam Rajavi.
Ein weiteres prominentes Gesicht der iranischen Opposition ist Maryam Rajavi. Die 71 Jahre alte Politikerin lebt im Exil in Paris und ist Präsidentin des „Nationalen Widerstandsrates im Iran“ (NWRI). Zu Beginn der Islamischen Revolution im Iran im Jahr 1979 stand Rajavi noch auf der Seite der Mullahs. Zum Bruch kam es erst ab 1981. Ein Jahr später verließ Rajavi den Iran. Die Politikerin will einen Regimewechsel im Iran durch das iranische Volk und bietet laut einem Interview mit Fox News eine „demokratische und inklusive Alternative“ zum Mullah-Regime. © imago
Rudy Giuliani. Der ehemalige Bürgermeister von New York sprach auf einer Kundgebung von Reza Pahlavi in Washington DC.
Hinter Maryam Rajavi stehen auch prominente Figuren der US-Politik aus dem Umfeld von Donald Trump. Dazu gehört unter anderem Rudy Giuliani. Der ehemalige Bürgermeister von New York sprach auf einer Kundgebung vor Anhängerinnen und Anhängern Rajavis in Washington DC. © imago
Elahe Tavakolian auf einer Demonstration gegen das Mullah Regime im Iran
Ohnehin ist ein Großteil der Führungspersönlichkeiten der iranischen Opposition weiblich. Zum Symbol des weiblichen Widerstands gegen das patriarchale Mullah-Regime wurden seit den 2010ern Augenverletzungen. Zahlreiche Demonstrantinnen erlitten diese infolge der Aufstände gegen die Islamische Republik Iran. Eine solche erlitt auch Elahe Tavakolian, die mittlerweile in Italien lebt und dort regelmäßig an Demonstrationen teilnimmt. © imago
Studentin Kosar Eftekhari aus dem Iran
Auch die Studentin Kosar Eftekhari erlitt eine solche Verletzung und verließ den Iran infolgedessen. Sie lebt mittlerweile in Berlin und engagiert sich dort in der iranischen Oppositionsbewegung. © imago
Journalistin, Autorin und Frauenrechtlerin Masih Alinejad
Eine weitere bekannte Persönlichkeit der iranischen Opposition ist die Journalistin, Autorin und Frauenrechtlerin Masih Alinejad, die hier auf einer Kundgebung in Washington DC spricht. Die heute 48 Jahre alte Frau wurde 1994 im Iran verhaftet, weil sie regierungskritische Flugblätter in Umlauf gebracht haben soll. Heute lebt Alinejad in den USA und gründete dort im Jahr 2010 die Gruppe IranNeda, in der sich Schritstellerinnen und Schriftsteller sowie Intelektuelle aus dem Iran gemeinsam gegen das Mullah-Regime engagieren. © imago
2009 in Teheran verstorbenen Neda Agha-Soltan
Der Name IranNeda leitet sich von der 2009 in Teheran verstorbenen Neda Agha-Soltan ab. Die iranische Studentin wurde während einer Demonstration gegen das Mullah-Regime von einem Mitglied der Bürgermiliz Basidsch erschossen. Ihr Vorname, der auf persisch „Stimme“ oder „Ruf“ bedeutet, wurde zum Symbol und Kampfbegriff der iranischen Oppositionsbewegung. © imago
Sara Seyed ist Schauspielerin, Autorin, Produzentin und internationale Menschenrechtsanwältin.
Gegen das Mullah-Regime im Iran kämpft auch Sara Seyed. Sie ist Schauspielerin, Autorin, Produzentin und internationale Menschenrechtsanwältin.  © imag

In einem von Aktivisten veröffentlichten Video sind Menschenmassen im nordwestlichen Teheraner Stadtteil Saadat Abad zu sehen. Eine Stimme im Hintergrund berichtet von einer angezündeten Moschee. Auf den Aufnahmen sind Brände und chaotische Szenen auf den Straßen zu erkennen. „Tod dem Diktator“, ruft die Menge in einem anderen Teil des Videos.

Erstmeldung: Teheran – Die landesweiten Proteste im Iran haben einen neuen Höhepunkt erreicht; nun geraten Berichte über mögliche Fluchtpläne des Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei an die Öffentlichkeit. In Teheran und anderen Großstädten gehen tausende Menschen auf die Straßen, um gegen die wirtschaftliche Misere und die Staatsführung zu demonstrieren.

Ein Geheimdienstbericht, der der britischen Times zugespielt wurde, enthüllt brisante Details über mögliche Fluchtpläne von Ajatollah Chamenei. Demnach plant der 86-jährige Oberste Führer im Falle einer Eskalation der Iran-Proteste mit einem engen Kreis von bis zu 20 Vertrauten und Familienmitgliedern nach Russland zu fliehen. Der Fluchtplan würde demnach aktiviert werden, sollten die Sicherheitskräfte desertieren oder Befehle verweigern. Doch wie wahrscheinlich ist eine Flucht?

Geheimdienstbericht enthüllt Fluchtpläne des Obersten Iran-Führers: Nimmt Putin Chamenei auf?

Beni Sabti, ein ehemaliger israelischer Geheimdienstmitarbeiter, erklärte gegenüber The Times: „Es gibt keinen anderen Ort für ihn. Chamenei bewundert Putin, und die iranische Kultur ist der russischen ähnlicher.“ Der Fluchtplan orientiert sich demnach am Vorgehen des syrischen Machthabers Bashar al-Assad, der im Dezember 2024 nach Moskau floh, als Oppositionskräfte Damaskus stürmten. Die Vorbereitungen würden bereits laufen.

„Sie haben eine Fluchtroute aus Teheran geplant, sollten sie das Bedürfnis verspüren, zu fliehen“, zitiert die Times eine anonyme Quelle. Dies beinhaltet das „Sammeln von Vermögenswerten, Immobilien im Ausland und Bargeld, um ihre sichere Ausreise zu erleichtern“. Chamenei kontrolliert Reuters-Schätzungen aus dem Jahr 2013 zufolge ein geschätztes Vermögen von 95 Milliarden Dollar, das Berichten zufolge teilweise über die mächtige Organisation Setad verwaltet wird. Die enormen finanziellen Ressourcen könnten nicht nur die Flucht selbst finanzieren, sondern auch ein komfortables Leben im Exil sicherstellen.

Heftige Proteste im Iran: Mindestens 45 getötete Demonstranten

Doch noch wehrt sich das Regime. Als Reaktion auf die eskalierenden Proteste hat das iranische Regime drastische Maßnahmen ergriffen. Unter anderem haben iranische Behörden den Internetzugang für die Bevölkerung abgeschaltet. Diese Maßnahme erinnert an ähnliche Aktionen vor sechs Jahren, als Hunderte Demonstranten bei Protesten getötet wurden.

Präsident Massud Peseschkian versucht, die Unruhen durch angeblich geplante Reformen und Aufrufe zur Zurückhaltung zu deeskalieren. Er kündigte neue Wirtschaftsreformen an und forderte die Sicherheitskräfte öffentlich auf, nicht mit Gewalt gegen Demonstranten vorzugehen. In der Praxis sieht das jedoch anders aus.

Augenzeugen berichten von gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten. In Teheran setzen die Behörden Tränengas gegen vermummte Protestierende ein, während in anderen Städten Fahrzeuge der Sicherheitskräfte in Brand gesetzt wurden. Die in Oslo ansässige Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) berichtet von mindestens 45 getöteten Demonstranten seit Beginn der Proteste.

Iran: „Paranoider“ Ajatollah Chamanei hält an seiner Macht fest

Eine psychologische Einschätzung Chameneis, die von einer westlichen Geheimdienstbehörde erstellt und von The Times eingesehen wurde, beschreibt ihn als „paranoiden“ Anführer. „Einerseits ist er sehr ideologisch motiviert, andererseits ist er pragmatisch in dem, was er sieht: Er sieht taktische Kompromisse für eine langfristig größere Sache. Er ist ein langfristiger Denker“, heißt es in der Einschätzung.

Die gleiche Beurteilung stellt fest, dass Chamenei seit dem zwölftägigen Krieg mit Israel im letzten Jahr „sowohl geistig als auch körperlich schwächer“ geworden ist. Er ist kaum noch in der Öffentlichkeit zu sehen und hat sich insbesondere während der letzten Tage der Proteste nicht gezeigt oder zu Wort gemeldet. Während des Krieges hatte sich Chamenei in einem Bunker verschanzt, um dem Schicksal mehrerer hochrangiger IRGC-Offiziere zu entgehen, was seine „Besessenheit vom Überleben“ weiter verstärkt hat.

Trump, Israel und Exil-Monarch erhöhen Druck auf Chameneis Iran-Regime

Denn nicht nur im Iran wächst der Druck auf Chamenei und das Regime, sondern auch von außen. Reza Pahlavi, Sohn des letzten Schahs von Iran, hat zu einer Intensivierung der Proteste aufgerufen. Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu äußerte: „Es ist durchaus möglich, dass wir in einem Moment sind, in dem das iranische Volk sein Schicksal in die eigenen Hände nimmt.“ Auch Erzfeind Israel stellt sich „solidarisch hinter den Kampf des iranischen Volkes“, wie Ministerpräsident Benjamin Netanjahu betonte.

Chamenei nannte die Demonstranten „dem Land schädliche“ Menschen. Sie richteten Zerstörung an, „nur damit sich der Präsident der Vereinigten Staaten freut“, sagte das Staatsoberhaupt mit Blick auf Donald Trump. Der US-Präsident hatte der iranischen Führung bereits mehrfach mit einem Einschreiten gedroht, sollte die Staatsmacht Demonstranten töten. Ob man sich an einem Sturz des Ajatollahs beteiligen würde, ließ Trump bislang aber offen. (Quellen: The Times, Newsweek, dpa, AFP) (nak)

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